Ruzicka, Peter
* 3.7.1948 Düsseldorf/D. Komponist, Dirigent, Musikschriftsteller und Intendant. Studierte 1963–68 Musik am Konservatorium Hamburg/D und ab 1968 an den Univ.en München, Hamburg und Berlin Jus, Betriebswirtschaft, Theater- und Musikwissenschaft (Dr. jur. 1977). Beeinflusst von H. W. Henze, entstanden die ersten Werke in den späten 1960er Jahren. Nach kurzen Studien bei Hans Otte in Bremen/D begann um 1970 die schöpferische Auseinandersetzung mit der materialen Musikästhetik Th. W. Adornos, die zum Konzept eines „kritischen Komponierens“ – häufig mittels G. Mahler-Zitaten – führte. Der seit 1972 auch als Dirigent tätige R. war Intendant des Rundfunk Sinfonieorchesters Berlin (1979–87), der Hamburgischen Staatsoper und des Philharmonischen Staatsorchesters (1988–97) sowie künstlerischer Berater des Concertgebouw Orkest Amsterdam (1997–99). 1996 wurde er künstlerischer Leiter der Münchener Biennale. Seit 1990 hat er eine Professur für Kulturmanagement an der MHsch. Hamburg inne. Seit 2001 ist er Intendant der Salzburger Festspiele (2005).
P: Förderpreis der Stadt Stuttgart/D 1969; Preisträger Internationaler Kompositionswettbewerb „Béla Bartók“ Budapest 1970; International Rostrum of Composers Paris 1971.
W: Musiktheater CELAN [T: Peter Mussbach] 1998/99; Todesfuge. Szene f. Alt, Sprecher, Kammerorch. u. Tonband [T: Paul Celan] 1968/69; Kantate Esta Noche. Trauermusik für die Opfer des Krieges in Vietnam 1967; 5 Streichquartette („… fragment …“. Fünf Epigramme f. Streichquartett 1970); Werke f. Orch.; elektronische Musik.
Schr: Die Problematik eines „ewigen Urheberpersönlichkeitsrechts“ unter besonderer Berücksichtigung des Schutzes musikalischer Werke 1979; Hg.: [Kgr.-Ber.] Mahler – eine Herausforderung 1977; Aufsätze zu versch. Komponisten; Hg. von G. Mahlers Klavierquartett 1973.
Lit: KdG 21 (5/2001) [mit WV u. Schriftenverzeichnis]; NGroveD 22 (2001); MGG 16 (1979); Riemann 1975; F-A 2 (1978); Der Standard 23.3.2004.


ARa  
[ Zuletzt aktualisiert: 2010/03/22 09:13:03 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
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