Ševčík, Otakar
* 22.3.1852 Horazdovice/Böhmen (Horažďovice/CZ), † 18.1.1934 Pisek (Písek/CZ). Geiger und Pädagoge. Nach erstem Unterricht bei seinem Vater absolvierte Š. 1866–70 sein Violinstudium am Prager Konservatorium. 1870–73 Violinlehrer und Konzertmeister am Mozarteum Salzburg, danach Konzertmeister am Interimstheater Prag und an der Komischen Oper Wien (Ring-Theater). Danach widmete sich Š. ausschließlich dem Unterricht. 1875–92 Prof. am Konservatorium in Kiew (Kyiv), wo er seine Violinmethode erarbeitete. 1892–1906 Prof. am Konservatorium in Prag, danach Privatunterricht in Pisek. Während dieser Zeit erschienen zahlreiche pädagogische Werke für Violine. 1908–18 Leiter der Meisterschule für Violine an der MAkad. Wien, nach Kriegsende musste er aufgrund seiner Zugehörigkeit zur tschechischen Nationalität seine Lehrtätigkeit in Wien beenden und übernahm bis 1921 die Meisterschule für Violinspiel am Konservatorium in Prag. 1921–23 und 1931/32 Reisen in die USA und 1933 nach London, um seine Unterrichtsmethoden zu propagieren. Š. war einer der gesuchtesten und erfolgreichsten Geigenlehrer seiner Zeit, zu seinen Schülern in Wien zählten u. a. Walter Schneiderhan, E. Morini, R. Kolisch.
P: Prof.-Titel; Ritter des kaiserlich österreischichen Franz Joseph-Ordens; Ritter des kaiserlich österreichischen Ordens der eisernen Krone III. Klasse; Ritter des kaiserlich russischen Ordens vom heiligen Stanislaus.
W: Violin-Methoden: Schule der Violin-Technik in 4 Theilen op. 1 (1881); Schule der Bogentechnik. 4000 systematisch fortschreitende Bogenstrichübungen f. V. op. 2 (1895); 40 Variationen f. V. op. 3 (1901); Violinschule f. Anfänger op. 6 (1901); Triller-Vorstudien u. Ausbildung des Finger-Anschlages op. 7 (1901); Schule des Violinvortrages auf melodischer Grundlage in 2 Teilen 1929.
Lit: J. Vymětal, O. Š. a jeho houslová metoda [O. Š. u. seine Methode des Violinspiels] 1904 [inkl. Liste der Schüler u. Werke]; ÖBL 56. Lfg. (2002); MGG 12 (1965); NGroveD 17 (1980); eigene Recherchen (Jahresberichte der K. K. Akademie für Musik und darstellende Kunst).


LH/MK  
[ Zuletzt aktualisiert: 2013/08/13 08:10:11 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, IKM, Abt. Musikwissenschaft
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