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Schröder-Devrient, Schröder-Devrient, true Wilhelmine
* 1804-12-066.12.1804 Hamburg/D, † 1860-01-2626.1.1860 Coburg/D (begr. in Dresden/D). Sängerin (Sopran). Tochter des Baritons Friedrich Sch. (1759–1818) und der 1815–29 und 1835–40 am Burgtheater engagierten deutschen Schauspielerin Antoinette Sophie Sch., geb. Bürger (1781–1868). Sch.-D. trat zunächst als Ballettelevin und in Kinderrollen (u. a. am Theater an der Wien ), ab 1819 als Schauspielerin im Burgtheater auf, nach Gesangsausbildung bei Th. Grünbaum, Giuseppe Mozatti und G. Radicchi (später noch bei J. A. Miksch in Dresden/D) 1821 Debüt als Sängerin am Kärntnertortheater. Nach Gastspielreise durch Deutschland sang sie 1822/23 in Wien in L. v. Beethovens Fidelio in Anwesenheit des begeisterten Komponisten. 1823 wurde sie an das Hoftheater in Dresden engagiert (Auftritte bis 1847), u. a. 1828 und 1831 in Berlin, zwischen 1828/36 mehrmals in Wien, 1830–32 in Paris, 1832–37 in London gefeiert. Ende 1847 nahm sie in Riga ihren Bühnenabschied. Wegen ihrer Teilnahme am Maiaufstand 1849 wurde sie aus Dresden ausgewiesen, durfte aber später zurückkehren. 1856 feierte sie als Liedsängerin in Berlin ein erfolgreiches Comeback. Sch.-D., eine der bedeutendsten Sängerinnen der Operngeschichte, war die erste moderne Darstellerin des Musikdramas im Sinne Rich. Wagners, der ihr einen begeisterten Essay widmete (sie sang unter seiner Leitung in den UA.en von Rienzi, Der fliegende Holländer und Tannhäuser). Sie war auch mit C. M. v. Weber und Johann Wolfgang v. Goethe (der ihre Interpretation seines von Fr. Schubert vertonten Erlkönigs erlebte) in Verbindung. In 1. Ehe (1823–28) war sie mit dem Schauspieler Carl August D. (1797–1872) verheiratet; beider ältester Sohn war der u. a. auch am Burgtheater engagierte Schauspieler Friedrich D. (1825–71). Eine 2., kurze Ehe ging sie 1847 mit dem sächsischen Offizier (und Betrüger) David Oskar v. Döring ein; eine 3. Ehe (1850) mit dem Gutsbesitzer Heinrich Freiherr v. Bock. Das 1862 erstmals erschienene „frivole“ Buch Memoiren einer Sängerin wurde ihr fälschlich zugeschrieben. – Ihre Schwestern Elisabeth (Betty) Sch. (1806–87) und Auguste Sch. (1810–74) waren Schauspielerinnen u. a. in Wien und Hamburg bzw. in Wien und Coburg; ihr Halbbruder Wilhelm Smets (1796–1848) Theologe, Priester und ab 1844 Domherr in Aachen/D.
Gedenkstätten
Bild (als tragische Muse) Villa Wahnfried, Bayreuth/D.
Literatur
NGroveD 22 (2001); ÖBL 11 (1999); K-R 1997 u. 2000; Czeike 5 (1997); C. Hagemann, W. Sch.-D. 1904, 21947; A. v. Wolzogen, W. Sch.-D. 1863; U. Simek in E. Ostleitner/U. Simek (Hg.), Ich fahre in mein liebes Wien. Clara Schumann 1996; DBEM 2003; MGG 12 (1965); Ulrich 1997; Kosch 1953 [Bock]; Wurzbach 31 (1876); Personenlex. Öst. 2001 [S. Sch.]; MGÖ 2 (1995).

Autor(en)
Uwe Harten
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Schröder-Devrient, Wilhelmine‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]

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