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Stein, Stein, Johann Georg Andreas: Familie
Johann Georg Andreas: * 1728-05-066.5.1728 Heidelsheim (heute Bruchsal)/D, † 1792-02-2929.2.1792 Augsburg/D. Klavier- und Orgelmacher. Erlernte bei seinem Vater Johann Georg (?–?) den Orgelbau und arbeitete 1748/49 bei Johann Andreas Silbermann in Straßburg (Strasbourg/F). Er errichtete 1755–57 die Orgel der Barfüßerkirche und 1766 jene der Kreuzkirche in Augsburg. Er war auch Organist, konzentrierte sich jedoch auf den Klavierbau. 1773 gelang ihm die Entwicklung der sog. „deutschen Mechanik“. 1777 erregte er am Wiener Hof mit einer seiner zahlreichen Erfindungen, einem Doppelflügel für zwei Personen, Aufsehen. Auch die Familie Mozart schätzte die Erzeugnisse dieser renommierten Klavierfabrik.

Seine Kinder

Nanette (Maria Anna), verh. Streicher: * 2.1.1769 Augsburg, † 16.1.1833 Wien. Klaviermacherin, Pianistin und Sängerin (Mezzosopran). Wurde wie ihr Bruder Matthäus Andreas vom Vater ausgebildet. Im Alter von 5 Jahren trat sie als Pianistin erstmals öffentlich auf. Sie heiratete 1793 A. Streicher und führte die Tradition des väterlichen Betriebes in Wien fort.

Matthäus Andreas (André): * 12.12.1776 Augsburg, † 6.5.1842 Wien. Klaviermacher. Übersiedelte 1794 mit seiner Schwester nach Wien, wo sie eine gemeinsame Werkstätte eröffneten (bis 1802). 1796 heiratete er Josefa, geb. Dischler († 22.4.1855 Wien), 1803 erhielt er das Meister- und das Wiener Bürgerrecht.

Johann Heinrich: * 9.8.1780 Augsburg, † 17.5.1831 Wien. Klaviermacher. Erhielt 1811 die Befugnis. Sein Sohn Georg (1814–?) war Klavierstimmer.

Friedrich: * 26.5.1784 Augsburg, † 5.5.1809 Wien. Pianist, Komponist. Kam 1794 mit seinen Geschwistern nach Wien und studierte Musik bei J. G. Albrechtsberger. Er konzertierte 1806–09 (u. a. mit Werken von L. v. Beethoven) und gab Klavierunterricht in Wien. Er war mit der Pianistin Karoline Haas (Haar, ?–?) verheiratet.


Werke
Operetten; Pantomime Die Fee Radiante; Violinkonzert, Märsche, Klavierwerke; Lieder.


Matthäus Andreas’ Sohn

Carl Andreas: * 4.9.1797 Wien, † 28.8.1863 Wien. Klavierbauer, Komponist. Wurde im Klavierspiel und -bau unterwiesen und war Kompositionsschüler von E. A. Förster. 1818 trat er in einem Gastspiel der A. Catalani auf, 1823 gab er ein eigenes Konzert, 1824 konzertierte er in Ofen (Budapest). 1829 wurde ihm die Befugnis erteilt. 1830–36 unternahm er Reisen durch ganz Europa, um Erfahrungen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. 1841 kaufte er die Fabrik von C. Graf, wo er einen Musiksalon führte, 1842 leistete er den Bürgereid. Seine Instrumente wurden von den bedeutendsten Pianisten der Zeit bevorzugt verwendet.


Gedenkstätten
Ehrenhalber gewidmetes Grab auf dem Friedhof Hietzing (Wien XIII, s. Abb.).
Ehrungen
k. k. Hof-Fortepiano-Verfertiger 1844; Ehrenmitglied des Musikvereins für Steiermark 1845.
Werke
Walzer Friedensklänge f. Orch. 1856; Kammermusik, Klavierstücke (s. Wurzbach).
Literatur
Th. Bolte, Die Musikerfamilien St. u. Streicher 1917; NGroveD (2001) [J. G. A. St.; mit weiterer Lit.]; Wurzbach 38 (1879); Hopfner 1999; MGG 12 (1965); Riemann 1961 u. 1975; Czeike 5 (1997); ADB 35 (1893); H. Haupt in StMw 24 (1960); Ottner 1977; GerberNTL 4 (1813/14) [F. St.]; DBEM 2003; MGÖ 2 u. 3 (1995).

Autor(en)
Alexander Rausch
Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch, Art. „Stein, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 26/07/2017]

MEDIEN
Grab von Carl Stein auf dem Friedhof Hietzing (Wien XIII)
Grab von Carl Stein auf dem Friedhof Hietzing (Wien XIII)

GND
Stein, Johann Georg Andreas
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Stein, Nanette
Weiterführende Literatur (OBVSG)
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Stein, Matthäus Andreas
Weiterführende Literatur (OBVSG)
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Stein, Friedrich
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Stein, Carl Andreas
Weiterführende Literatur (OBVSG)

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