Logo IKM
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Teyber Teyber true (Teiber, Tayber, Täuber, Teuber, Deiber, Taiber, Taube, Tauber, Theyber, Toiber), Familie
Wiener Musikerfamilie

Matthäus (eig. Matthias): get. 25.6.1710 Weinzierl bei Atzenbrugg/NÖ, † 6.9.1785 Wien. Violinist. Über seine Ausbildung ist nichts bekannt, anlässlich seiner Verehelichung 1741 (Trauzeugen: F. I. A. Tuma und J. Bonno) mit Theresia Riedl, der Tochter des Musikers Michael Riedl, ist er bereits als Musiker in der Kapelle von Elisabeth Christine (1691–1750), der Witwe Karls VI., bezeugt. Danach Theatermusiker, 1757 [Köchel: 1767] Hofmusiker. T. und seine Familie waren spätestens ab 1773 – vielleicht aber schon seit 1767/68 – mit der Familie Mozart bekannt. 1772 wurde er Mitglied der Tonkünstler-Sozietät. Seine Kinder

Maria Elisabeth Victoria Vincentia (verh. Marchesa von Venier): get. 16.9.1744 Wien, † 9.5.1816 Wien. Sängerin (Sopran). Studierte bei J. A. Hasse und V. Tesi, vielleicht auch bei J. Bonno. 1762–67 trat sie an den Wiener Hoftheatern in italienischen Opern auf, am 30.1.1765 wirkte sie bei der UA von Ch. W. Glucks Telemaco o sia L’Isola di Circe mit. 1767 zeigte sich L. Mozart von ihrer Darbietung in J. A. Hasses Partenope wenig beeindruckt. 1768–70 sang sie in Italien (Venedig, Neapel, Bologna und Florenz) und 1770/71 in St. Petersburg/RUS. Anschließend ist T. 1773–77 neuerlich in Italien (Bologna, Turin, Mailand, Neapel) nachweisbar, teilweise in Begleitung ihres Bruders Anton. Über weitere Engagements fehlen entsprechende Quellen, eine Karriere-Unterbrechung aus gesundheitlichen Gründen ist nicht auszuschließen. Am 15.4.1770 heiratete T. in Venedig den viel älteren venezianischen Adeligen Leonardo Venier à S. Felice († 1781), einen Förderer des jungen F. L. Gaßmann, in geheimer Ehe. Spätestens 1784 kehrte sie nach Wien zurück.

Friedrich Anton (Edler von): get. 13.6.1748 Wien, † 8.1.1829 Wien. Beamter und Violinist. War Hofsekretär bei der obersten Justizstelle Wiens und wird bei seinem Tod als „jubil. kk. Hofsekretär u. Inhaber der grossen Verdienst Medaille mit Kette“ bezeichnet. Er ist als talentierter Amateurviolinist bezeugt.


Ehrungen
Nobilitierung.


Maria Barbara Francisca: get. 7.12.1750 Wien, † 30.1.1832. Sängerin (Sopran). Sang in der UA von J. Haydns Oratorium Il ritorno di Tobia am 2.4.1775 im Kärntnertortheater die Rolle des Raffaelle.

Anton Adrian: get. 8.9.1756 Wien, † 18.11.1822 Wien. Organist, Kapellmeister, Komponist. Studierte nach erster Ausbildung in Wien bei seinem Vater und eventuell bei J. A. oder J. Wöger bis 1775 bei G. B. Martini in Bologna/I und unternahm anschließend Reisen nach Spanien, Portugal, Deutschland und Russland. Spätestens um 1781 (vielleicht schon 1779) zurück in Wien, war er Teilnehmer der Konzerte bei G. v. Swieten und wurde 1784 Mitglied der Tonkünstler-Sozietät. Bis 1783 wirkte T. auch als Violinist an der Minoritenkirche (Wien I). 1787–91 wechselte er als 1. Organist an die Dresdener Hofkapelle. 1791/92 Kapellmeisteradjunkt von J. Weigl am Wiener Nationaltheater (Burgtheater). Ab 1793 war er Hofkomponist und Klavierlehrer der kaiserlichen Kinder. Zu seinen Schülern zählte auch Erzhzg. Rudolph, für dessen Primiz er 1819 seine Missa solemnis in c-Moll schrieb und der nach T.s Tod den Großteil des musikalischen Nachlasses erwarb.


Werke
Melodram Zermes (Zerbes?) u. Mirabelle, 2 Oratorien, 11 Messen (darunter die Missa S. Vincenti Ferreri als Auftragswerk für Maria Theresia [II]), 1 Requiem, kleinere Kirchenmusik, über 30 Symphonien, Konzerte, Klavier- u. Kammermusik, Lieder. – Nachlass: Archiv der GdM.
Schriften
pädagogische Werke (Ms.).


Franz Gabriel Ignaz Bartho[lo]mäus: get. 25.8.1758 Wien, † 21.10.1810 Josefstadt (Wien VIII). Kapellmeister, Organist, Komponist. Schüler seines Vaters und G. Ch. Wagenseils, wirkte bis 1783 als Organist an der Minoritenkirche. Ende 1784 war er für die Theatertruppe von E. Schikaneder und H. Kumpf am Kärntnertortheater tätig, wobei er eigenen Angaben zufolge die Direktion führte. Am 12.8.1785 gelangte seine Oper Laura Rosetti im Theater von J. N. v. Erdödy in Pressburg zur UA, im September 1785 ist er als Musiker in Baden überliefert. Im Winter 1785/86 dürfte er das Theater in Wiener Neustadt bespielt haben, als Dirigent und Komponist bereiste er anschließend mit Schikaneders Truppe Süddeutschland (Augsburg, Freising, Regensburg, Mannheim). 1786 traf er in Salzburg L. Mozart, der ihn als guten Bekannten bezeichnet und seine musikalischen Fähigkeiten lobt. Nach der Trennung von Schikaneder war T. weiterhin unterwegs (1788/89 Karlsruhe/D, 1789 Wien?, 1791–93 Köln/D, 1794/95 Regensburg und Augsburg, 1796–98 Bern). Zurück in Wien schrieb er für die Eröffnung des Theaters an der Wien (13.6.1801), an dem er bis 1805 tätig sein sollte, die erfolgreiche heroische Oper Alexander nach einem Libretto E. Schikaneders; ab 1807 wirkte er am Theater in der Leopoldstadt. Zudem war T. 1803–09 Domorganistenadjunkt und 1809/10 Domorganist zu St. Stephan, knapp vor seinem Tod wurde er k. k. Hoforganist.


Gedenkstätten
T.gasse (Wien XIV) [nach A. T. u. F. T.].
Werke
16 Opern u. Singspiele, 1 Messe, 1 Oratorium, Kammermusik, Tänze, Orgelpräludien.


Therese Barbara Alberta (verh. Arnold): get. 15.10.1760 Wien, † 15.4.1830 St. Ulrich (Wien VII). Sängerin (Sopran) und Schauspielerin. War vielleicht Schülerin von J. Bonno und V. Tesi, am 8.9.1778 gab sie am neu gegründeten Nationalsingspiel ihr Debüt in M. Ulbrichs Frühling und Liebe. In den frühen 1780er Jahren trat sie auch in den Konzerten der Tonkünstler-Sozietät auf. Von W. A. Mozart geschätzt, sang sie am 16.7.1782 in der UA von Die Entführung aus dem Serail das Blondchen. In der unvollendet gebliebenen Oper Lo sposo deluso (1783?, KV 430) dachte ihr Mozart die Rolle der Metilde zu. 1783–85 war T. Mitglied des italienischen Opernensembles am Burgtheater, 1785–91 der deutschen Singspielgesellschaft am Kärntnertortheater. Gemeinsam mit ihrem am 20.1.1786 in der Wiener Peterskirche geehelichten Mann, dem Tenor Philipp Ferdinand Arnold (* 11.10.1757 Großharras/NÖ, † 28.3.1843 Riga), soll sie (um 1786?) eine erfolgreiche Konzertreise nach Deutschland, Polen und Riga unternommen haben.

A.s Töchter

Eleonora (Elena, Helene; verh. Asachi, Asaky): * 30.10.1789 Wien, † 9.5.1877 Jassy, Siebenbürgen/Ungarn (Iaşi/RO). Sängerin, Pianistin, Komponistin. Betrieb musikalische Studien in Dresden und 1822–24 in Wien bei dem Sänger Domenico Donzelli. 1827–63 war sie Professorin am Konservatorium von Jassy und galt auch als gute Klavierbegleiterin. Verheiratet mit dem Schriftsteller Gheorghe Asachi (1788–1869).


Werke
Vaudevilles (Fête pastorale des bergers moldaves 1834, Contrabantul 1837, Ţiganii 1856), Lieder (nach Gedichten ihres Mannes).


Elisabeth jun. (verh. Zomb): * ca. 1792/95 Wien, † 11.6.1831 Prag. Sängerin (Sopran). Dürfte bereits 1808 als Sängerin aufgetreten sein, 1816 gab sie ihr Debüt am Kärntnertortheater, dem sie bis 1818 angehörte. 1818/19 am Theater an der Wien, 1819/20 am Grazer Theater und 1820–24 in Budapest. Nach einem Gastspiel am Deutschen Theater in Prag dürfte sie ihre aktive Karriere beendet haben und wirkte anschließend als Gesanglehrerin am Prager Konservatorium. 1825 heiratete sie den Oboisten und Musikprofessor Franz? Zomb († nach 1832).

In der älteren Literatur häufig verwechselt mit den Schwestern Th. u. E. T. wurde die nicht mit der Familie verwandte Sopranistin Maria Anna Tauber (Teuber, verh. Pauersbach; ca. 1760– nach 1778). Sie sang 1777/78 in der Operntruppe von N. v. Esterházy, im März 1778 wurde sie an das Wiener Nationaltheater engagiert. In der UA von M. Ulbrichs Frühling und Liebe sang sie an der Seite von Th. T. Weitere Wiener Auftritte waren weniger erfolgreich, Ende September 1778 kehrte sie nach Eszterháza zurück und ehelichte den Direktor des dortigen Marionettentheaters, Joseph Karl Michael v. Pauersbach († nach 1784), mit dem sie Ende 1778 nach Russland ging. Ebenfalls in keiner verwandtschaftlichen Beziehung zur Familie T. stand der Cellist Clemens Tauber (?–?), der 1788–90 dem Orchester des Fürsten Esterházy angehörte.


Literatur
MGG 16 (2006) [inkl. sämtlicher dort genannter Lit. und Quellen]; MGG 13 (1966); H. C. Robbins Landon (Hg.), Das Mozart Kompendium 1991; Riemann 1961 u. 1975; Czeike 5 (1997); M. Jahn, Die Wr. Hofoper von 1810 bis 1836. Das Kärnthnerthortheater als Hofoper 2007; M. Jahn, Di tanti palpiti… Italiener in Wien 2006; Köchel 1869; U. Tank, Studien zur Esterházyschen Hofmusik von etwa 1620 bis 1790, 1981, 494 u. 501f [Tauber]; H. C. R. Landon in HaydnJb 1 (1962) u. ÖMZ 26 (1971) [Pauersbach]; H. Kainer in Mf 65 (2012), H. 4; www.evenimentul.ro (12/2005) [Elena Asachi]; WStLA (TBP 1785, 1816, 1829; Portheim-Kat.; Verlassenschaftsabhandlung F. T.); Matriken Schotten-Pfarre, St. Michael, St. Stephan (alle Wien I); eigene Recherchen [Asachi].

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Teyber (Teiber, Tayber, Täuber, Teuber, Deiber, Taiber, Taube, Tauber, Theyber, Toiber), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]

ABBILDUNGEN

GND
Teyber Matthäus
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Teyber Elisabeth
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Teyber Friedrich
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Teyber Barbara
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Teyber Anton
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Teyber Franz
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Teyber Therese
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Teyber Eleonora
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Teyber Elisabeth
Weiterführende Literatur (OBVSG)

ORTE
Orte
LINKS
Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen

Publikationen zur Musikforschung im Verlag