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Süßmayr Süßmayr Franz Xaver (Sießmayr, Süssmayr, Süssmayer, Süßmayer), Brüder
Franz Xaver (Pseud. Francesco Saverio Dolcevillico): * --1766 1766 Schwanenstadt/OÖ, 1803 -09-1717.9.1803 Wien. Kapellmeister und Komponist. Nach erstem Musikunterricht beim Vater Franz Karl S. (* 1743 [Ort?], † 14.11.1805 Schwanenstadt), der Schullehrer und Regens chori war, besuchte S. 1779–84 das Benediktinergymnasium im Stift Kremsmünster und anschließend die dortige Ritterakademie (Philosophie und Jus). Daneben betätigte sich S. als Organist, Violinist und Sänger, Musikunterricht erhielt er von P. M. Piessinger und wohl auch P. G. Pasterwiz. Während dieser Zeit entstanden nicht nur kirchenmusikalische Werke, sondern ab 1785 auch verschiedene Bühnenmusiken und Singspiele, die im Stift und in Linz zur Aufführung gelangten. 1788 kam er gemeinsam mit J. M. Vogl nach Wien und war zunächst Schüler von W. A. Mozart, mit dem er freundschaftlich verbunden blieb, nach dessen Tod von A. Salieri. Mozart versuchte S. als Komponisten nachhaltig zu fördern, er soll ihm die Komposition der Secco-Rezitative von La clemenza di Tito anvertraut haben. 1792 wurde S. Kapellmeister-Substitut am K. k. Nationaltheater (Burgtheater), 1794–1803 war er hier Kapellmeister der deutschen Oper. Er schrieb zahlreiche Singspiele und Opern, die am Burgtheater sowie am Freihaustheater, am Theater an der Wien und am Kärntnertortheater erfolgreich uraufgeführt wurden. In die Musikgeschichte ging S. jedoch v. a. als Vollender von Mozarts Requiem ein, was vor ihm bereits F. J. Freystädtler, J. Eybler und vielleicht auch Abbé , M. Stadler versucht hatten. Er war mit F. X. Glöggl sen., M. Haydn, I. Schuppanzigh, A. P. Stadler, A. Stoll und P. Wranitzky befreundet, 1801 kam er mit L. v. Beethoven in Kontakt.
Gedenkstätten
S.straße (Schwanenstadt); Süßmayergasse (Wien X) 1906–82.
Werke
26 Singspiele, Operetten u. Opern (Der Spiegel von Arkadien 1794 [T: E. Schikaneder], Idris u. Zenide 1795 [T: K. L. Giesecke], Soliman der Zweite 1799 [T: Fr. X. Huber]), 4 Ballette, 4 Messen, 2 dt. Requien (s. Abb.), 1 Te Deum, kleinere Kirchenmusik, Lieder, Chöre, 4 Symphonien, Tänze u. Märsche, Kammermusik, Klavierstücke.


Sein Halbbruder Joseph: * 1776 Schwanenstadt, † 21.9.1830 Schwanenstadt. Lehrer und Musiker. Wirkte ab 1790 als Schulgehilfe und in der Nachfolge seines Vaters bis 1830 als Schullehrer in seiner Heimatstadt, wo er auch Stadtkapellmeister und Chorregent war und bereits 1822 einen Kirchenmusikverein gegründet haben soll.


Literatur
Lit (chron.): Wurzbach 40 (1880); W. Lehner, F. X. S. als Opernkomponist, Diss. Wien 1927; J. Winterberger, F. X. S. Leben, Umwelt u. Gestalt, Diss. Innsbruck 1946; Bauer 1955; Kellner 1956; E. Hess in MozartJb 1959; Beiträge v. K. Marguerre u. H. W. Hamann in MozartJb 1962/1963; H. H. Hausner in Mitt. d. Int. Stiftung Moz. 11 (1963); H. H. Hausner, F. X. S. 1964; MGG 12 (1965); L. Nowak in MozartJb 1973/74; W. Wlcek, F. X. S. als Kirchenkomponist 1978; Stieger II/3 (1978); R. Levin in MozartJb 1991; Ch. Wolff, Mozarts Requiem 1991; H. C. R. Landon (Hg.), Das Mozart Kompendium 1991; P. Clive, Mozart and His Circle 1993; MGÖ 2 (1995); Czeike 5 (1997); Kosch 4 (1998); E. Duda, Das musikalische Werk F. X. S.s, Thematisches WV (SmWV) 2000; NGroveD 24 (2001); E. Duda in Wr. Geschichtsbll. 60/2 (2005); R. Flotzinger in L Vikárius/V. Lampert (Hg.), [Fs.] L. Somfai (2005); www.suessmayr.at (10/2005); E. Duda in K. Petermayr/E. W. Partsch (Hg.), Streifzüge 1. Beiträge zur oberösterr. Musikgesch. 2007.

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Süßmayr (Sießmayr, Süssmayr, Süssmayer, Süßmayer), Brüder‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]