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Schulz, Schulz, Andreas: Familie
Andreas: * --ca. 1786 Ungarn?, --nach 1846 (Ort?). Gitarrist.

Ließ sich zu Beginn des 19. Jh.s in Wien nieder, wo er Gitarreunterricht (Gitarre) erteilte und einschlägige Werke komponierte. Im September 1817 konzertierte Sch. mit dem Violinisten Jos. Böhm in Baden bei Wien als Gitarrenduo, drei Monate später mit dem Giuliani-Schüler Franz Mendl in Wien. Unterrichtete seinen jüngeren Sohn Leonhard im Gitarrespiel. Mit diesem und Sohn Eduard trat er ab 1823 zunächst in Wien, später auch in Deutschland und England auf, wohin die Familie 1825 mit I. Moscheles gekommen war. Für die Konzerte mit seinen Söhnen schuf Sch. Bearbeitungen für unterschiedliche Besetzungen. Um 1828/30 ließ er sich gemeinsam mit seinen Söhnen in London nieder. Ab 18.7.1846 als Kurgast in Bad Ischl belegt, danach verliert sich seine Spur.


Werke
Variationen und Tanzstücke für Gitarre (12 Ländler für eine Guitarre 1824, 12 Ecossaises pour la Guitarre 1824).
Literatur
Wiener Theater-Zeitung 6.9.1817, 428 u. 23.12.1817, 612; Wiener Zeitung 26.2.1824, 204; eigene Recherchen.


Seine Söhne

Eduard: * 18.2.1812 Wien, † 15.9.1876 London?. Pianist, Pädagoge. Klavierunterricht bei A. Mittag. Lt. Bone soll er im Kindesalter vor L. v. Beethoven gespielt haben. Trat am 20.4.1823 im Landständischen Saal in Wien als Duopartner seines Bruders Leonhard sowie als Klavierbegleiter des Sängers L. Titze auf. Am 15.2.1824 folgte am selben Ort ein weiteres gemeinsames Konzert mit Vater und Bruder, in welchem er auch auf der Physharmonika zu hören war. Im Anschluss gemeinsam mit Vater und Bruder Konzertreisen nach Deutschland (München, Augsburg, Stuttgart), Frankreich und England. Am 18.1.1834 spielte er im Rahmen eines Konzertes von C. Kreutzer in Wien, nachdem er kurz zuvor aus London gekommen war, wo er sich wie Vater und Bruder niedergelassen hatte. Hier machte er sich später als Klavierpädagoge der Londoner Gesellschaft einen Namen.

Leonhard (Leonard): * 1814 Wien, † 27.4.1860 London. Gitarrist, Komponist. Gitarrenunterricht durch seinen Vater. Debütierte in Wien im Alter von acht Jahren in einem Konzert der GdM als Solist (3.11.1822) und war damit für Wien das erste Gitarre spielende Wunderkind in der Ära nach Giuliani. Am 20.4.1823 trat er als Solist sowie gemeinsam mit seinem Bruder Eduard im Landständischen Saal auf. Im September 1824 ist ein Konzert in Nürnberg/D belegt. 1825 ging er gemeinsam mit Vater und Bruder nach England, wo er mehrfach am Hof konzertierte. 1826 war die Familie in Ofen (Budapest) zu hören. Am 2.2.1827 folgte ein erneutes Konzert in Wien, u. a. gemeinsam mit J. Hellmesberger. Weitere Konzertreisen mit Vater und Bruder nach Deutschland (München, Stuttgart, Straßburg), Frankreich und England, wohin die Familie um 1828/30 zog. L. Sch. errang Popularität als Gitarrenvirtuose (Virtuose), es folgten Auftritte in Europa als Solist sowie im Duo mit dem Gitarristen A. Götz, den er 1844 während eines Kuraufenthaltes in Aussee (Ausseerland) kennengelernt und möglicherweise auch unterrichtet hatte. Darüber hinaus komponierte er zahlreiche Werke für die Gitarre und war als Pädagoge tätig.


Werke
Über 100 Werke, v. a. für Gitarre solo sowie Gitarre und Klavier; Zwölf Studien für Gitarre, hg. v. J. Zuth 1927; The Collected Guitar Studies, hg. v. Erik Stenstadvold 2011.
Literatur
Ph. J. Bone, The Guitar and Mandolin 1914, ND 2012; Zuth 1926; J. Powroźniak, Gitarrenlex. 1979; Wurzbach 32 (1876); Wiener Theater-Zeitung 3.5.1823, 212, 28.2.1824, 103f, 13.2.1827, 80, 24.4.1827, 199f; Wiener Zeitschrift 27.5.1823, 520, 28.2.1824, 215f, 24.11.1827, 1168f; Wiener Zeitung 1.2.1827, 136; E. Hanslick, Gesch. des Concertwesens in Wien 1 (1869), 257; eigene Recherchen.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Schulz, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 15/01/2014]