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Rysanek, Rysanek, Lotte Schwestern
Lotte (eig. Charlotte, verh. R.-Dörler): * 1924-03-1818.3.1924 Wien, † 2016-12-1414.12.2016 Wien. Sängerin (Sopran). Die Tochter eines mährischen Kunststeinschleifers wuchs in ärmlichen Verhältnissen als eines von sechs Kindern in Wien-Erdberg (Wien III) auf. Ihre Ausbildung erhielt sie ab 1946 bei Clothilde Oltean von Radony und ab 1947/48 am Konservatorium der Stadt Wien bei A. Jerger und Opernschule bei E. Wymetal. In Innsbruck Privatunterricht beim Bariton Rudolf Großmann (1901–83), um sich auf die Bühnenprüfung vorzubereiten. Debütierte 1950 in Klagenfurt, sang 1951–53 in Freiburg im Breisgau/D und war 1955–87 Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper. Sie wurde im Soubretten- und lyrischen Fach, später zusätzlich in jugendlich-dramatischen Partien eingesetzt. R. trat auch als Operetten- und Konzertsängerin in Erscheinung, gastierte ab 1955 an mehreren europäischen Opernhäusern und bei Festspielen. Seit 21.1.1959 verheiratet mit dem Diplomkaufmann Herbert Dörler.
Ehrungen
Kammersängerin 1968; Ehrenmitglied der Wr. Staatsoper.
Literatur
Czeike 6 (2004); K-R 1997; P. Dusek/P. Schmid, L. R. 1990; Personenlex. Öst. 2001; Riemann 1961 u. 1975; MGÖ 3 (1995); Der Standard 17./18.12.2016, 34; Trauungsbuch der Pfarre Erdberg (Wien III) 1914, fol. 161.


Leonie (eig. Leopoldine, verh. R.-Gausmann): * 14.11.1926 Wien, † 7.3.1998 Wien. Sängerin (Sopran). Ihre Ausbildung erhielt sie ab 1946 ebenfalls bei Cl. Oltean von Radony und aufgrund eines Stipendiums im September 1947 am Konservatorium der Stadt Wien bei A. Jerger. Wegen ihres Bühnendebüts im Juni 1949 am Tiroler Landestheater in Innsbruck folgte der Ausschluss aus dem Konservatorium. R. nahm daraufhin Privatunterricht bei R. Großmann, den sie 1950 heiratete. 1949 Bühnenprüfung. 1950 Gastspiele in Graz, Klagenfurt, Wolfsberg und an der Volksoper Wien, dem damaligen Ausweichquartier der Staatsoper. 1950–52 in Saarbrücken/D, dazu erste Schallplattenaufnahmen. 1952–54 in München, bereits 1951 erstmals bei den Bayreuther Festspielen, ab 1953 gastierte sie weltweit an den großen Opernhäusern. Nach ihrem Auftritt 1954 an der Wiener Staatsoper sang sie dort 1955–91 regelmäßig, bis 1996 (Bühnenabschied) auch bei den Salzburger Festspielen, 1956 Amerika-Debüt, 1959–96 an der Metropolitan Opera New York/USA. Sie zählte zu den bedeutendsten Sängerinnen des jugendlich-dramatischen Fachs ihrer Zeit und war besonders in Partien von Rich. Wagner, R. Strauss (1981 Elektra-Film, Leitung: Götz Friedrich und K. Böhm), G. Verdi und G. Puccini erfolgreich. Zuletzt wechselte sie in das dramatische Mezzosopranfach. 1997 wurde sie zur Präsidentin des Vereins Wiener Festwochen gewählt. In zweiter Ehe war sie seit 1968 mit dem deutschen Musikwissenschaftler und Journalisten Ernst Ludwig Gausmann verheiratet, der auch als ihr Manager fungierte.


Gedenkstätten
Ehrengrab Zentralfriedhof Wien; L.-R.-Weg (Wien XXII).
Ehrungen
2. Preis des Internationalen Gesangswettbewerbes in Verviers/Bl 1948; Sonderpreis beim 2. Österr. Musikwettbewerb der GdM 1948; Kammersängerin 1956; Ehrenmitglied der Wr. Staatsoper; Silberne Rose der Wiener Philharmoniker, Ehrenring der Stadt Wien 1986; Bürgerin der Stadt Wien 1997.
Werke
Schallplattenaufnahmen.
Tondokumente
TD: www.mediathek.at (Interview).
Literatur
P. Dusek/P. Schmid, L. R. 1990; I. Fabian in Jb. der Zs. „Opernwelt“ 1989; Czeike 6 (2004); NGroveD 22 (2001); K-R 1997; DBEM 2003; E. Blyth in Opera 45 (1994); Personenlex. Öst. 2001; Riemann 1961 u. 1975; [Kat.] 100 Jahre Wr. Oper 1969, 220; MGÖ 3 (1995); http://www.wien.gv.at/rk/historisch/1951/september.html (11/2010).

Autor(en)
Monika Kornberger
Uwe Harten
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger/Uwe Harten, Art. „Rysanek, Schwestern‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 28/06/2017]