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Vesque de Püttlingen, Vesque de Püttlingen, true Johann Freiherr (Pseud. Johann Hoven)
* 1803 -07-2323.7.1803 Opole bei Lublin/Russisch-Polen (Opole/PL), 1883 -10-2929.10.1883 Wien. Komponist, Sänger, Schriftsteller, Beamter. Sohn des k. k. 1. Hofbibliothekars Johann V. de P. Studierte Jus und promovierte sub auspiciis imperatoris. 1827–72 als Beamter tätig (ab 1838 im diplomatischen Bereich), trug zum Abschluss vieler Staatsverträge und zum Zustandekommen zahlreicher Gesetze wesentlich bei (Urheberrecht). Musikalische Studien bei M. Leidesdorf, S. Sechter, I. Moscheles, J. H. Vořišek, K. G. Salzmann, E. Lannoy, Gesang bei J. M. Vogl und G. Ciccimara. Vogl förderte sein Talent zum Liederkomponisten, gemeinsam mit Fr. Schubert war er oft bei Vogl zu Besuch. Bald wurde sein Haus zum Ort musikalischer Veranstaltungen, er gab selbst als Tenor Aufführungen eigener Kompositionen, die er unter dem Pseudonym J. Hoven schuf, und welche zu einem großen Teil verlegt wurden, darunter neben Liedern Kirchenwerke, Orchesterwerke oder Streichquartette. Vier seiner sechs Opern wurden recht erfolgreich am Kärntnertortheater uraufgeführt: Turandot 1838, Johanna d’Arc 1840, Liebeszauber 1845, Ein Abenteuer Carl des Zweiten 1850. 1866 wurde V. zum Baron ernannt, 1876 wurde er Mitglied des Herrenhauses des österreichischen Reichsrates. Er nahm Anteil an der Rekonstruierung der nach 1848 von der Auflösung bedrohten Gesellschaft der Musikfreunde und wurde 1851/52 deren Vizepräsident, gleichzeitig förderte er den Bau des Konservatoriums der GdM, dessen Direktor er wurde. Er veranlasste Aufführungen von Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorien in Wien und leitete die Musikfeste in der kaiserlichen Winterreitschule. V. war Mitglied der kaiserlichen Kommission für die Weltausstellung 1873 und betätigte sich als Sammler von Autographen.
Ehrungen
Erblicher Freiherrenstand 1866; Mitglied des Herrenhauses des österr. Reichsrates 1876; Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien 1880; Geheimer Rat; Ritterkreuz des Leopold- u. des St. Stephans-Ordens; Große goldene Medaille f. Kunst u. Wissenschaft; Großoffizier- , Commandeur- , Ritterkreuze mehrerer Länder.
Werke
Opern (Turandot UA 1838, Johanna d’Arc UA 1840, Liebeszauber UA 1845, Ein Abenteuer Carl des Zweiten UA 1850), Lieder (s. Abb.), Kirchenmusik, Orchesterwerke, Streichquartette.
Schriften
zahlreiche Schriften, u. a. Das musikalische Autorrecht – eine juristisch-musicalische Abhandlung Wien 1864.
Literatur
MGG 16 (2006); NGroveD 26 (2001); Wurzbach 50 (1884); J. V. v. P. (J. Hoven), Eine Lebensskizze aus Briefen u. Tagebuchblättern zusammengestellt 1887; H. Schultz, J. V. v. P. 1803–1883, 1930; H. Ibl, Studien zu J. V. v. P.’s Leben u. Opernschaffen, Diss. Wien 1949; E. Hanslick, Gesch. des Concertwesens in Wien 1 (1869); E. Hanslick, Musikalisches Skizzenbuch 1888; F.-S. Gassner, Universal-Lexicon der Tonkunst. Neue Handausg. 1849; L. M. Kantner in StMw 42 (1993).

Autor(en)
Michael Jahn
Empfohlene Zitierweise
Michael Jahn, Art. „Vesque de Püttlingen, Johann Freiherr (Pseud. Johann Hoven)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]