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Suppè Suppè true (auch Suppé, eig. Suppe Demelli), Franz (Francesco Ezechiele Ermenegildo) von
* 1819 -04-1818.4.1819 [S. selbst: 1820] Spalato/Dalmatien (Split/HR), 1895 -05-2121.5.1895 Wien. Komponist, Kapellmeister. Der Neffe von Ga. Donizetti erhielt in Zara (Zadar/HR) Musikunterricht, wo 1835 auch seine erste Messe F-Dur (Missa dalmatica) erklang. Er ging nach Padua/I, um dort Jus zu studieren, beschäftigte sich aber in Italien (Mailand) mehr mit den Opern von G. Rossini, Donizetti und G. Verdi. 1835 übersiedelte er nach Wien und studierte bei I. v. Seyfried. 1840 wurde er durch dessen Vermittlung 3. (zunächst unbezahlter) Kapellmeister am Theater in der Josefstadt, wo bis 1845 zahlreiche Werke entstanden. Der Direktor F. Pokorny setzte S. nicht nur an seinen anderen Bühnen in Baden, Ödenburg und Pressburg ein, sondern nahm ihn als „Chef-Komponist und -Dirigent“ an das Theater an der Wien mit. Dort wirkte er 1845–62 neben A. Lortzing und Ad. Müller. Mit Das Pensionat (1860) gilt S. als Wegbereiter der Wiener Operette. Nach Pokornys Konkurs wechselte er 1862 an das Kaitheater (unter K. Treumann), 1865 an das Carltheater, wo seine bekanntesten Operetten Die schöne Galathée, Fatinitza und Boccaccio entstanden. Von seiner übrigen Vokalmusik erwähnenswert sind das zur zweiten „Staatshymne“ (Hymnen) gewordene Lied O du mein Österreich (aus dem romantischen Märchen s’Alraunl [1849], Vertonung als Marsch von F. Preis [1852], mit neuem Text als Jubiläumsausgabe bei T. Haslinger 1879 erschienen) und der für den Weltfriedenskongress in Bern 1892 geschriebene Chor Die Waffen nieder (nach Bertha von Suttner). 1876 besuchte er die ersten Bayreuther Festspiele. Ab 1876 verbrachte er die Sommermonate in Gars am Kamp/NÖ, wo sich heute ein S.-Museum befindet. Nach 1882 widmete sich S. seinem Schaffen und dem Unterricht (Schüler u. a. C. Millöcker; A. Materna erhielt von ihm Italienischunterricht).
Gedenkstätten
Ehrengrab Wr. Zentralfriedhof; Gedenktafel am Sterbehaus Opernring 23 (Wien I); Suppégasse (Wien XIII); Museum Gars am Kamp.
Ehrungen
Franz-Josephs-Orden 1885; Ehrenbürger von Gars am Kamp 1891.
Werke
31 Operetten u. komische Opern (Das Pensionat 1860; Die schöne Galathée 1865; Leichte Kavallerie 1866; Fatinitza 1876; Boccaccio 1879; Donna Juanita 1880; Die Jagd nach dem Glück 1888); Begleitmusik zu Possen (Ein Morgen, Mittag u. Abend in Wien 1844; Dichter u. Bauer 1846); Symphonie; Kammermusik (Streichquartette); Chorwerke (Die Waffen nieder 1892); geistliche Musik (Missa dalmatica f. Männerchor 1835, Erstdruck 1877 [NA v. R. Boss 2003]; Requiem); Lieder (s. Abb.). – Nachlass: WStLB.
Literatur
J. Kromer, F. v. S., Diss. Wien 1941 [mit WV]; O. Schneidereit, F. v. S. 1977; MGG 12 (1965); Czeike 5 (1997); NGroveD 24 (2001) [mit WV]; Riemann 1961 u. 1975; SchubertL 1997; Wurzbach 40 (1880) [mit WV]; DBEM 2003; Erhart 1998; E. u. F. Anzenberger/W. Schwanzer, Märsche der k. u. k. Zeit 2004, 102–104; MGÖ 2 u. 3 (1995); Bauer 1955.

Autor(en)
Alexander Rausch
Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch, Art. „Suppè (auch Suppé, eig. Suppe Demelli), Franz (Francesco Ezechiele Ermenegildo) von‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]

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