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Tomasini, Tomasini, Aloisio Familie
Aloisio (Alois) Luigi (Lontschi): * 1741 -06-2222.6.1741 Pesaro/I, 1808 -04-2525.4.1808 Eisenstadt. Violinist und Komponist. Wurde 1757 von P. A. v. Esterházy in Italien als Kammerdiener und Musiker engagiert und 1759 gemeinsam mit F. C. Friberth zur weiteren Ausbildung nach Venedig/I geschickt. Vielleicht Schüler L. Mozarts. 1761 war er bereits 1. Violinist im Eisenstädter Orchester von Fürst Paul II. Anton unter G. J. Werner und J. Haydn, der vermutlich sein Kompositionslehrer war. 1790 als Konzertmeister pensioniert, erhielt er im Zuge der Neuerrichtung der Esterházyschen Hofkapelle unter Fürst Nikolaus II. wiederum die Stelle des Konzertmeisters, 1802 wurde er Kammermusikdirektor. Ab 1771 war T. Mitglied der Wiener Tonkünstler-Sozietät . Am 2.4.1775 spielte er bei der UA von Haydns Il ritorno di Tobia zwischen den beiden Teilen ein Violinkonzert, solistische Auftritte sind auch für Frankfurt am Main/D (1792, Krönung von K. Franz II.) und Ödenburg (Sopron/H; 1802) belegbar; zu Weihnachten 1781 spielte ein T.-Streichquartett in der Wiener Hofburg. A. Ch. Dies verewigte T. in Zusammenhang mit der Entstehung von J. Haydns Abschiedssymphonie in fis-Moll (Hob. I:45).
Werke
Salve Regina, Violinkonzerte, Symphonien, Streichquartette, Divertimenti f. Baryton, V. u. Vc., Sonaten u. Duos f. V. – Auswahl von Instrumentalwerken in DTÖ 124 (1972).


Seine Söhne

Anton Edmund: * 17.2.1775 Eisenstadt, † 12.6.1824 Eisenstadt. Bratschist und Violinist. Schüler seines Vaters, stand zunächst in Diensten eines Generals Hasch und eines Herrn von Czindery. 1796 wurde er hauptamtlich in die Kapelle von Nikolaus II. Fürst v. Esterházy aufgenommen. Zweimaliger Entlassung folgte jeweils die Wiedereinstellung (auf die Fürsprache J. Haydns und J. N. Fuchs’ hin), 1805 avancierte er zum „Director bei Secondo oder Seconddirector“ und 1818 zum Konzertmeister. Ab 1803 war er Mitglied der Tonkünstler-Sozietät. Seine Schwestern Maria Anna Theresia Josepha (* 27.8.1773 Eisenstadt, † 2.9.1846 [Ort?]) und Elisabeth Anna (verh. Spanitz; * 8.7.1788 Eszterháza/H, † 2.9.1824 [Ort?]) standen 1807–10 als Sopran-Choristinnen in Esterházyschen Diensten.

Alois Basil Nikolaus (Luigi): * 10.7.1779 Eszterháza, † 19.2.1858 Neustrelitz/D. Violinist, Theaterdirektor, Komponist. Von J. Haydn und J. N. Hummel hoch geschätzt, schlug er bereits früh eine Virtuosenlaufbahn ein; erste Auftritte sind in Pressburg (1790) und Wien (1794, 1796) nachweisbar. 1796–1808 stand er als Violinist in Esterházyschen Diensten, weitere solistische Auftritte in Eisenstadt (1797) und Wien (1801, 1806) folgten. Im August 1808 verließ er Eisenstadt und trat in die Mecklenburgische Hofkapelle in Neustrelitz ein, wo er 1825 Konzertmeister wurde. Virtuosenauftritte in Wien (1814) und deutschen Städten (Berlin [1812, 1824], Ludwigslust [1820, 1822], Bremen [1821]). 1834 erhielt er seine Ernennung zum Direktor der Operetten und Vaudevilles am Neustrelitzer Hof.


Werke
Potpourri mit Janitscharenmusik 1814.


Dessen Frau Sophie (geb. Croll, Groll, Kroll): * 1787 Mecklenburg-Strelitz/D, † 1847 Neustrelitz?. Sängerin (Sopran). War Schülerin Vincenzo Righinis in Berlin und debütierte am Hoftheater in Neustrelitz. 1807/08 gehörte sie der Kapelle des Fürsten Esterházy an, am 17.7.1808 heiratete sie in Eisenstadt Al. T. Danach sang sie wieder am Neustrelitzer Hof und gastierte auch in Berlin, Kassel/D und Ludwigslust.

Beider Kinder

Friederike (verh. Görner, Görner-T.): * 9.5.1810 Neustrelitz, † 20.3.1886 Neustrelitz. Sängerin (Koloratursopran). Gab 1826 in Neustrelitz ihr Debüt und wurde zur weiteren Ausbildung nach München/D geschickt. 1829–48 sang sie am Neustrelitzer Hoftheater und trat danach in Hofkonzerten auf. Gastspiele an verschiedenen deutschen Bühnen. 1836 heiratete sie den Schauspieler, Regisseur und Dramatiker Karl August Görner (1806–84). Beider Söhne waren die Schauspieler Max (ca. 1830?–?) und Georg (1845–1916) Görner.

Carlo: * 1813 Neustrelitz?, † 30.10.1880 Neustrelitz. Violinist. Folgte seinem Vater Al. T. als Konzertmeister nach.


Literatur
NGroveD 25 (2001); MGG 13 (1966); J. Harich in HaydnJb 7 (1971); H. C. R. Landon, Haydn: Chronicle and Works 1–5 (1976–80); F. Korcak, L. T. (1741–1808), Diss. Wien 1952; Kosch 1 (1953) [Görner] u. 4 (1998); Riemann 1961 u. 1975; K-R 1997 [Görner-T.] u. 2000; Eisenberg 1903 [Görner]; Wurzbach 46 (1882); Ulrich 1997 [T., Görner]; MGÖ 2 (1995).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Tomasini, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]