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Schorn, Schorn, Johann Familie
Johann sen.: * --ca. 1658 Fridolfing/Bayern, 1718 -07-2727.7.1718 Salzburg. Geigenbauer, Violinist. Geigenzettel aus den 1680er Jahren belegen, dass er zunächst im Salzburger Vorort Mülln tätig war. Bei seiner Hochzeit am 11.8.1681 mit Christina Bleisin wurde er als Lautenschläger bezeichnet. Als Geigenmacher erhielt er 1690–1700 wiederholt Zahlungen vom Hof. Am 19.8.1709 verheiratete sich Sch. neuerlich, als Braut ist die Schuhmacherstochter Maria Magdalena Mayr aus Braunau eingetragen. Sch. bemühte sich um eine Anstellung am Salzburger Hof, die er schließlich am 20.2.1713 mit einem Salär von monatlich acht fl erhielt. Gleichzeitig wurde er verpflichtet, in der Kapelle als Violinist mitzuwirken. Bei Sch. wohnte sein Geselle Mathias Sagmayr. Seine Witwe heiratete bereits ein Jahr nach Sch.s Tod den Hoflautenmacher A. F. Mayr. Seine beiden Söhne Johann Paul und Johann Joseph folgten ihm beruflich nach, waren jedoch vorwiegend als Musiker tätig.

Johann Paul: * 28.6.1682 Salzburg, † 26.10.1758 Salzburg. Geigenbauer, Violinist, Komponist. Er war ab 1704 an der Salzburger Hofkapelle als Geiger tätig, unterrichtete 1701 am Kapellhaus und erhielt 1723 eine Bestellung zum Kammerportier. Die Annahme, er habe sich zeitweilig auch in Innsbruck oder Hall/T aufgehalten, basiert vermutlich auf einer Namensverwechslung.


Werke
Duodenarium harmoniae selectae delicium vario instrumentorum genere ordinatum Augsburg 1724 (5-stimmige Partiten).


Johann Joseph: * 1684 Salzburg, † 7.3.1758 Salzburg. Geigen- und Lautenmacher, Musiker. Bei seiner ersten Trauung 1707 wird er als „Lautenmacher“ bezeichnet, bei seiner zweiten 1713 als „Musicus und Geigenmacher“. Im Salzburger Hofkalender wird er als Violoncellist, aber auch als Violinist geführt.

Generell stehen die Arbeiten von Sch. sen. in der Tradition der Füssener Schule und sind hinsichtlich der Arbeit im Detail und des Lackes von überdurchschnittlicher Qualität. Von deutlich niedrigerem Niveau sind die wenigen von den Söhnen erhaltenen Instrumente. Nicht zuletzt durch die Ähnlichkeit der Vornamen gibt es in der Literatur häufig Verwechslungen, die auch Einfluss auf die Zuschreibung der Instrumente hatten. Sch. sen. verwendete ein relativ großes Modell mit wenig vorspringenden Ecken. Der Schnitt seiner f-Löcher erinnert an J. Stainer. Als Reminiszenz an den Absamer Meister ist auch die gelegentliche Verwendung von Löwenköpfen anzusehen. Relativ groß ist die Anzahl der erhaltenen Violen d’amore, die von auffallend konsistentem Bau sind: Die sechs Resonanzsaiten sind an einem schräg aufgeleimten Querriegel direkt an der Decke befestigt; nur die Decke besitzt eine Randeinlage; neben flammenförmigen Schalllöchern ziert die Decke eine vergoldete Rosette. Sch. verwendete einen relativ dunklen, rot-braunen Lack, der zu feiner Craquelébildung neigt.


Literatur
Mendel-R. 9 (1879); Eitner 9 (1903); A. Hajdecki, Quellen zur Gesch. der Stadt Wien I/6 (1908), Reg. 7258; MGG 12 (1965); Lütgendorff 1975 u. 1990; W. Hamma, Geigenbauer der Dt. Schule des 17. bis 19. Jh.s 2 (1986); K. u. A. Birsak, Gambe – Cello – Kontrabaß und Kat. der Zupf- und Streichinstrumente im Carolino Augusteum 1996, 58–63, 137f, 176.

Autor(en)
Rudolf Hopfner
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Hopfner, Art. „Schorn, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]


GND
Schorn, Johann
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Schorn, Johann Paul
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Schorn, Johann Joseph
Weiterführende Literatur (OBVSG)

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