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Seuffert Seuffert true (Seifer, Seiffert, Seferth), Familie
Aus Würzburg/D stammende Orgel- und Klavierbauerfamilie

Johann Philipp: get. 5.3.1693 Gössenheim/D, † 18.6.1780 Würzburg. Lernte in Würzburg bei Johann Hofmann lernte und bereiste anschließend Österreich, Böhmen, Ungarn und Polen. 1731 Hoforgelmacher in Würzburg. Sein Enkel

Franz Martin: * 10.1.1773 Würzburg/D, † 3.7.1847 Wien. Klavier- und Orgelmacher. Lernte bei seinem Vater Franz Ignaz (* 9.11.1732 Würzburg, † 17.11.1810 Würzburg), der 1768 die Würzburger Werkstätte von J. Ph. S. übernommen hatte, und war zunächst als Orgelbauer tätig. Aus dem Zeitraum 1791–1802 sind in Deutschland vier Orgeln S.s überliefert. 1802 kam er als Geselle vonA. G. Walter nach Wien, bald danach gründete er mit Joseph Wachtl (?– nach 1832) und Jakob F. Bleyer (?–?) eine Werkstätte, die v. a. auf die Produktion von aufrechten Klavieren spezialisiert war. Nach Streitigkeiten zog er sich 1810 aus der Firma zurück und erhielt 1811 ein neues Gewerbe; 1811–19 befand sich seine Werkstätte auf der Wieden (Wien IV), 1821 in der Kärntner Straße (Wien I) und 1823–26 auf dem Schaumburgergrund (Wien IV). Ab ca. 1826/27 bis zu seinem Tod arbeitete er mit dem Klaviermacher Johann Seidler (1791– nach 1848) zusammen (S. & Seidler) und beschäftigte sich weiterhin mit der Verbesserung aufrechter Klaviere (Piano-droits). Bei seinem Tod waren in der Werkstätte ca. 20–30 Mitarbeiter beschäftigt, es wurden ca. 90–120 Klaviere jährlich produziert. Sein Bruder Johann Philipp Albert (* 1.8.1763 Würzburg, † 7.7.1834 Würzburg) übernahm 1789 die Werkstätte des Vaters in Würzburg.


Ehrungen
Goldmedaille bei der Wiener Industrie-Ausstellung 1845.


Martins Sohn Eduard (I): * 26.6.1819 Wien, † 6.9.1855 Döbling/NÖ (Wien XIX). Klaviermacher. Nach erster Ausbildung im väterlichen Betrieb ging er ins Ausland und arbeitete in Paris, Brüssel und London. 1842 wurde er Compagnon des Vaters, 1847 erbte er die Firma; 1845 Wiener Bürgerrecht. F. K. Ehrbar war ab 1848 bei ihm tätig und übernahm 1848 die Geschäftsführung, da sich S. aus gesundheitlichen Gründen immer mehr zurückzog. Er soll als erster die Klavierproduktion arbeitsteilig gestaltet haben, alle Komponenten wurden im eigenen Betrieb gefertigt. Er förderte auch talentierte Künstler und veranstaltete Soiréen für wohltätige Zwecke. Seine Witwe Rosa führte die Firma zunächst als Witwenbetrieb und ehelichte 1857 Ehrbar.


Ehrungen
Goldmedaille bei der Industrie-Ausstellung im München/D 1854.


Dessen Sohn? Eduard (II): * 16.1.1850 Wien, † ca. 1908/09? (Ort?). Beamter und Komponist. Studierte bei E. Kremser und P. Richter in Wien und bei Richard Wüerst in Berlin. Hauptberuflich als Geschäftsführer bei der Firma Carl Bechstein in Berlin und London (1872–80) sowie als Prokurist bei Bösendorfer in Wien (ab 1881) tätig, widmete er sich nebenbei der Komposition.


Ehrungen
K. k. Kommerzialrat.
Werke
Volksoper Der Kaiser, Lieder.
Literatur
ÖBL 56. Lfg. (2002); H. Fischer/Th. Wohnhaas, Lex. süddt. Orgelbauer 1994; Hopfner 1999; Ottner 1977; H. Haupt in StMw 24 (1960); Riemann 1975; MGG 12 (1965) u. 16 (1979); Czeike 5 (1997); Wurzbach 34 (1877); Mendel-R. 9 (1878); V. Cizek, Die Gesch. der Firma S. u. Ehrbar, nebst der Gesch. des Kl.s als ausführliche Einleitung, Dipl.arb. Wien 1989; Eisenberg 1893 [E. S. (II)]; Bll. f. Musik, Theater u. Kunst 11.9.1855; MGÖ 2 (1995) [M. S.]; WStLA (Lehmann-Adressbücher bis 1909).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Seuffert (Seifer, Seiffert, Seferth), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]