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Seybald Seybald Jakob: (Seybalt, Seywald, Seywalt, Seibald), Familie
Jakob: * --ca. 1714 (Ort?), † 1785-10-2626.10.1785 Leoben/St. Thurnermeister. Erster nachweisbare Thurnermeister von Leoben, der allerdings noch keine „Musikindividuen“ hielt und keine Chorsänger, Diskantisten u. dgl. ausbildete. 1745 übernahm er die Leitung der Kirchenmusik, 1777 die Gesamtleitung der Stadt- und Kirchenmusik. Aus seiner Amtszeit ist Notenmaterial der Kirche St. Jakob erhalten, in dem er des öfteren als Kopist aufscheint. S. übte außerdem das Gewerbe eines Rauheisenverlegers aus. Er heiratete am 31.5.1745 in Steyr Maria Theresia Sertl (* ca. 1717, † 12.12.1751), Tochter des dortigen Thurnermeisters F. J. Sertl und in 2. Ehe am 23.5.1753 in Leoben Constantia Jäger. Seine Söhne

Anton Johann: * 5.6.1754 Leoben, † 15.1.1834 Leoben. Thurnermeister. 1777 als Thurnermeistersubstitut in Leoben aufgenommen, folgte er 1779 auf seinen Vater Jakob als Thurnermeister. Aufgrund der Anfang des 19. Jh.s einsetzenden allgemeinen Teuerung war er jedoch bestrebt, die Stadt- und Kirchenmusik mit möglichst wenig Musikanten zu besorgen, was 1810 und 1816 zu Klagen des Magistrats und des Stadtpfarrers führte. Seine Entlassung wurde nur dadurch verhindert, dass es keinen anderen Lehrer gab, der die Schüler in der Violine und anderen Instrumenten, mit Ausnahme der Orgel und des Forte-Piano, unterrichten konnte. Letztendlich verpachtete er 1819 gegen jährlich 500 fl die Stelle an Franz Posch († 1831). Die Anzahl der bei der Amtsübergabe vorhandenen Instrumente (u. a. zwei B-Klarinetten, zwei C-Klarinetten, drei Konvertions-Trompeten mit „Satzln“ und Mundstücken, eine Klappentrompete, eine Bassposaune sowie mehrere schadhafte Instrumente) bezeugt eine blühende Musikpflege. 1825 legte Posch das Türmeramt zurück und S. übernahm es erneut. Am 27.4.1779 heiratete er Cäcilia Stadlmann (* ca. 1760, † 1.5.1806 Leoben).

Leopold: * 9.11.1760 Leoben, † 28.1.1799 Göß/St. Sänger. Ist als Domchoralist in Göß bis 1799 nachweisbar.

Franz Michael: * 21.9.1759 Leoben, † 7.8.1809 Göß. Schullehrer, Chorregent und Organist. Ab 1796 war er Schulmeister und Messner in Trofaiach und erhielt am 6.7.1801 nach Ernest Hantsch die Chorregenten- und Domorganistenstelle in Göß, deren Dienst er am 2.10.1808 beendete (1809 wurde die Domorganistenstelle aufgelöst). In der Folge war er bis 1809 provisorischer Leiter der Schule Göß. Er war seit 29.1.1798 mit Antonia Fridl (* ca. 1778, † 20.12.1849 Göß) verheiratet.

Dessen Sohn Friedrich: get. 23.2.1801 Trofaiach, † 15.1.1865 Leoben. Musiklehrer, Thurnermeister, Organist. War unter seinem Onkel Anton Diskantist in Leoben, anschließend Schulgehilfe in Mariazell und Schüler von J. Widerhofer, der ihm 1822 ein gutes Zeugnis ausstellte. 1821 legte er die Lehrerprüfung ab. Am 11.9.1822 wurde er Schulmeister, Mesner und Organist in St. Marein im Mürztal/St. Am 25.4.1825 trat S. aus dem Lehrerberuf aus und nahm in Leoben die Stelle eines Chormeisters an. Nach dem Tod seines Onkels übernahm er provisorisch (bis Ende Oktober 1836) die Thurnermeisterstelle, wurde dann aber nur als Stadtorganist und Choralist angestellt, obwohl ihm der Musikverein für Steiermark Graz in einem Zeugnis ausgezeichnete musikalische Kenntnisse beurkundete. Er war mit Franziska Kindler (* ca. 1807, † 13.4.1893 Göß) verheiratet.


Literatur
H. Federhofer in Bll. f. Heimatkunde 23 (1949); StMl 1962–66; H. Mittenhuber, Die Pfarrschulen u. die Anfänge der Volksbildung im Bezirk Mürzzuschlag bis 1869, Diss. Wien 1966; Trauungsbuch der Pfarre Trofaiach 1783–1845, pag. 50; Taufbuch der Pfarre Trofaiach 1756–1810, pag. 471; eigene Erhebungen.

Autor(en)
Ingrid Schubert
Empfohlene Zitierweise
Ingrid Schubert, Art. „Seybald (Seybalt, Seywald, Seywalt, Seibald), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 15/07/2019]