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Salmhofer, Salmhofer, true Franz
* 1900 -01-2222.1.1900 Wien, † 1975 -09-2222.9.1975 Wien. Komponist, Operndirektor. 1909–14 Sängerknabe im Stift Admont, studierte in Wien an der MAkad. Klarinette und Komposition (bei F. Schreker und Fr. Schmidt) sowie an der Univ. u. a. Musikwissenschaft (bei G. Adler), wirkte als Organist und Chorleiter. 1923–26 war er als Theorielehrer an Horaks MSch.n tätig. Nach ersten Erfolgen als Komponist schrieb er 1927 im Auftrag des Wiener Burgtheaters die Musik zu Johann Wolfgang von Goethes Faust. 1929–45 war S. Kapellmeister am Burgtheater und schrieb über 300 Bühnenmusiken, wobei Einfallsreichtum und Instrumentierungskunst besonders gerühmt wurden. Seine Ballette und zwei Opern erlebten ihre UA in der Wiener Staatsoper. Vom 1.7. (provisorisch schon ab 18.6.) 1945 bis zum 31.8.1954 war er deren Direktor (bis 1.9.1946 in ihren beiden Ausweichquartieren, dann nur im Theater an der Wien, dessen Ausbau zum zweiten Wiener Opernhaus ihm zu danken ist) und 1956–63 der Volksoper Wien. S. war in hohem Maße mitverantwortlich für die Aufführungsqualität und den berühmten Ensemblegeist der Staatsoper in der Nachkriegszeit. Als Opern- und Ballettkomponist konnte er mit seiner von der Spätromantik ausgehenden Musik voll ausgeprägter Melodik, tänzerischer Beschwingtheit und mit manchmal ländlich-derberem Ton etliche Erfolge verbuchen. S. war in erster Ehe (1923) mit der Pianistin Margit Gál (ca. 1910–vor 1955), in zweiter (1955) mit Margarethe Arndt verheiratet.

Nicht zu verwechseln mit dem Linzer Beamten und Blasmusik-Komponisten Franz S. (* 4.5.1913 Wörth an der Lafnitz/St, † 3.4.2004 Linz, begr. Leonding bei Linz/OÖ).


Gedenkstätten
Ehrengrab Wr. Zentralfriedhof; S.straße (Wien XXIII).
Ehrungen
Preis der Stadt Wien für Musik 1926 u. 1960; Staatspreis für Komposition 1937; Prof.-Titel 1946; Dr.-Karl-Renner-Preis 1954; Silbernes Ehrenzeichen des Landes Wien 1960; Ehrenmitglied der Österr. Bundestheater 1963, der Mozartgemeinde Wien 1964; Ehrenmedaille in Gold der Bundeshauptstadt Wien u. der Johann Strauß-Ges. 1965; Ehrenring der Stadt Wien 1970, des Solistenensembles der Staatsoper u. der Volksoper 1973.
Werke
Opern (Dame im Traum 1935; Iwan [Sergejewitsch] Tarassenko, 1. Fassung 1938, 2. Fassung 1948; Das Werbekleid Salzburg 1943; Dreikönig Volksoper Wien 1970; Ballette (Das lockende Phantom 1927; Der Taugenichts in Wien 1930; Das Weihnachtsmärchen 1931; Österr. Bauernhochzeit 1933); symphonische Dichtung Der geheimnisvolle Trompeter (T: Walt Whitman); Schauspiel- und Filmmusiken; Symphonien; Trompetenkonzert; Violinkonzert; Kammermusik; Befreiungs-Hymnus (Ms. wurde der Stadt Moskau anlässlich ihres 800-jährigen Bestandes als Geschenk der Stadt Wien überreicht); Lieder (u. a. Das heitere Herbarium [T: Karl Heinrich Waggerl]. – Teilnachlass: Musikslg. der ÖNB.
Literatur
Czeike 5 (1997); Ch. Th. Tengel, F. S., Dipl.arb. Wien 1988; A. Schaupp, Die Gesch. der Wr. Volksoper 1945–55, Diss. Wien 1990; NGroveD 22 (2001); DBEM 2003; Kosch 3 (1992); MGG 11 (1963) u. 16 (1979); Riemann 1961 u. 1975; Kürschner 1954; StMl 1962–66; MaÖ 1997; F. Grasberger (Hg.), [Kat.] Musikalische Dokumentation F. S. 1978; [Kat.] 100 Jahre Wr. Oper 1969, 207ff; C. M. Gruber, Opern-UA.en 3 (1978); Bauer 1955; Stieger II/3 (1978); Ulrich 1997; MGÖ 3 (1995); F-A 2 (1978); Mitt. Hans Salmhofer.

Autor(en)
Uwe Harten
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Salmhofer, Franz‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 30/07/2015]