Logo IKM
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Unger-Sabatier, Unger-Sabatier, true Karoline
* 1803 -10-2828.10.1803 Stuhlweißenburg/Ungarn (Székesfehérvár/H), † 1877 -03-2323.3.1877 La Concezione bei Florenz/I. Sängerin (Sopran/Mezzosopran). Studierte u. a. bei A. Lange und J. M. Vogl, debütierte 1821 am Kärntnertortheater (als Dorabella in Così fan tutte) und war hier unter Direktor D. Barbaja in vielen Rossini-Partien (u. a. Tancredi) zu hören. 1825 folgte sie Barbaja nach Neapel, wo sie (als Carolina Ungher) in UA.en von Opern von Giovanni Pacini (Niobe 1826) und Ga. Donizetti (Il borgomastro di Saardam 1827) mitwirkte. In Mailand war sie als Isoletta in der UA von Vincenzo Bellinis Straniera (1829) zu hören, 1833 kreierte sie die Titelrolle in Donizettis Parisina in Florenz, 1836 jene der Antonina in Belisario in Venedig, 1838 ebendort die Titelpartie in Maria di Rudenz. Gastspiele führten sie nach Turin/I, Rom, Paris und Wien. Nach einem abschließenden Engagement in Dresden/D gab sie ebendort 1843 ihre Abschiedsvorstellung, in Konzerten war sie noch mehr als 25 Jahre danach zu hören. Sie war mit Nikolaus Lenau verlobt, heiratete aber den französischen Schriftsteller François Sabatier. Ihren Tätigkeitsbereich fand U. hauptsächlich im Belcanto-Repertoire, Komponisten wie G. Rossini und G. Meyerbeer äußerten sich begeistert über ihre Stimme. Rosina (Barbiere di Siviglia), Tancredi, Isabella (L’italiana in Algeri), Imogene (Pirata), Zerlina (Don Giovanni) gehörten zu ihren Glanzrollen. In der Wiener UA von L. v. Beethovens 9. Symphonie sang sie das Altsolo (1824). Als sie 1839/40 nach Wien zurückkehrte, begeisterte sie das Publikum u. a. in den Titelrollen von Anna Bolena, Lucrezia Borgia, Norma oder Beatrice di Tenda.
Ehrungen
k. k. österr. Kammersängerin.
Literatur
Wurzbach 49 (1884); K-R 1997; Eisenberg 1903; NGroveDO 4 (1992); M. Jahn, Die Wr. Hofoper von 1836 bis 1848, 2004; E. Hanslick, Aus dem Opernleben der Gegenwart 1884.

Autor(en)
Michael Jahn
Empfohlene Zitierweise
Michael Jahn, Art. „Unger-Sabatier, Karoline‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]