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Weis-Ostborn Weis-Ostborn Josef: (eig. Weis Ritter von Ostborn), Familie
Josef: * 1806 -11-1717.11.1806 Wien, † 1904 -02-1010.2.1904 Graz. Violinist. Betätigte sich als dilettierender Geiger, N. Paganini widmete ihm 1832 in Paris ein Erinnerungsblatt. Er ehelichte eine Nichte von A. Hüttenbrenner, durch die die Familie in den Besitz mehrerer Autographe von Fr. Schubert kam. Seine Schwester Marie Pauline (1806–88), verheiratet mit Karl v. Rokitansky und Mutter von H. v. Rokitansky, trat als Sängerin in Erscheinung.

Seine Söhne

Hans: * 19.3.1846 Wien, † 29.8.1906 Weiz/St. Rechtsanwalt, Dirigent, Komponist. Praktizierte als Rechtsanwalt (Dr. jur.) in Graz und Weiz, daneben erwarb er sich große Verdienste um das Grazer Musikleben. So stand er u. a. mit Rich. Wagner in Briefverkehr, der auf seine Vermittlung hin 1873 in einem Konzert des von ihm mitbegründeten Grazer Richard Wagner-Vereins dirigieren sollte; Terminschwierigkeiten verhinderten dies jedoch.


Werke
Operette Der Sonntagsjäger 1869, Orchesterwerke, Messe, Chöre, Lieder.


Julius: * 11.2.1862 Wiener Neustadt/NÖ, † 24.9.1927 Maria Saal/K. Finanzbeamter und Chordirigent. Dr. jur., fungierte 1906–22 als Chormeister der Grazer Akademischen Sängerschaft Gothia und war mit G. Mahler befreundet, den er intensiv förderte (Grazer EA.en des Klagenden Lieds und der 8. Symphonie, Österreichische EA des Lieds von der Erde). Sein in Wien lebender Sohn, der Arzt Wolfgang W.-O., galt als sehr guter Musiker.


Ehrungen
Hofrat; Ehrenchormeister des Grazer akademischen Gesangvereins Gothia.


Hans’ Sohn Rudolf: * 8.11.1876 Graz, † 18.12.1962 Graz. Dirigent und Komponist. Erhielt seine musikalische Ausbildung 1892–1900 an der MSch. des Musikvereins für Steiermark (v. a. bei E. W. Degner) und betrieb private Gesangstudien bei Marie Krämer-Widl; daneben studierte er 1896–1900 an der Univ. Graz Musikgeschichte und Ästhetik (bei F. v. Hausegger). 1902–12 war W.-O. Musikdirektor und Organist in Knittelfeld, hier Gründer des Philharmonischen Vereins und Chormeister des Sängervereins. 1913–19 Direktor der MSch. der Philharmonischen Gesellschaft in Laibach, danach kurz Chordirektor in Groß-St. Florian/St. 1920–56 Domchordirektor in Graz, daneben Unterrichtstätigkeit am Akademischen Gymnasium sowie am Konservatorium. Chormeister des Grazer MGV.s (1921–23), des Grazer Männerchors (1925–32), der Akademischen Sängerschaft Gothia (1930–33) und des Kaufmännischen Gesangvereins (1923–26) sowie Dirigent des Hausorchesters (Orchesterverein) des Grazer Lehrergesangvereins.


Gedenkstätten
Gedenktafel am Wohnhaus (Graz, Burggasse 5); Porträtrelief in d. Landesmusikschule, Nikolaig.2, Graz.
Ehrungen
Ehrenchormeister des Knittelfelder Sängervereins 1912; Prof.-Titel 1929; Päpstlicher Silvester-Orden 1956; Ehrenmitglied des Steirischen Tonkünstlerbundes (1959) u. des Steirischen Sängerbundes (1961).
Werke
Oratorium Christophorus, Messen, Requien, kleinere Kirchenmusikwerke, gemischte u. Männerchöre, Kammermusik, Volksliedbearbeitungen, Klaviermusik, Lieder, Orgelsätze zum Kirchengesangbuch Lobet den Herrn!; – (Hg.) kirchliches Liederbuch f. Mittelschulen Sursum Corda 1910 (21912).
Literatur
K. Stekl in Ders./W. Suppan (Hg.), [Fs.] Steirische Musikerjubiläen 1971; StMl 1962–66; Riemann 1961 u. 1975; W. Suppan in Mitt. d. Steir. Tonkünstlerbundes 1 (1960); W. Suppan in Stud. mus. 6 (1964); SchubertL 1997; Müller-Asow 1929; Kürschner 1954; [Kat.] Musik i. d. St. 1980 [Foto R. W.-O.]; R. Fischer (Hg.), Dt. Chormeisterbuch 1925; F. J. Ewens, Lex. des dt. Chorwesens 1954; Weissenbäck 1937; Ch. Glanz, Die Grazer Akademische Sängerschaft „Gothia“ u. die Rolle der Musik in ihrer Gesch., Dipl.arb. Graz 1984; F-A 1936 u. 2 (1978); Wurzbach 26 (1874) [Rokitansky]; Die Stunde 4.10.1927, 5; www.oerwg.com (5/2006).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Weis-Ostborn (eig. Weis Ritter von Ostborn), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]