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Stolz, Stolz, Jakob: Familie
Jakob: * 1832-07-1818.7.1832 Graz, † 1919-06-022.6.1919 Graz. Dirigent, Musikpädagoge. Schüler der MSch. des Musikvereins für Steiermark sowie von S. Sechter in Wien. Als Operndirigent in Graz tätig sowie hier ab 1857 Inhaber einer erfolgreichen MSch., die nach seinem Tod von seinen Töchtern Pauline (?–?) und Susanne († 1933) fortgeführt wurde. Pauline, die Frau des Schulinspektors Viktor Prochaska, der auch als Violinist und Musikkritiker für Grazer Tageszeitungen tätig war, war als Sängerin und – wie ihre Schwester Susanne – Pianistin tätig. Eher unwahrscheinlich, wenn auch in der Literatur öfter angegeben, ist ein Verwandtschaftsverhältnis mit der Sängerin Teresa St. (1834–1902).
Gedenkstätten
Gedenktafel nahe dem Türkenbrunnen und dem „Starcke-Häuschen“ am Grazer Schlossberg (s. Abb.).
Ehrungen
Ehrenmitglied des Musikpädagogischen Verbandes 1914.
Werke
Kirchenmusik, Lieder, Salonmusik, Tänze, Märsche.
Schriften
Schematischer Lehrplan eines rationellen Klavierunterrichtes 1888; Katechismus der Akustik 1893.
Literatur
C. A. Klug, J. St. (1832–1919). Leben u. Werk eines vergessenen Grazer Komponisten, Dipl.arb. Graz 2003; StMl 1962–66 u. 2009; Musikpädagogische Zs. 4/1 (1914), 7.


Seine Frau Ida, geb. Bondy: * 27.9. [StMl: 11.] 1841 Graz, † 16.4.1903 Graz. Pianistin. Als Klavierlehrerin (an der MSch. ihres Mannes) und Konzertpianistin in Graz tätig.


Literatur
C. A. Klug, J. St. (1832–1919). Leben u. Werk eines vergessenen Grazer Komponisten, Dipl.arb. Graz 2003; StMl 1962–66.


Deren Söhne

Leopold: * 8.9.1866 Graz, † 7.9.1957 Lohr am Main/D. Komponist, Dirigent. Schüler seines Vaters, später bei C. H. Reinecke und Simon Jadassohn am Konservatorium in Leipzig/D. Theaterkapellmeister in Karlsbad, Berlin und am Hessischen Staatstheater Wiesbaden/D. Mit F. Busoni befreundet. Ab 1899 war er auch Solokorrepetitor bei den Bayreuther Festspielen. L. St. verlor am Ende des Zweiten Weltkrieges seinen Besitz mit allen Kompositionen. Ab 1945 lebte er in Lohr.


Werke
Orchesterwerke (Ouvertüre Das Leben ein Traum, Totenlieder), Klaviermusik, Oper Waldmärchen (UA Graz 1923; T: Paul Busson).
Literatur
Kosch 4 (1998); StMl 1962–66; MGG 12 (1965) [R. St.].


Robert Elisabeth: * 25.8.1880 Graz, † 27.6.1975 Berlin. Komponist, Dirigent. Erster Musikunterricht von seinen Eltern, dann bis 1896 von R. Fuchs am Konservatorium der GdM und von Engelbert Humperdinck in Berlin. 1897 wurde er Repetiteur-Assistent am Grazer Stadttheater, 1898 Korrepetitor und 2. Kapellmeister in Marburg an der Drau, wo seine erste Operette Studentenulke aufgeführt wurde. 1902 Operetten-Kapellmeister am Salzburger Stadttheater, 1903 als Dirigent eines Wiener Operettenensembles in Russland, kurze Zeit Kapellmeister eines französischen Zirkus in Berlin. 1903–05 am Deutschen Theater in Brünn, ab 1907 (1905?) am Theater an der Wien, wo er sich als Dirigent der „silbernen“ Operettenära einen Namen machte (u. a. von F. Lehárs Lustiger Witwe). 1910 gelang ihm mit der Operette Das Glücksmädel der Durchbruch, 1911 war er mit seinem Chanson Servus, du! erfolgreich. 1913 komponierte er seine erste Filmmusik (Der Millionenonkel), 1919 folgten mit dem Onestep Hallo, du süße Klingelfee und dem Foxtrott Salome sowie 1921 mit der am Raimundtheater uraufgeführten Operette Der Tanz ins Glück internationale Bekanntheit. 1924 erlitt er mit einer eigenen Bühne („R.-St.-Bühne“, ehemals Variété „Max und Moritz“) Konkurs und übersiedelte nach Berlin, wo er die Musik für Operetten und Filme schrieb. 1935 kehrte er nach Wien zurück. 1938 Emigration (Exil) nach Paris, 1940 in die USA, komponierte hier Musik für Hollywoodfilme und dirigierte Wiener Musik (Zyklus A Night in Vienna). 1946 zählte er zu den ersten Künstlern, die nach Wien zurückkehrten. Ab 1952 war er musikalischer Leiter und Komponist der Wiener Eisrevue (Revue). Bis kurz vor seinem Tod dirigierte er Konzerttourneen unter dem Motto Eine Nacht in Wien. R. St. gilt als letzter und besonders fruchtbarer Vertreter der sog. Wiener Operette. Seine Werke haben im 20. Jh. nicht wenig zum Klischee von der Musikstadt Wien begetragen. Er war in 1. Ehe ab 1904 mit der Operettensängerin G. Holm, in 2. ab 1920 mit der Diseuse F. Ressel , in 3. ab 1923 mit Josefa Maria „Josefine“ Zernitz, in 4. ab 1926 mit Margarete „Lilli“ Karner und in 5. ab 1946 mit Yvonne Luise Ulrich („Einzi“; 1912–2004), die auch seine erfolgreiche Managerin war, verheiratet.


Gedenkstätten
Ehrengrab am Wr. Zentralfriedhof; mehrere R.-St.-Briefmarken; R.-St.-Platz (Wien I); Denkmäler: Wien I, Stadtpark; Dr. Ralph Benatzky Promenade in St. Wolfgang/Sb (s. Abb.); Büsten: Raimundtheater, Wien VI; Grazer Stadtpark (R.-St. Promenade); R.-St.-Gasse (Graz III); Gedenktafeln: Graz I, Schmiedgasse 26 u. Mehlplatz 1, Bad Ischl, Kaiser Franz-Josef-Straße 8 (s. Abb.); R. St. Museum am Mehlplatz 1; R.-St.-Stiftung.
Ehrungen
Oscarnominierungen f. die Filmmusik zu Spring-Parade 1941 u. It Happened Tomorrow 1944; Prof.-Titel 1947; Bürger der Stadt Wien 1947; Ehrenmitglied der AKM 1947; Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der BRD 1963; Brucknerring der Wiener Symphoniker ; Ehrenring der Stadt Graz 1965; Ehrenring des Landes Steiermark 1968; Orden der jugoslawischen Fahne am Goldenen Band 1967; Bundesfilmpreis in Gold der BRD 1969; Commandeur des Ordens von Oranje-Nassau 1969; Commandeur im Kronorden (Belgien) 1969; Ehrenring der Bregenzer Festspiele 1969; Ehrenbürger von Wien, Graz und St. Wolfgang/Sb 1970; Ehrenkreuz f. Wissenschaft u. Kunst I. Kl. der Republik Österreich 1970; Ehrenring der Volksoper Wien 1970; Jerusalem-Medaille 1971; Grand Prix du Disque f. die Interpretation v. Wr. Musik auf 20 LPs 1973/74; Ehrenmitglied des Österreichischen Komponistenbundes.
Werke
Oper Die Rosen der Madonna 1920; über 60 Operetten (u. a. Manöverliebe 1904, Das Glücksmädel 1910, Du liebes Wien 1913, Der Favorit 1916, Das Sperrsechserl 1920, Der Tanz ins Glück 1920, Die Tanzgräfin 1921, Mädi 1923, Wenn die kleinen Veilchen blühen 1932, Venus in Seide 1932, Beiträge zu R. Benatzkys Im weißen Rössl 1931, Night of Love 1941, Drei von der Donau 1947, Frühling im Prater 1949, Rainbow Square 1951, Trauminsel 1962, Wiener Café 1965); musikalische Komödie Schicksal mit Musik, Singspiel Signorina 1954, Musical-Revue Hallo, das ist die Liebe 1957; über 100 Filmmusiken (Zwei Herzen im Dreivierteltakt 1930, Die lustigen Weiber von Wien 1931, Hochzeit am Wolfgangsee 1933, Frühjahrsparade 1934 [Spring Parade 1941], Ich liebe alle Frauen 1935, Herbstmanöver 1935, Ungeküßt sollst du nicht schlafen gehen 1936, It Happened Tomorrow 1944, Rendezvous im Salzkammergut 1948, Der Tanz ins Glück 1951, Die Deutschmeister 1955, Im Prater blühn wieder die Bäume 1958, Verliebt in Österreich 1967 [Kultur- u. Fremdenverkehrs-Werbefilm]); Eisrevuen; Walzer, Märsche; Chansons, Tanzschlager u. Wienerlieder (Liedtitel Servus Du!, In Wien gibt’s manch winziges Gasserl, Im Prater blühn wieder die Bäume, Hallo du süße Klingelfee, Du sollst der Kaiser meiner Seele sein, Zwei Herzen im Dreivierteltakt, Mein Liebeslied muß ein Walzer sein, Adieu mein kleiner Gardeoffizier, Wenn die kleinen Veilchen blühn, Leutnant warst Du einst bei den Husaren, s. Abb.); Klavierwerke. – posthume Zusammenstellungen aus dem Nachlass: Musical Das Konzert 1977 (T: H. Bahr), Multimediashow R. St. u. sein Jh. 1977 (Opernhaus Graz, mit M. Prawy).
Schriften
gem. m. Einzi St., Servus Du. R. St. u. sein Jh. 1980.
Literatur
G. Holm, Im ¾ Takt durch die Welt 1948; W. D. Brümmel/F. van Booth, R. St. Melodie eines Lebens 1967; O. Herbrich, R. St. König der Melodie 1975, 21977; S. Pflicht (Hg.), R. St. WV 1981; K. Eidam, R. St. 1989; E. Semrau, R. St. Sein Leben. Seine Musik 2002; R. Ulrich, Österreicher in Hollywood 1993; Biogr. Hb. der dtspr. Emigration 1983; Kosch 4 (1998); MGG 12 (1965) u. 16 (1979); Lang 1986; InterpretenL 1992; Czeike 5 (1997); NGroveDO 4 (1992); NGroveD 23 (2001); StMl 1962–66; DBEM 2003; Ackerl/Weissensteiner 1992; Riemann 1961 u. 1975; Orpheus im Exil 1995; Personenlex. Öst. 2001; [Kat.] Musik i. d. St. 1980; Salzburger KulturL 2001; Baker 1984; Kürschner 1954; F-A 1936 u. 2 (1978); Müller-Asow 1929; Ulrich 1997; Suppan 1994; MGÖ 3 (1995); Hauenstein 1976 u. 1979; ÖMZ 30 (1975), 418 u. 46 (1991), 570; Kurier 7.5.2000; Der Standard 29.1.2004; Die Presse 29.1.2004; Kleine Ztg. 29.1.2004; http://wt.adler-wien.eu (4/2014); www.akm.at (2/2015); Slg. Moißl. – Teilnachlass WStLB.

Autor(en)
Barbara Boisits
Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Stolz, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 12/03/2018]

MEDIEN
Gedenktafel am Grazer Schlossberg
Gedenktafel am Grazer Schlossberg
Robert Stolz (Die elfte Muse. Ein Führer durch die moderne Cabaret-Literatur, 43 [1914])
Robert Stolz (Die elfte Muse. Ein Führer durch die moderne Cabaret-Literatur, 43 [1914])
Robert Stolz, karikiert von Dolbin (Der Götz von Berlichingen 3/42 [1924], 6)
Robert Stolz, karikiert von Dolbin (Der Götz von Berlichingen 3/42 [1924], 6)
Robert Stolz, um 1970© Bildarchiv Austria, ÖNB
Robert Stolz, um 1970  © Bildarchiv Austria, ÖNB
Denkmal an der Dr. Ralph Benatzky Promenade in St. Wolfgang/Sb
Denkmal an der Dr. Ralph Benatzky Promenade in St. Wolfgang/Sb
Gedenktafel am Café Ramsauer, 	Kaiser-Franz-Josef-Straße 8, Bad Ischl
Gedenktafel am Café Ramsauer, Kaiser-Franz-Josef-Straße 8, Bad Ischl

GND
Stolz, Jakob
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Stolz, Ida,
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Stolz, Leopold
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Stolz, Robert
Weiterführende Literatur (OBVSG)

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