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Toch, Toch, true Ernst
* 1887 -12-077.12.1887 Wien, 1964 -10-011.10.1964 Santa Monica/USA. Komponist, Lehrer und Pianist. Musikalisch weitgehend Autodidakt, studierte er zunächst Medizin, wandte sich jedoch nach der Verleihung des Mozartpreises der Stadt Frankfurt am Main/D 1909 ganz der Musik zu. 1921 an der Univ. Heidelberg/D promoviert; lehrte 1913–29 in Mannheim/D, daneben konnte er eine erfolgreiche Karriere als Komponist verfolgen, die sich in prestigeträchtigen Aufführungsorten seiner Werke (besonders Donaueschingen/D) und einem Exklusivvertrag mit dem Musikverlag Schott spiegelte. 1929 übersiedelte er nach Berlin, die Machtergreifung Hitlers bedeutete für ihn jedoch den Gang ins Exil. 1938 wurde er zusammen mit F. Schreker im Katalog der Ausstellung Entartete Musik abgebildet und dort als „jüdischer Vielschreiber“ diffamiert. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, schrieb er hauptsächlich Filmmusik, zuerst in Großbritannien, anschließend in den USA. Allerdings konnte er – trotz dreimaliger Nominierung für den Oscar – einen ähnlich privilegierten Status, wie ihn E. W. Korngold oder M. Steiner in der amerikanischen Filmindustrie einnahmen, nicht erreichen. Daher zog er sich ab Mitte der 1940er Jahre aus diesem Metier zurück und widmete sich vollständig der Lehrtätigkeit an der University of Southern California (Schüler u. a. A. Previn). Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden seine sieben Symphonien in einem gemäßigt modernen Stil.
Ehrungen
Mozartpreis der Stadt Frankfurt a. M. 1909; Österr. Staatspreis 1910, 1911, 1912, 1913; Nominierungen für den Academy Award (1935, 1941, 1944); Pulitzerpreis 1957 (für die 3. Symphonie); Grammy Award 1960.
Werke
Opern (Die Prinzessin auf der Erbse 1927, Egon und Emilie 1928, Der Fächer 1930, The Last Tale 1965); Orchesterwerke (Kammersymphonie 1906, Klavierkonzert 1926, Orchestervariationen Big Ben 1935, 7 Symphonien 1950–64); Filmmusik (Catherine the Great 1934, Peter Ibbetson 1935, The Rebel Son 1938, The Cat and the Canary 1939, Dr. Cyclops 1940, Ladies in Retirement 1941, Address Unknown 1944, The Unseen 1945); Chorwerke (Gesprochene Musik 1930); Kammermusik (13 Streichquartette 1905–61); Lieder (Zyklus The Inner Circle 1945/53); Klavierstücke (s. Abb.).
Schriften
Beiträge zur Stilkunde der Melodie, Diss. Heidelberg 1921; The Shaping Forces in Music 1948.
Literatur
NGroveD 25 (2001); D. Jezic, The Musical Migration and E. T. 1989; J. W. Strickler, E. T.: Grundgestalt and Developing Variation, Diss. Los Angeles 1989; M. S. Zach, The Operas of E. T., Diss. Florida 1990; M. Brenk, Die Musik der 20er Jahre. Studien zum ästhetischen u. historischen Diskurs, unter besonderer Berücksichtigung v. Kompositionen E. T.s., Diss. Bonn 1998; Orpheus im Exil 1995; R. Ulrich, Österreicher in Hollywood 2004; www.library.ucla.edu/libraries/music/mlsc/toch (1/2006).

Autor(en)
Stefan Schmidl
Empfohlene Zitierweise
Stefan Schmidl, Art. „Toch, Ernst‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]

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