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Thuille,
Ludwig Wilhelm Andreas Maria
* 30.11.1861 Bozen/Südtirol (Bolzano/I),
† 5.2.1907 München/D.
Pianist, Musikpädagoge, Komponist.
Sohn eines Kunst- und Musikalienhändlers, erhielt von diesem Klavierunterricht und kam 1872 an das Stift Kremsmünster. Vier Jahre später wurde er Klavier-, Orgel- und Musiktheorieschüler von J. Pembaur d. Ä. in Innsbruck, 1879–82 studierte er bei Joseph Gabriel Rheinberger und Karl Bärmann in München. Anschließend zunächst Privatlehrer, unterrichtete T. ab 1883 Klavier und Harmonielehre an der Münchener königlichen MSch., 1888 wurde er Prof. und trat später Rheinbergers Nachfolge als Kompositionslehrer an. Daneben anfangs häufige Auftritte als Pianist, ab 1891 leitete er den Männerchor Liederhort in München. T., mit R. Strauss befreundet, schloss sich der neudeutschen Richtung an und wurde aufgrund seines großen Schülerkreises (Ernest Bloch, Walter Braunfels, Hermann Abendroth, Felix vom Rath, Fritz Neff, Walter Courvoisier, Hermann v. Waltershausen) zum eigentlichen Begründer der sog. Münchner Schule.G: L.-T.-Straße (Bozen); Gedenktafel Bozen.
P: Kompositionsstipendium der Frankfurter Mozart-Stiftung 1883; Prinzregent Luitpold-Preis; Ludwigs-Medaille f. Kunst u. Wissenschaft 1902; Mitglied der Berliner Akad. der Künste.
W: Opern (Theuerdank UA 1897 München, Lobetanz UA 1898 Karlsruhe/D, Gugeline UA 1901 Bremen/D), Melodram Die Tanzhexe, Symphonie, Klavierkonzert, Sextett f. Kl. u. Blasinstrumente (s. Tbsp.), Klavierquintett, Streichquartette, Klaviermusik, Männer- u. Frauenchöre, Lieder (s. Abb.); Bearbeitungen von Symphonischen Dichtungen von R. Strauss für Kl. zu 4 Händen (s. Tbsp.).
Schr: Harmonielehre 1907 (gem. m. R. Louis).
Lit: NGroveD 25 (2001); MGG 13 (1966); Riemann 1961 u. 1975; F-A 1936.
ChF
[ Zuletzt aktualisiert: 2011/11/17 11:20:19 ]
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