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Siebert Siebert Josef (Szibert), Familie
Josef (I): * 1822-07-1212.7.1822 Großschützen (Nagy-Lévárd)/Ungarn (Vel’ké Leváre/SK), † 1887-03-1616.3.1887 Wien. Bratschist. Sohn eines Tischlermeisters. Gehörte 1845–86 den Wiener Philharmonikern an, ab 1851 war er Mitglied der Tonkünstler-Sozietät. Sein Trauzeuge war 1851 A. Hofmann.
Literatur
Ch. Merlin, Die Wr. Philharmoniker 2 (2017), 157; H. u. K. Blaukopf, Die Wr. Philharmoniker 1986; [Fs.] Wr. Philharmoniker 1842–1942, 1942, 120; C. F. Pohl, Denkschrift aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Tonkünstler-Societät 1871; Trauungsbuch 1849–52 der Pfarre St. Ulrich, RZ 202; WStLA (Verlassenschaftsabhandlung; TBP 1887); eigene Recherchen (Lehmann-Adressbücher).


Seine Kinder

Josef (II) August: * 17.8.1853 Wien, † 18.2.1915 Wien. Musiker, Domkapellmeister, Musikpädagoge. Studierte 1866–73 Klavier am Konservatorium der GdM, wo er 1869/70 auch Orgelschüler A. Bruckners war und 1874/75 ein Kompositionsstudium begann. 1868/69 besuchte er, u. a. gemeinsam mit W. Dörr (II), die Klasse für höheres Orgelspiel von E. Stoiber im Verein zur Beförderung echter Kirchenmusik. 1873/74 war er Musiklehrer in Russland. 1876–85 und 1891/92 ist S. als Tonkünstler in Wien nachweisbar, dazwischen (um 1887–90) bekleidete er den Posten des Domkapellmeisters in Budweis. 1893–95 besaß er eine private Klavier- und Gesangschule in Wien XIII (Hietzinger Hauptstraße 35), 1901–15 scheint er als Inhaber einer „Schule für Musik, Gesang und Oper“ in Wien XVI (Neulerchenfelder Straße 70) auf, die zuvor Elise Gemperle gehört hatte und in der auch seine Schwester Hermine unterrichtete. 1898 wurde sein Anliegen, eine MSch. in Floridsdorf (Wien XXI) zu errichten, zwar vom niederösterreichischen Landessschulrat befürwortet, jedoch offenbar nicht verwirklicht. Spätestens ab 1899 bis zuletzt war er Chordirektor der Pfarren Neulerchenfeld (Wien XVI) und Breitenfeld (Wien VIII).


Ehrungen
1. Preis f. Kl. der GdM 1873.
Literatur
Morgen-Post 13.7.1873, 4; Fremden-Bl. 5.11.1873, 6; Vorwärts! 24.3.1876, 4; [Linzer] Tages-Post 10.8.1887, 4, 24.9.1890, 5; Floridsdorfer Ztg. 8.1.1898, 3; Das Vaterland 5.5.1899, 6, 13.5.1899, Abendbl., 4; Dt. Volksbl. 15.9.1900, Abend-Ausg., 4; Reichspost 19.6.1912, 4; Neues Wr. Tagbl. 21.2.1915, 17; Taufbuch der Pfarre St. Ulrich (Wien VII), 1853–54, RZ 535; WStLA (Meldearchiv; TBP 1915); Archiv ÖAW (Bestand St. Anna, G14); eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM; Lehmann-Adressbücher).


Rudolf Josef: * 17.3.1855 Wien, † 11.4.1939 Wien. Kontrabassist. Erhielt bereits 1868/69 Trompetenunterricht am Konservatorium der GdM, studierte dort jedoch 1873–75 bei F. Simandl Kontrabass. Er substituierte vielleicht schon ab 1.9.1869 in der Wiener Hofmusikkapelle, 1875 wird er als Musiker am Hofburgtheater genannt. 1878 Exspektant und 1890–1916 wirkliches Mitglied der HMK. 1879–1915 gehörte R. S. auch den Wiener Philharmonikern an. Bei seiner zweiten Trauung 1912 in Baden war der Hofmusiker Karl Wesecky sein Trauzeuge. R. S. lebte bis zum Tod seiner zweiten Frau 1934 in Baden und übersiedelte dann wieder nach Wien.


Ehrungen
K. u. k. Hofmusiker.
Literatur
Ch. Merlin, Die Wr. Philharmoniker 2 (2017), 157; H. u. K. Blaukopf, Die Wr. Philharmoniker 1986; Eisenberg 1893; [Fs.] Wr. Philharmoniker 1842–1942, 1942, 122; Th. Antonicek in StMw 29 (1978); Badener Ztg. 23.6.1934, 6, 13.5.1935, 2; Taufbuch der Pfarre St. Ulrich 1855, RZ 177; Trauungsbuch 1912–15 der Pfarre Baden-St. Stephan, fol. 9; eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM).


August Josef: * 7.12.1856 Wien, † 13.12.1938 Wien. Violinist. Besuchte 1868/69 und 1873–76 das Konservatorium der GdM, wo er bei J. Hellmesberger d. Ä. Violine studierte, und gehörte 1878–1925 den Wiener Philharmonikern an; ab 1899 Ballettorchesterdirektor und 1. Sologeiger. 1878 wurde S. Exspektant, ab 1889 war er wirkliches Mitglied der HMK (wohl bis 1925). Er widmete sich intensiv der Kammermusik (1878–89 im Quartett von F. Radnitzky und 1889–97 im Quartett von A. Rosé [gemeinsam mit H. Steiner v. Eltenberg und Hummer] sowie im Prill-Quartett) und war auch als viel gefragter Violin- und Kammermusiklehrer tätig.


Ehrungen
1. Preis u. Silberne Gesellschaftsmedaille der GdM 1876; K. u. k. Hofmusiker; Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone 1918; Prof.-Titel 1926.
Literatur
Ch. Merlin, Die Wr. Philharmoniker 2 (2017), 156f; H. u. K. Blaukopf, Die Wr. Philharmoniker 1986; Kosel 1902; Eisenberg 1893; [Fs.] Wr. Philharmoniker 1842–1942, 1942, 118; Th. Antonicek in StMw 29 (1978); B. Kühnen in K. Dreyfus et al., Die Geige war ihr Leben. Drei Geigerinnen im Portrait 2000, 89; K. Schenk, Die Wr. Hofmusikkapelle in der 1. Hälfte des 20. Jh.s 2001, 226; Fremden-Bl. 2.3.1918, 8; Wr. Ztg. 1.6.1918, 3; Reichspost 5.9.1925, 7, 28.3.1926, 6; NFP 23.11.1926, 5; Deutschösterr. Tages-Ztg. 25.11.1926, 5; Taufbuch der Pfarre St. Ulrich 1856, RZ 711; eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM).


Hermine Anna Josefa: * 3.7.1863 Wien, † nach 1918 (Ort?). Konzertsängerin, Gesangpädagogin. Über ihre Ausbildung ist nichts bekannt, erste Auftritte bei Wohltätigkeitskonzerten und Liedertafeln in Wien sind ab 1884 nachweisbar. Auch in den von Th. Kretschmann veranstalteten Orchesterkonzerten trat sie 1884 und 1886 auf. 1886 Mitwirkung in einem Konzert von R. Hummer, im selben Jahr veranstaltete sie erstmals ein eigenes Konzert, an dem ihr Bruder August und Jo. Sulzer mitwirkten. Auftritte auch mit K. Udel und J. Donat sowie in Gmunden mit E. Saal und Alfred Rittershaus und in Krems mit Ferd. Schubert und J. Maxincsak. 1887 war F. Foll ihr Liedbegleiter. Ab 1887 wird sie auch bereits als „approb. Gesangslehrerin“ bezeichnet. Ende 1887 wurde sie als Konzertsängerin nach Stockholm engagiert, ab 1889 lebte sie als Gesanglehrerin in Berlin. 1894 sang sie in der Kreuzkirche zu Dresden/D. 1896 und dauerhaft ab 1905 ist sie wieder in Wien greifbar, wo sie als Gesangpädagogin wirkte (auch in der Musik- und Gesangschule ihres Bruders Josef) und weiterhin vereinzelt als Konzertsängerin auftrat (u. a. mit dem Duesberg-Quartett oder von ihrem Bruder Josef begleitet). 1918 ist sie noch als Gesangspädagogin in Wien XVI, Neulerchenfelder Straße 70, nachweisbar; danach verliert sich ihre Spur.


Literatur
Eisenberg 1893; Dt. Kunst- und Musik-Ztg. 19.3.1884, 143, 22.11.1884, 582, 30.11.1884, 594, 11.12.1885, 548, 23.12.1886, 451, 1.2.1887, 32, 5.9.1887, 265, 16.11.1887, 336; Wr. Abendpost 13.12.1884, 1, 1.5.1886, 2; NFP 6.1.1886, 6, 4.1.1887, 11; Wr. Allgmeine Ztg. 4.4.1886, 7; Wr. Presse 12.4.1886, 3; Die Presse 8.5.1886, 11, 6.11.1887, 15; Gmundner Wochenbl. 27.7.1886, 263; Das Vaterland 14.12.1886, 6; Kremser Volksbl. 22.1.1887, 5, 5.3.1887, 6; Neues Wr. Tagbl. 18.11.1887, 6, 12.12.1896, 9; Die Lyra 1.11.1887, 27; Wr. Sonn- und Montags-Ztg. 14.11.1887, 3; NZfM 8.2.1888, 68; Dresdner Journal 9.2.1894, 207; Dt. Volksbl. 20.12.1896, 7, 21.11.1907, 11, 24.3.1909, Abend-Ausg., 4; Musik- und Theaterztg. 16 (1905), Nr. 3, 8; Reichspost 1.6.1905, 9, 19.6.1912, 4, 18.1.1917, 6; Wr. Ztg. 28.4.1907, 6; Neues Wr. Abendbl. 23.1.1908, 3; Wiener Neustädter Ztg. 1.8.1908, 6; Neuigkeits-Welt-Bl. 1.12.1909, 13; Ostdt. Rundschau 18.2.1913, 7; Taufbuch der Pfarre St. Ulrich 1862–63, fol. 255; eigene Recherchen (Lehmann-Adressbücher).


Augusts Tochter

Rosa Karoline: * 11.11.1885 Wien, † nach 2.1.1945 (Ort?). Sängerin (Sopran). Schülerin von Helene Holeczek, ihr erstes und vermutlich einziges Engagement führte sie 1907/08 als Opernsoubrette nach Olmütz. Danach dürfte sie nach Wien zurückgekehrt sein, wo sie 1910 noch als Opernsängerin bezeichnet wird. Am 29.6.1912 heiratete sie (Trauzeuge: H. Kreuzinger) F. Markhoff (eig. Hofbauer), nach gerichtlicher Scheidung am 15.5.1928 in zweiter Ehe Karl Esselt. Nach ihrem Kirchenaustritt 1928 trat sie 1945 in Biedermannsdorf/NÖ wieder in die röm.-kath. Kirche ein.


Literatur
Neues Wr. Abendbl. 23.3.1907, 4; Mährisches Tagbl. 31.8.1907, 8, 30.9.1907, 5, 9.10.1907, 4, 11.11.1907, 4, 16.11.1907, 8, 25.1.1908, 4, 13.4.1908, 5; Dt. Nordmährerbl. 18.12.1907, 3, 5.4.1908, 6; Grazer Tagbl. 16.8.1910, 5; Grazer Volksbl. 25.8.1910, 7; Taufbuch 1885 der Pfarre Altlerchenfeld (Wien VII), fol. 194; Trauungsbuch 1912 der Pfarre St. Josef zu Margareten (Wien V), fol. 90; eigene Recherchen (Dt. Bühnen-Jahrbücher).

Autor*innen
Christian Fastl
Letzte inhaltliche Änderung
19.1.2024
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Siebert (Szibert), Familie“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 19.1.2024, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x000fd211
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
August Siebert (2. von links) als Mitglied des Rosé-Quartetts (Radio Wien 28.10.1932, 7)© ANNO/ÖNB

DOI
10.1553/0x000fd211
GND
Siebert Josef: 1043780319
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Siebert Josef: 1043780726
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Siebert Rudolf: 1043780963
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Siebert August: 104378134X
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Siebert Hermine: 1043781714
OBV
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