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Storch, Storch, Anton M. Familie
Anton M. (eig. Anton Einsiedler): get. 23.12.1813 Wieden (heute Wien IV), † 1887-12-3131.12.1887 Wien. Komponist. St. führte zeit seines Lebens die Namensform Anton M., was immer wieder zu verschiedenen Spekulationen über seinen zweiten Namen führte. Der Sohn eines Taschnermeisters wurde auf den Namen „Anton Einsiedler“ getauft, somit dürfte das von St. geführte M. für „Monachus“ stehen, wodurch er auf seinen Namensgeber (Hl. Antonius „der Große“, Einsiedler und Mönchsvater) hinwies. St. zeigte früh musikalisches Talent, erhielt ersten Musikunterricht von einem Michael Eckel und besuchte das Konservatorium der GdM, wo er bei G. Hellmesberger d. Ä. und Jos. Böhm auch Violine studierte, privat auch bei F. J. Clement und J. Mayseder; Kompositionsstudien bei E. Kessler und I. R. v. Seyfried. Nach dem Tod F. J. Clements wurde er Soloviolinist und Orchesterdirektor am Theater an der Wien, danach Kapellmeister am Wiener Carltheater und am Theater in der Josefstadt. 1843 gehörte St. zu den Mitbegründern des Wiener Männergesang-Vereins , dem er 1843–51 als 1. Chormeister (neben G. Barth) vorstand, nachdem die beiden provisorischen Chormeister (Oktober bis Dezember 1843), C. F. Füchs und I. Lewinsky, zurückgetreten waren. 1854–60 wirkte er in Linz als Musikdirektor des Musikvereins, der Liedertafel „Frohsinn“ (1855–60), des Vereins für gemischten Chorgesang und als Operndirigent. 1860 kehrte er nach Wien zurück und war neuerlich Kapellmeister am Josefstädter Theater, am Carltheater und am Strampfer-Theater (F. Strampfer). 1863–67 Bundeschormeister des Niederösterreichischen Sängerbundes (Stellvertreter: J. K. Metzger [1863–65] und F. Mair [1865–67]). Zu seiner finanziellen Unterstützung wurde nach seiner Pensionierung (1870/71) ein von den österreichischen Männergesangvereinen finanzierter St.-Unterstützungsfond gegründet. In seinen Männerchören, denen bald eine sentimentale Süßlichkeit attestiert wurde, steht er dem Liedertafelstil Franz Abts nahe; häufig verwendete er den sog. Brummchor zur Begleitung der die Melodie vortragenden Oberstimme.
Gedenkstätten
Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof; Gedenktafel am Haus Wien VIII, Buchfeldgasse 6.
Ehrungen
Ehrenmitglied des Wr. MGV.es u. der Liedertafel „Frohsinn“ in Linz 1851, des Niederösterr. Sängerbundes 1872; mehr als 100 Ehrenmitgliedschaften in- u. ausländischer Männergesang- u. Musikvereine.
Werke
Opern und Operetten (Romeo und Julie, Der Schneider von Kabul, Amaranth, Die Zaubergaben), Zauberspiele, Possen, Pantomimen, Bühnenmusiken, Kirchenmusik, Männerchöre (Bundeslied, Nachtzauber, Nun fangen die Weiden zu blühen an), Lieder (s. Abb.), Potpourris (WV bei Wurzbach).


Seine Kinder

Max (Maximilian Michael Anton): * 29.4.1838 Wieden, † 20.9.1894 Wien. Tänzer. Kam 1846 ans Theater in der Josefstadt zu P. Rainoldi, weitere Ausbildung als Eleve am Kärntnertortheater, wo er 1863 Corpsmitglied wurde. 1855–60 als Mitglied der Liedertafel „Frohsinn“ in Linz nachweisbar, hier wohl auch als Tänzer tätig. 1864 Ballettmeister in Olmütz und 1865 am Carltheater; wirkte als Tanzlehrer auch in Pest, Pressburg, Klagenfurt und Laibach. Kam schließlich neuerlich an die Hofoper, wo er ab Oktober 1870 jedoch nur mehr einmal monatlich auftrat, 1877–85 war er Inspizient an der Hofoper. Daneben als Tanzlehrer tätig, betrieb er ab 1883 eine private Tanzschule, die nach seinem Tod von seiner zweiten Frau Hermine weitergeführt wurde. M. St. war bis zu seinem Tod Präsident des Wiener Tanzmeisterclubs. Knapp vor seinem Tod feierte er noch sein 40-jähriges Tanzlehrerjubiläum.

Anton: * 25.12.1843 Wien, † 19.4.1873 Wien. Theaterkapellmeister und Komponist. Wurde vom Vater unterrichtet und erhielt zunächst eine Kapellmeisterstelle am Josefstädter Theater, danach wirkte er bis zu seinem frühen Tod in gleicher Eigenschaft in Olmütz, Esseg (Osijek/HR), Wiener Neustadt sowie am Wiener Strampfer-Theater und am Grazer Theater.


Werke
Possen, Schwänke, Musik zu Volksstücken, Männerchöre, Lieder, Potpourris.


Minna (Eckert-St.): * 5.7.1845 Wien, † 5.4.1931 Wien. Schauspielerin und Sängerin. Debütierte bereits 1855 in Linz. 1888–94 war sie am Theater in der Josefstadt engagiert.


Literatur
Wurzbach 39 (1879); Adametz 1943; Kosch 4 (1998); Czeike 5 (1997); Beiträge v. V. Keldorfer u. A. Decker in E. Bild (Hg.), [Fs.] Der Niederösterr. Sängerbund 1863–1913, 1913; Stieger II/3 (1978); ADB 36 (1893); J. Jernek, Der österr. Männerchorgesang im 19. Jh., Diss. Wien 1937; Musiker-Courier 24.8.1879 [Foto]; Dt. Kunst- u. Musik-Ztg. 3. u. 11.1.1888 [Foto]; R. Fischer (Hg.), Das dt. Chormeisterbuch 1925; F. J. Ewens, Lex. des dt. Chorwesens 1954; A. Kränzl, Gesch. des nied.-österr. [sic!] Sängerbundes 1863–1888, 1888, 7, 14, 23 u. 44ff; K. Kerschbaum, Chronik der Liedertafel „Frohsinn“ in Linz 1895, 19, 23, 31, 255 u. 299; F-A 1936; MGÖ 2 (1995); Ulrich 1997 [St., Eckert-St.]; Raab 1994 [M. St.]; W. Beetz, Das Wr. Opernhaus 1869 bis 1945, 1949, 62 [M. St.]; Eisenberg 1893 [Minna St.]; ÖBL 13 (2010); Montags-Ztg. 19.2.1894, 2; Neues Wr. Journal 9.10.1894, 5; WStLA (Lehmann-Adressbücher 1880–96; TBP 1887); Taufbuch 1813–17 der Pfarre Wieden, fol. 80; Taufbuch 1838–40 der Pfarre Wieden, fol. 43; Trauungsbuch 1875–97 der Pfarre Purkersdorf/NÖ, fol. 95; Sterbebuch 1893–97 der Pfarre St. Josef zu Margareten (Wien V), fol. 98; eigene Recherchen (Bühnen- u. Theateralmanache 1888–94).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Storch, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 24/01/2017]