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Singspiel
Schauspiel mit Gesang bzw. Oper mit gesprochenen Zwischentexten; in deutscher Sprache verfasst, oft mit komischem Inhalt, wird es im 18. Jh. zu einem wichtigen Element der aufklärerischen Volksbildung. Die Wurzeln reichen in Deutschland bis in das 16. Jh. zurück, fanden in Wien in den Hanswurstiaden von A. Stranitzky ab 1710 einen ersten Höhepunkt, doch ist die Blütezeit im gesamten österreichischen Raum erst zwischen 1760 und 1810 anzusetzen (1776 Errichtung des Nationalsingspiels am Burgtheater in Wien); im 19. Jh. näherte sich das S. der Volkskomödie (J. Nestroy, F. Raimund) an bzw. wurde zu einem Vorläufer der Wiener Operette. Weitere regionale Ausformungen erhielt das S. in England (ballad opera), Frankreich ( Vaudeville ) und Norddeutschland.

Im Gegensatz zum norddeutschen S., das als Antwort des Bürgertums auf die höfische Oper anzusehen ist, war das Wiener S. eine durch die Obrigkeit (Hof) den Untertanen diktierte Bildungsinstitution. Von den Reformideen J. v. Sonnenfels und Ch. W. Glucks getragen (die sich massiv gegen die S.-Traditon der Hanswurstiaden aussprachen), arbeitet das S. mit hochsprachlichen Texten, denen eine klare, volkstümliche musikalische Sprache zur Seite gestellt wird; Musiknummern und gesprochene Passagen werden deutlich getrennt aneinandergereiht (in Wien wurde jedoch bald der Musikanteil der Oper angenähert und zulasten des gesprochenen Textes ausgeweitet).


Literatur
MGG 8 (1998); NGroveD 23 (2001); ÖL 1995; Czeike 5 (1997).

Autor(en)
Elisabeth Th. Hilscher
Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Singspiel‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]