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Wöckherl Wöckherl true (Weckerl), Johann
* --ca. 1594 (Ort?), † 1660 -05-044.5.1660 Wien. Orgelbauer. Zu den außergewöhnlichsten Orgeln des 17. Jh.s zählt in Österreich zweifellos die 1642 von W. erbaute Chororgel der Wiener Franziskanerkirche (II/20). Hinter dem Hochaltar stehend und damit den Blicken der Kirchenbesucher entzogen, hat sie alle erdenklichen Eingriffe in die Kirchenausstattung überlebt. Ihre hohe Qualität legt für ihren Erbauer ein besonderes Zeugnis ab, da sich sonst kein Werk erhalten hat. Vielleicht ist das Orgelpositiv von Pöllaberg bei Mank/NÖ ihm zuzuschreiben. Weiters ist das Gehäuse einer W.-Orgel in Skalica/SK aus 1649 erhalten. Seine erste nachweisbare Arbeit führte W. zur Reparatur in den Dom von Wiener Neustadt, 1635 lieferte er ein Positiv für das Stift Heiligenkreuz, 1647 folgte der Neubau der Orgel in Großenzersdorf/NÖ, 1648 für Kirnberg/NÖ sowie 1648 für St. Gotthard/NÖ. 1650 folgte dann eine größere Orgel für Heiligenkreuz und 1660 als letzte bekannte Arbeit eine Orgel für Schwarzenbach an der Gölsen/NÖ. Ab 1655 ist er aber mehrfach im Ausland tätig, so in der Mauritiuskirche und im Dom zu Olmütz sowie fast gleichzeitig mit zwei Positiven für Kremsier. Die 1633 für die Domkirche in Ödenburg gelieferte Orgel ist dem Gehäuse nach ebenfalls W. zuzuschreiben. Das 1634 für die Wiener Hofburgkapelle gelieferte Positiv wurde knapp vor ihrem Tode von K.in Maria Theresia dem ungarischen Dorf Páty geschenkt (1945 zerstört).
Literatur
Eberstaller 1955; E. Tittel in SK 8 (1961); J. Sehnal in Organa Austriaca 4 (1988); K. Szigeti in Organa Austriaca 3 (1982); G. Lade, Orgeln in Wien 1990; H. Heiling in SK 45/2 (1998); WStLA (TBP 1660)

Autor(en)
Gottfried Allmer
Empfohlene Zitierweise
Gottfried Allmer, Art. „Wöckherl (Weckerl), Johann‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 20/11/2006]