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Tuma Tuma Franz Ignaz Anton (Tůma, Thuma), Familie
Franz Ignaz Anton (František Ignác Antonín): * 1704 -10-022.10.1704 Adlerkosteletz/Böhmen (Kostelec nad Orlicí/CZ), † 1774 -01-3030.1.1774 Leopoldstadt (heute Wien II). Kapellmeister, Komponist, Gambist. Sohn des Organisten Wenzel Ignaz T., von dem er ersten musikalischen Unterricht erhielt. T. besuchte das Prager Jesuitenseminar und war vermutlich Tenorist an der Prager St. Jakobs-Kirche. Vielleicht schon um 1722 (Kirchen-)Vizekapellmeister in Wien, ist seine Anwesenheit hier jedoch erst ab 1727 (Trauung zu St. Stephan als „Musicus“) gesichert. 1731–41 Kapellmeister und Komponist bei Franz Ferdinand Graf Kinsky, dessen Kapelle er vermutlich bereits vorher angehört hatte und der ihm ein Kontrapunktstudium bei J. J. Fux ermöglichte. Über Kinsky dürfte T. mit B. Czernohorsky in Prag in Kontakt gekommen sein. 1741–50 war T. Kapellmeister von Elisabeth Christine (1691–1750), der Witwe K. Karls VI.; unter T. spielten dort u. a. A. I. Ulbrich, M. Teyber, J. Timmer, J. Trani und G. Ch. Wagenseil. 1750–68 lebte T. ohne feste Anstellung als angesehener Komponist und Gambenvirtuose in Wien (gefördert vermutlich durch die Familien Kinsky, Lobkowitz und Pallavicini, Aufträge erhielt er von Maria Theresia [I] und Joseph Philipp Baron du Beyne). 1768 übersiedelte er in das Kloster Geras, zu dem er bereits ab den 1750er Jahren intensiven Kontakt hatte (Schüler: P. Leopold Schenkh OPraem [1712–51], P. Hermann Bauer OPraem [1723–1803] und P. T. Frieberth). Eng befreundet war er mit G. Donberger. 1772 wurde er Mitglied der Tonkünstler-Sozietät .
Werke
über 60 Messen, 29 Vespern u. Psalmen, 28 Motetten u. Hymnen, 20 Litaneien, 5 Stabat mater, 3 Magnificat, 13 marianische Antiphonen, kleinere Kirchenmusik; Sonaten, Partiten u. Symphonien zu 3–4 Stimmen.


Sein Sohn Jacob: * 1727/28 Wien?, † 7.5.1784 Wien. Violinist. Gemäß den Angaben anlässlich seiner ersten Trauung am 26.10.1749 war er von Wien gebürtig, ein Taufeintrag konnte bislang jedoch nicht gefunden werden. War Mitglied der Kapelle Elisabeth Christines vom 1.4.1750 (in der Nachfolge von J. N. Timmer) bis zu deren Auflösung Ende des Jahres. 1752 wird er als Hofmusiker bezeichnet, lt. Köchel aber erst ab 1767 Mitglied der Hofmusikkapelle und ab 1772 der Tonkünstler-Sozietät.


Literatur
H. Vogg, F. T. (1704–1774) als Instrumentalkomponist nebst Beiträgen zur Wr. Musikgesch. des 18. Jh.s (Die Hofkapelle der Kaiserin-Witwe Elisabeth Christine), Diss. Wien 1951 [mit WV]; A. Peschek, Die Messen von F. T. (1704–1774), Diss. Wien 1956 [mit WV der Messen]; T. M. Klinka, The choral Music of F. I. T., Diss. Univ. of Iowa 1975; ; M. Eybl in StMw 45 (1996); I. Kubiska-Scharl/M. Pölzl, Die Karrieren des Wr. Hofpersonals 1711–1765, 2013; NGroveD 25 (2001); MGG 13 (1966); Wurzbach 48 (1883); Riemann 1961 u. 1975; ADB 38 (1894); Erhart 1998 [Donberger]; Köchel 1869; MGÖ 2 (1995); C. F. Pohl, Denkschrift aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Tonkünstler-Societät 1871; Tauf-, Trauungs- und Sterbebuch 1690–1724 der Pfarre Adlerkosteletz, fol. 86; Trauungsbuch 1725–29 der Dompfarre St. Stephan (Wien I), pag. 379; Trauungsbuch 1749–51 der Dompfarre St. Stephan, fol. 47v; Trauungsbuch 1767–69 der Dompfarre St. Stephan, fol. 228v; Taufbuch 1748–55 der Pfarre St. Michael (Wien I), pag. 222 und 261; WStLA (G. Gugitz, Auszüge aus dem TBP 18. Jh. [Archivbehelf]; Portheim-Kat.).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Tuma (Tůma, Thuma), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 23/05/2018]