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Swarowsky, Swarowsky, true Hans
* 1899 -09-1616.9.1899 Budapest, 1975 -09-1010.9.1975 Salzburg. Dirigent, Pädagoge. Unehelicher Sohn des Industriellen Josef Kranz. 1917–19 Militärdienst und Gefangenschaft, 1919–21 Studium der Kunstgeschichte und Philosophie an der Univ. Wien, 1920 Unterricht bei A. Schönberg, dann mehrere Jahre bei A. Webern, Ersatzpianist im Verein für musikalische Privataufführungen, 1923 Korrepetitor und 1925–27 Chordirektor und Kapellmeister an der Wiener Volksoper, 1927–31 Kapellmeister in Stuttgart/D, 1932–34 Musikalischer Oberleiter in Gera/D, 1934/35 1. Kapellmeister in Hamburg/D. Seit 1935 enger Kontakt mit R. Strauss (Mitarbeit am Capriccio-Libretto). 1935/36 1. Kapellmeister an der Berliner Staatsoper „Unter den Linden“, ab 1936 Dirigierverbot. 1938–40 1. Kapellmeister in Zürich/CH. Ab 1940 Operntextbearbeiter der Reichsstelle für Musikbearbeitungen in Berlin, Dramaturg an der Münchner Oper, bei den Salzburger Festspielen und Übersetzer von Opernlibretti (G. Verdi, G. Puccini, Ch. W. Gluck etc.). 1944/45 Chefdirigent der Philharmonie des Generalgouvernements Krakau (Kraków/PL), 1946/47 Chefdirigent der Wiener Symphoniker, 1947–49 Direktor der Grazer Oper, 1947–70 Leiter der Kapellmeisterklasse an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien, 1947–54 Leiter der Ausseer Festwochen der Musikakademien, 1957–59 Chefdirigent des Scottish National Orchestras Edinburgh, ab 1954 Gastspiele in Europa, Nord- und Südamerika, Japan und Israel, ab 1959 Wiener Staatsoper. Ab 1950 Schallplatten- und ab 1960 TV-Aufnahmen. Dirigentenkurse (1958 Brüssel, 1960–65 Nizza/F, 1967 USA, 1971–74 Ossiach/K, 1974 Wiener Meisterkurse). S. galt als Spezialist für Aufführungspraxis, Kunst- und Kulturgeschichte und verfasste dazu zahlreiche Texte. Als Dirigent widmete er sich v. a. den Werken G. Mahlers und der Wiener Klassik. Er revolutionierte den Dirigierunterricht: Erfassen des Formaufbaus mit Hilfe der Schönbergschen Taktgruppenanalyse, Befreiung von falschen Traditionen, historisch fundierte Kenntnisse zur Aufführungspraxis, Fähigkeit, ohne pathetische Selbstdarstellung zu wirken. Zu seinen Schülern zählen u. a. C. Abbado, P. Angerer, P. Burwik, M. Caridis, Gabriel Chmura, Jacques Delacote, J. Demus, Adam Fischer, C. Floros, H. Froschauer, W. Gabriel, Miguel Gomes-Martinez, Th. Guschlbauer, Alexis Hauser, Mariss Jansons, Dimitri Kitaenko, G. Lagrange, A. Logothetis, Jesús López Cobos, Zubin Metha, E. Ortner, M. Radulescu, G. Sinopoli, Stefan Soltesz, G. Theuring, E. Urbanner, André Vandernoot, Bruno Weil. 1999 veranstaltete die Österreichische Gesellschaft für Musik, 2001 die MUniv. Wien ein S.-Symposion.
Gedenkstätten
Ehrengrab Wr. Zentralfriedhof.
Ehrungen
Große Ehrenplakette des Österr. Rundfunks 1965; Großes Ehrenzeichen f. Verdienste um die Republik Österreich 1968; Mozart-Medaille der Mozartgemeinde Wien 1968; Ehrenmedaille der Stadt Wien 1970; Österr. Ehrenzeichen f. Wissenschaft u. Kunst 1974; Ehrenring der Stadt Wien 1974; Goldmedaille der Internationalen Gustav-Mahler-Gesellschaft 1974.
Schriften
Wahrung der Gestalt, hg. v. M. Huss 1979.
Literatur
ÖMZ 55/3 (2000); G. v. Noé in Das Orchester 42/6 (1994); M. Grassl/R. Kapp (Hg.), Aufführungslehre der Wr. Schule 2002; K. Wilhelm, Fürs Wort brauche ich Hilfe. Die Geburt der Oper Capriccio v. Richard Strauss u. Clemens Krauss 1988.

Autor(en)
Erika Hitzler
Empfohlene Zitierweise
Erika Hitzler, Art. „Swarowsky, Hans‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]

MEDIEN
Hans Swarowsky mit dem österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst, 16.9.1974© Bildarchiv Austria, ÖNB
Hans Swarowsky mit dem österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst, 16.9.1974  © Bildarchiv Austria, ÖNB

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