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Schiske, Schiske, true Karl Hubert Rudolf
* 1916 -02-1212.2.1916 Raab/Ungarn (Győr/H), † 1969 -06-1616.6.1969 Wien. Komponist. Vertreibung der Familie 1919 aus Ungarn und Übersiedlung nach Orth a. d. Donau/NÖ und 1923 nach Wien. Studierte ab 1932 am Neuen Wiener Konservatorium Klavier (bei R. Bass und Julius Varga), Harmonielehre und Kontrapunkt (bei E. Kanitz, auch privat), an der Wiener MAkad. 1939 Reifeprüfung in Komposition als Externist, 1939/40 Klavierstudium (bei H. Weber) sowie 1936–40 an der Univ. Wien Studium der Musikwissenschaft, Kunstgeschichte, Philosophie und Physik. 1940–45 Wehrdienst. Bis 1952 als freischaffender Komponist und Privatlehrer tätig (überwiegend in Großsölk/St). Ab 1952 Lehrbeauftragter, ab 1954 Vertragslehrer für Musiktheorie, 1962 ao. Prof., 1968 o. Prof. für Komposition an der Akademie für Musik und darstellende Kunst Wien. 1955–58 Teilnahme an den Darmstädter Ferienkursen, zu denen er auch seine Schüler sowie weitere junge österreichische Komponisten ermunterte. 1956–66 maßgebliche Beteiligung an den Innsbrucker Jugendkulturwochen, 1957 Anregung zur Gründung eines Studios für elektronische Musik, 1966/67 Gastprof. an der Univ. of California Riverside/USA, Sekretär beim Österreichischen Musikrat. „Strengste Gesetzmäßigkeit der Polyphonie und Anwendung der Reihentechnik , Ökonomie und Synthese aller Themen und musikalischen Gedanken“ (G. Kahowez) zeichnen Sch.s Werke aus. Er war eine besonders wichtige Lehrerpersönlichkeit der 1950/60er Jahre. Zu seinen Schülern zählen I. Eröd, K. Schwertsik, O. Zykan, Kahowez, G. Neuwirth, I. Grünauer und E. Urbanner.
Ehrungen
Preis der Stadt Wien für Musik 1950; Förderungspreis des Österr. Staatspreises f. Musik 1952; Prof.-Titel 1956; Rom-Stipendium 1959; Theodor-Körner-Preis 1960; Ehrenkreuz f. Kunst u. Wissenschaft 1960; Großer Österr. Staatspreis f. Musik 1967; Goldenes Ehrenzeichen f. Verdienste um die Republik Österreich 1968; Kulturpreis des Landes Niederösterreich 1970 (posthum).
Schriften
Zur Dissonanzverwendung in den Symphonien Anton Bruckners, Diss. Wien 1942; Moderne Ensembleübungen in ÖMZ 14 (1959), 283f.
Werke
Orchesterwerke (5 Symphonien, 2 Konzerte f. Streichorchester, Violinkonzert, Klavierkonzert, Tanzrondo), Streichquartette, Bläserquintett, Trompetermusik und weitere Kammermusik, Klavier- und Orgelwerke (s. Tbsp., Messen (Cunctipotens Genitor Deus 1954), Oratorium Vom Tode 1946, Candada f. Sopran, gemischten Kammerchor u. Instrumente 1956 (nach Gedichten von Herbert Mösslacher), Lieder, Chöre.
Literatur
K. Roschitz, K. Sch. 1970; IÖM, [Kat.] Musikalische Dokumentation K. Sch. 1991; MaÖ 1997 [mit WV]; KdG 15 (8/1998); Goertz 1979; MGG 1 (1963) u. 16 (1979); Riemann 1961 u. 1975; NGroveD 22 (2001); Erhart 1998; Kürschner 1954; ÖL 995; Ackerl/Weissensteiner 1992; Baker 1984; G. Kahowez (Hg.), [Kgr.-Ber.] K. Sch. Wien 1999, 2000; Czeike 5 (1997); Standard 9.11.1994; E. Werba in ME 5 (1950); F. Saathen in Melos 23 (1956); M. Grassl/R. Kapp (Hg.), Darmstadt-Gespräche. Die Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in Wien 1996, 242–250 u. 252–257; L. Knessl in R. Stephan et al. (Hg.), Von Kranichstein zur Gegenwart. 1946–1996. 50 Jahre Darmstädter Ferienkurse 1996; Beiträge v. W. Schollum u. S. Wiesmann in G. Scholz (Hg.), Dodekaphonie in Österreich nach 1945, 1988; B. Vogl, Der Lehrer K. Sch. Aus der Sicht seiner Schüler, schriftliche Prüfungsarb. MUniv. Wien 2001; G. Kramer in SK 43 (1996); A. Orel in H. Zingerle (Hg.), [Fs.] W. Fischer 1956; R. Klein in ÖMZ 11 (1956); W. Szmolyan in ÖMZ 22 (1967), 24 (1969) u. 25/5 (1970); ÖMZ 24 (1969), 121f u. 327; H. Vogg in ÖMZ 34 (1979) u. 45 (1990); E. Hilmar in ÖMZ 16 (1961) u. 41 (1986); L. Knessl in ÖMZ 46 (1991); J. Höpfel in ÖMZ 49 (1994); DBEM 2003; F-A 2 (1978); MGÖ 3 (1995); Slg. Moißl.

Autor(en)
Barbara Boisits
Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Schiske, Karl Hubert Rudolf‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]