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Uhlmann, Uhlmann, Johann Tobias: Familie
Johann Tobias: * 1776 -06-088.6.1776 Kronach, Bayern/D, 1838 -05-1212.5.1838 Wien. Oboist und Blasinstrumentenmacher. Sohn eines Thurnermeisters, 1802 verehelichte er sich in Wien. Er war zu diesem Zeitpunkt bereits Geselle und als Trauzeuge fungierte Franz Harrach, was als Indiz gewertet werden kann, dass er bei diesem gearbeitet hat. Uhlmann erhielt am 20.3.1817 das Bürgerrecht und war spätestens 1821 Untervorsteher der Blasinstrumentenmacher. Zuvor soll er auch Oboist im Orchester des Theaters an der Wien gewesen sein. Seine Werkstattadressen befanden sich im heutigen 6. und 7. Wiener Gemeindebezirk, ab 1836 gab es auch eine Niederlassung in Wien I. Er fertigte alle Gattungen von Holz- und Blechblasinstrumenten, wobei in einem Artikel von 1837 als Abnehmer nicht nur die Österreichische Armee (Militärmusik), sondern auch Kapellen in Ägypten, Brasilien und Persien sowie die Britischen Truppen in Malta und Kunden im übrigen europäischen Ausland genannt werden. Die Firma, deren Erfolg in der engen Verbindung zur musikalischen Praxis lag, hieß ab 1832 U. & Söhne. U. starb an einem Lungenleiden, er hinterließ laut Verlassenschaftsabhandlung Kleider und kleinere Wertgegenstände im Wert von 107 fl. Die Werkstattbestände und Instrumente waren anscheinend schon zuvor an die Söhne gegangen. Die Sammlung Alter Musikinstrumente (KHM) besitzt mehrere Instrumente der Firma U.

Seine Söhne

Jakob (d. Ä.): get. 19.12.1803 Altlerchenfeld (heute Wien VII/VIII), † 18.11.1850 Wien. Oboist und Blasinstrumentenmacher. Erhielt vom Vater eine Ausbildung als Klarinettist und Instrumentenmacher, mindestens 1823–25 war er Schüler J. Sellners am Konservatorium der GdM; anschließend spielte er in den Orchestern des Theaters an der Wien bzw. des Kärntnertortheaters. 1824 bat er um die Verleihung eines Gewerbes als Blasinstrumentenmacher. 1825 ging er nach Stuttgart/D und 1826/27 nach Frankfurt am Main/D. Anschließend kehrte Jak. in seine Heimatstadt zurück, legte als Blasinstrumentenmacher die Meisterprobe ab, leistete am 21.4.1831 den Bürgereid und trat in den Betrieb des Vaters ein (ab 1831 scheint sein Name in der Firmenbezeichung auf). Daneben war Jak. T. weiterhin als Musiker tätig, ab 1828 war er Oboist am Kärntnertortheater und 1843–50 gehörte er der Hofmusikkapelle an; 1839–50 Mitglied der Tonkünstler-Sozietät. Er starb an Typhus.

Leopold (d. Ä.) Tobias: * 22.2.1806 Josefstadt (heute Wien VIII), † 8.3.1878 Wien. Hornist und Blasinstrumentenmacher. Besuchte 1825 das Konservatorium der GdM, um Horn zu studieren, parallel dazu muss er jedoch eine Lehre als Musikinstrumentenmacher absolviert haben, da er 1825 als Lehrjunge um Freisprechung ansuchte. 1829 ist er am Grazer Theater als Hornist nachweisbar, danach trat er in den väterlichen Betrieb ein. Bereits ab den 1830er Jahren war das Niveau der Werkstätte von L. U. sehr hoch, wie mehrere Medaillen bei Gewerbeausstellungen belegen. Im 3. Viertel des 19. Jh.s war U. der größte Lieferant von Blasinstrumenten im Wiener Raum. Die Firma fertigte alle Arten von Blech- und Holzblasinstrumenten an und handelte mit Schlaginstrumenten. U. hielt ein Patent auf die Verbesserung des Schubventils, das in dieser Form bis heute beim Wiener Horn in Verwendung ist. Weiters wurden seine Ventilophikleide (Tuba) sowie Detailverbesserungen bei anderen Blechblasinstrumenten patentiert. Den Bürgereid legte er am 17.12.1835 ab. U. war in erster Ehe mit Barbara Mareda (Mareder, † 1847) verheiratet, in zweiter mit Maria Clara Caroline Handmann (Hantmann). Dieser Ehe entstammte der Sohn L. U. d. J. Er starb an Lungenlähmung.


Ehrungen
K. k. Hof-Blasinstrumentenmacher 1874.


Joseph: * 31.12.1807 Schottenfeld (heute Wien VII), † 1.3.1859 Wien. Blasinstrumentenmacher. Auch er muss eine Ausbildung als Musiker durchlaufen haben, da er später Mitglied des Hoftheaters wurde. Es gibt keine Angaben, ab wann er in der väterlichen Firma mitgearbeitet hat. Das Meisterrecht erhielt er am 12.2.1846, mit der Ablegung des Bürgereids. In der Folge ist er als selbständig arbeitender Instrumentenmacher in den Adressenverzeichnissen zu finden, gleichzeitig war er aber auch als Musiker tätig. Mit seinem Tod endete die Geschichte der Werkstätte J. T. U. & Söhne.

Jak.s d. Ä. Sohn Jakob d. J.: * 1837 Wien, † 10.9.1871 Wien. Oboist. Studierte 1851–57 am Konservatorium der GdM bei A. Petschacher und war 1857–71 Mitglied des Hofopernorchesters. 1866–71 unterrichtete er in Petschachers Nachfolge am Konservatorium, 1868 wurde er Exspektant der HMK.

L.s d. Ä. Sohn Leopold d. J.: * 12.8.1850 Wien, † 28.1.1906 Wien. Instrumentenmacher. Scheint ab 1876 als Mitgesellschafter auf, ab 1882 war Anton Dehmal als Filialleiter bei der Firma tätig. Dieser machte sich 1884 selbständig und 1900 wurden die Werkstattbestände von der Ersten Wiener Productiv-Genossenschaft der Musikinstrumentenmacher übernommen.


Literatur
Hopfner 1999; Ottner 1977; W. Waterhouse, The New Langwill Index 1993; H. Haupt in StMw 24 (1960); Wurzbach 48 (1883); H. Heyde, Das Ventilblasinstrument 1987; M. Nagy in E. Brixel (Hg.), [Kgr.-Ber.] Bericht über die 4. Internationale Fachtagung zur Erforschung der Blasmusik, Uster/CH 1981, 1984; W. Jansen, The Bassoon. Its History, Construction, Makers, Players and Music 1 (1978), 511f; R. v. Perger/R. Hirschfeld, Gesch. der K. k. GdM 1912, 326; C. F. Pohl, [Fs.] Die Ges. der Musikfreunde des österr. Kaiserstaates u. ihr Conservatorium 1871, 138, 157 u. 181; Köchel 1869; Th. Antonicek in StMw 29 (1978); C. F. Pohl, Denkschrift aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Tonkünstler-Societät 1871; MGÖ 2 u. 3 (1995).

Autor(en)
Rudolf Hopfner
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Hopfner/Christian Fastl, Art. „Uhlmann, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]


GND
Uhlmann, Johann Tobias
Weiterführende Literatur (OBV)
GND
Uhlmann, Jakob
Weiterführende Literatur (OBV)
GND
Uhlmann, Leopold
Weiterführende Literatur (OBV)
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Uhlmann, Joseph
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Uhlmann, Jakob
Weiterführende Literatur (OBV)
GND
Uhlmann, Leopold
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