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Schottisch
Paartanz (Rundtanz mit Wechselschritt) im Zweiertakt, der aus der gedrehten Ecossaisen-Tour hervorgegangen ist (daher der Name) und im 19. Jh. zum Modetanz wurde. Die Ecossaise ist – als lebhaftere Form der Anglaise (Countrydance) – im Lauf des 18. Jh.s als Mehrpaartanz von England nach Frankreich gekommen, von wo sie auf Deutschland übergegriffen und nach 1800 die langsameren Anglaisen verdrängt hat. Melodien zu solchen Tänzen gab es in Deutschland schon lange; ihre Vorfahren sind wie beim Rheinländer oder bei der Bayrisch-Polka im alten deutschen Hopser zu suchen. Es ist daher auch denkbar, dass die Rundtanzfigur der Ecossaise ursprünglich aus dem Volkstanz stammt. In Österreich versteht man heute unter Sch. einen Tanz mit der Grundbewegung: 2 Wechselschritte, 4 Gehschritte, den man von der Polka (Rundtanz im Wechselschritt) unterscheidet. In der Schweiz und in Süddeutschland ist die Namensgebung jedoch genau umgekehrt. Die Beliebtheit des Tanztypus hat zur Entstehung unzähliger Melodien geführt, die im Volkstanz teilweise noch lebendig sind.
Literatur
Schneider 1985; K. Horak in Der fröhliche Kreis 42/1 (1992).

Autor(en)
Gerlinde Haid †
Empfohlene Zitierweise
Gerlinde Haid †, Art. „Schottisch‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]