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Walter, Walter, Gustav: Familie
Gustav: * 1834 -02-1111.2.1834 Bilin/Böhmen (Bílina/CZ), † 1910 -01-3030.(31.?)1.1910 Wien. Sänger (Tenor). Er studierte zunächst am Prager Polytechnikum und wurde 1853 Ingenieur einer Zuckerfabrik in Bilin. Nach seiner Gesangausbildung in Prag debütierte er 1855 am Stadttheater Brünn (Brno/CZ; Edgardo? in Lucia di Lammermoor), 1856 an der Wiener Hofoper, wo er bis 1887 Ensemblemitglied blieb. Er war u. a. in den EA.en von Opern Rich. Wagners (Der fliegende Holländer [1860], Die Meistersinger von Nürnberg [1870] und Das Rheingold [1878]), G. Meyerbeers (Die Afrikanerin [1866]), Charles Gounods (Romeo und Julie [1868]) und Ambroise Thomas’ (Mignon [1868]) sowie in den deutschsprachigen EA.en von Opern G. Verdis (Der Troubadour [1859] und Ein Maskenball [1866]) zu hören, in der UA von K. Goldmarks Königin von Saba (1875) sang er den Assad. Weitere wichtige Rollen waren Lohengrin, Tamino, Florestan, Raoul (Die Hugenotten) und Don Ottavio (u. a. in der Eröffnungsvorstellung der Neuen Hofoper (1869). Gastspiele führten ihn nach Frankfurt am Main/D, München/D, Prag und London. Er war auch ein angesehener Konzertsänger (UA von J. Brahms’ Kantate Rinaldo 1869) und besonders als Interpret von Schubert-Liedern geschätzt. A. Dvořák widmete ihm die Zigeunermelodien op. 55. Ab 1882 wirkte er als Prof. am Konservatorium der GdM. Es existieren einige wenige Phonoaufnahmen.
Ehrungen
k. k. Kammersänger 1910; Ehrenmitglied: Wr. Hofoper, Gesellschaft der Musikfreunde , Wiener Männergesang-Verein , Wiener Schubertbund , Biliner Männergesangsverein, Frankfurter Liedertafel; Ehrenbürger der Stadt Bilin.
Literatur
K-R 1997; M. Nunnenmacher-Röllfeld, Der Schubertsänger G. W. 1928; M. Jahn, Die Wr. Hofoper v. 1848 bis 1870. Personal – Aufführungen – Spielplan 2002; R. Wallaschek, Das k. k. Hofoperntheater 1909; J. Stern, Das Hof-Operntheater, 2 Bde. [o. J.]; NGroveDO 3 (1992); Eisenberg 1903; Czeike 5 (1997); Wurzbach 53 (1886); [Kat.] 100 Jahre Wr. Oper 1969, 49; E. Hanslick, Musikalisches Skizzenbuch 1888; E. Hanslick, Aus meinem Leben 1894.


Seine Kinder

Minna (eig. Wilhelmine): * 20.9.1859 Wien, † 25.8.1901 Ottensheim bei Linz/OÖ. Sängerin (Sopran). Sie studierte Klavier und Gesang und debütierte in Pressburg (Bratislava) als Margarethe in Gounods Faust. Bereits 1881 gastierte sie an der Wiener Hofoper und sang die Pamina an der Seite ihres Vaters G. W. 1881–86 war sie Mitglied der Oper in Frankfurt a. M., 1886/87 in Graz, dann an der Wiener Hofoper. Ihr Repertoire umfasste u. a. Margarethe, Sieglinde und Agathe. Nach ihrer Heirat beendete sie 1889 ihre Sängerkarriere.


Literatur
Eisenberg 1903; K-R 1997.


Raoul: * 16.8.1863 Wien, † 21.8.1917 München. Sänger (Tenor). Er promovierte zum Dr. jur., studierte dann bei seinem Vater Gesang und debütierte 1888 als Operettensänger am Theater an der Wien, 1889 als Opernsänger in Brünn. 1891–1917 war er an der Hofoper München engagiert, hier wirkte er in den UA.en von S. Wagners Herzog Wildfang (1901) sowie Ermanno Wolf-Ferraris Die neugierigen Frauen (1903) und Die vier Grobiane (1906) mit. Gastspiele in St. Petersburg/RUS, Moskau, Zürich/CH, Frankfurt a. M. und Wien (1894, 1899). Sein Repertoire umfasste Rollen wie Raoul (Hugenotten; dieser Lieblingspartie seines Vaters verdankte er seinen Vornamen), Arnold (Wilhelm Tell), Manrico (Der Troubadour) und Walther von Stolzing. Er war auch als Liedsänger erfolgreich. Seine Tochter Maria W. heiratete J. Patzak.


Ehrungen
kgl. bayrischer Kammersänger; Ritter des Franz Joseph-Ordens.
Literatur
Eisenberg 1903; K-R 1997.

Autor(en)
Michael Jahn
Empfohlene Zitierweise
Michael Jahn, Art. „Walter, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]