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Viktring
Zisterzienserkloster bei Klagenfurt (keltisch Vitrino = Knüttelfeld, erst später in lat. Victoria umgedeutet; 1973 eingemeindet); 1142 von Bernhard v. Sponheim, einem Sohn des Stifters von St. Paul i. L., gegründet und von Weiler-Bettnach bei Metz in Lothringen (heute F) aus besiedelt, wo sein Neffe Heinrich Abt war. Die nach dem Muster von Fontenay in Burgund erbaute romanische Pfeilerbasilika wurde 1202 geweiht (1843 verkürzt). Reich begabt, wurde V. eines der führenden Klöster Kärntens. Sein berühmtester Abt (1312–45) war der Geschichtsschreiber und Diplomat Johann II. (ca. 1270–1347). Schon im 15. Jh. begann der Niedergang (1411 Brand, Türkeneinfälle, Bauernunruhen); die durch K. Friedrich III. (Habsburger) geplante Aufhebung zugunsten des St. Georg-Ritterordens (wie Millstatt) wurde zwar von den Kärntner Ständen und dem Salzburger Erzb. verhindert, doch hat es sich nie mehr ganz erholt (unter den trotzdem bedeutsamen Kunstwerken in der Kirche die aus dem 17. Jh. stammende und 1719 erneuerte Orgel). Nach 1760 war hier vorübergehend Th. Huber als Kirchenmusiker tätig, Näheres ist (2006) über die Musikgeschichte des Klosters jedoch nicht erarbeitet. Nach der Aufhebung im Zuge des Josephinismus 1786 wurde die Kirche zur Pfarrkirche, die Bibliothek kam nach Klagenfurt, in den zuvor noch barockisierten Räumen war 1788–1966 eine Tuchfabrik untergebracht.

Aus dem Ort V. stammte Th. Koschat. 1972/73 fand hier eine Gegen-Veranstaltung zum Carinthischen Sommer mit Schwerpunkt Popmusik statt, aber erst das seit 1986 bestehende Musikforum V. konnte größere Anerkennung erringen.


Literatur
Hb. d. hist. Stätten/Österreich: Alpenländer 1978; S. Laschitzer in Carinthia I/73 (1883); MGÖ 3 (1995).

Autor(en)
Rudolf Flotzinger
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger, Art. „Viktring‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]