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Weinwurm, Weinwurm, Alois: Brüder
Alois: * 1824-01-1818.1.1824 Scheideldorf bei Göpfritz an der Wild/NÖ, † 1879-05-1919.5.1879 Linz. Musikpädagoge und Chordirigent. Großvater Mathias W. (1756–1809) und Vater Josef W. (1793–1869) waren Schullehrer und Chorregenten in Scheideldorf gewesen. Alois war zunächst Sängerknabe im Stift Zwettl und absolvierte anschließend das Obergymnasium in Wien. Ab 1844 wirkte er als Klavier- und Gesanglehrer, in den 1850er Jahren wurde er am Staatsgymnasium und an der Oberrealschule in Linz angestellt. 1846–48 und 1852/53 gehörte er der Linzer Liedertafel Frohsinn an, bis 1857 leitete er die Gesangsektion des Geselligkeitsvereins Kränzchen. Anschließend gründete W. den Männergesangs-Verein Sängerbund Linz, dem er 1857–79 als Chormeister vorstand.

Rudolf: * 3.4.1835 Scheideldorf, † 26.5.1911 Wien. Chordirigent und Komponist. War wie sein Bruder Sängerknabe in Zwettl und 1847–50 Hofsängerknabe in Wien. Danach besuchte er das Piaristengymnasium (Wien VIII), musikalische Ausbildung ab 1854 bei J. Laimegger. Ab 1855 studierte W. Jus an der Univ. Wien und 1856–59 gehörte er dem Wiener Männergesang-Verein an. 1858 gründete er – seit 1856 Mitglied der Juristen-Liedertafel – den Wiener Akademischen Gesangverein , den er bis 1866 und 1880–87 leitete. 1856 wurde er (durch seinen Bruder) mit A. Bruckner bekannt, dem er zeit seines Lebens verbunden blieb. 1862 wurde W. zum Univ.s-Gesanglehrer ernannt (bis 1909), 1870/71–1904 wirkte er als Musiklehrer an der Lehrerinnenbildungsanstalt zu St. Anna bzw. in der Hegelgasse (Wien I). 1865–78 künstlerischer Direktor der Wiener Singakademie und 1866–80 Chormeister des Wiener Männergesang-Vereins (1867 Dirigent der UA von Joh. Strauß’ Sohn Walzer An der schönen blauen Donau). 1880–86 führte er den Titel „Univ.s-Musikdirektor“, 1897 wurde er in die Staatsprüfungskommission für Lehrerbildungsanstalten und Mittelschulen berufen.


Gedenkstätten
Gedenktafel am Geburtshaus; W.weg (Wien XXII-Kagran); ehrenhalber gewidmetes Grab am Hietzinger Friedhof (Wien XIII, s. Abb.); W.-Büste im Stift Zwettl; R. W. Museum in Scheideldorf.
Ehrungen
1. Preis beim Bundesfest des Oberösterr.-Salzburgischen Sängerbundes 1865 (f. Germania, 2. Preis: A. Bruckner); Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone 1868; Ehrenmitglied des Akademischen Gesangvereins 1869, der Wr. Singakad. 1877, des Wr. Männergesang-Vereins 1880, der Philharmonischen Ges. Laibach1909; Prof.-Titel 1871; Ehrenchormeister (1880) u. Ehrenpräsident (1908) des Akademischen Gesangvereins; taxfreies Bürgerrecht der Stadt Wien 1905; Bach-Medaille der Wr. Singakad. 1908; Ehrenbürger von Scheideldorf 1910; österr. u. ausländische Orden.
Werke
Opern (Der Liebesring, Der schwarze Leopold), Singspiele (Wr. Schule, Das Urteil des Paris), Messen, Dt. Requiem, Männer- u. gemischte Chöre (Alpenstimmen aus Österreich [6 Serien]), Lieder, Klaviermusik, Orgelpräludium; Gesangbücher; Bearbeitungen f. Chor. – Teilnachlass in der Wienbibliothek.
Schriften
Musikpädagogische Arbeiten (Methodische Anleitung zum elementaren Gesang-Unterricht 1875; Allgemeine Musiklehre oder musikalische Elementarlehre 1878).


Unklar ist, ob ein Verwandtschaftsverhältnis zu Karl W. (* 1878 Wien, † ?) bestand, der Schüler des Konservatoriums der GdM war und als Chorleiter, Kirchenmusiker, Orgelbausachverständiger und Komponist wirkte.


Literatur
J. Frieben, R. W., Diss. Wien 1960; P. Altmann, R. W. (1835–1911), 1985; K. Windhör, R. W. u. das Wr. Chorwesen. Aspekte u. Stationen, Dipl.arb. Wien 2002; Kosch 5 (2004); MGG 14 (1968); Erhart 1998; BrucknerH 1996 [W., Männergesang-Verein „Sängerbund“ (Foto A. W.)]; F. Scheder, Anton Bruckner Chronologie. Registerbd. 1996; L. Nowak in Mitteilungsbl. der Internationalen Bruckner-Ges. 26 (1985); Bericht des Männergesang-Vereines „Sängerbund“ in Linz 1882, v. a. 5f u. 189–196 [A. W.]; A. Harrandt in O. Wessely et al. (Hg.), [Kgr.-Ber.] Bruckner-Symposion 1994, 1997; Riemann 1929; Eisenberg 1893; J. Jernek, Der österr. Männerchorgesang im 19. Jh., Diss. Wien 1937; Wurzbach 54 (1886); Adametz (1943); R. Fischer (Hg.), Dt. Chormeisterbuch 1925; Kosel 1902; F. J. Ewens, Lex. des dt. Chorwesens 1954; Beiträge von V. Keldorfer u. A. Decker in E. Bild (Hg.), [Fs.] Der Niederösterr. Sängerbund 1863–1913, 1913; F-A 1936; Czeike 5 (1997) [W.weg]; Chronik der Liedertafel „Frohsinn“ in Linz 1895, 257; MGÖ 3 (1995); Taufbuch 1784–1839 der Pfarre Scheideldorf, fol. 52; www.wienersingakademie.at (3/2006).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Weinwurm, Brüder‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 11/08/2017]