Weißenbäck, Andreas CanReg (Franz)
* 26.11.1880 St. Lorenzen am Wechsel/St, † 14.3.1960 Wien. Priester, Musikforscher, Dirigent und Komponist. Erhielt Musikunterricht im bischöflichen Seminar in Graz, trat 1899 in das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg ein; 1903 Profess, 1904 Priesterweihe. Er war bis 1911 in Wien und Umgebung als Seelsorger tätig und studierte daneben an der Univ. Musikwissenschaft (bei G. Adler, Dr. 1912) sowie Kontrapunkt bei St. Stocker. 1911 wurde er Stiftskapellmeister und Sängerknabenpräfekt in Klosterneuburg. An der von ihm, V. Goller und M. Springer 1910 gegründeten Kirchenmusik-Abteilung der Wiener MAkad. in Klosterneuburg (Kirchenmusikschulen) lehrte er ab 1912 Liturgik, Latein und Kirchenmusikgeschichte (1917 Prof., 1921–31 Leiter). Er war Mitbegründer der Musikzeitschrift Musica divina. 1923 gründete er die Kirchenmusik-Vereinigung Schola Austriaca, 1927 den Wiener Kammerchor, den er bis 1948 leitete. 1940–44 dirigierte er die Domkonzerte zu St. Stephan. Nach seinem Ruhestand 1945 war er als Glocken-Referent der Wiener Diözesankommission für Kirchenmusik tätig.
P: Reg.rat; Hofrat 1945; Ritterkreuz 1. Klasse des österr. Verdienstordens.
Schr: Johann Georg Albrechtsberger als Kirchenkomponist, Diss. Wien 1912 (Teildruck in StMw 14 [1927] u. in Jb. des Stiftes Klosterneuburg 6 [1914]); Weissenbäck 1937; gem. m. J. Pfundner, Tönendes Erz. Die abendländische Glocke als Toninstrument u. die historischen Glocken in Österreich 1961; Aufsätze u. a. in Musica sacra u. Musica divina.
W: geistliche Musik (Messen, Dt. Singmesse, Requien, Proprien, Te Deum, Salve Regina f. Frauenchor u. Org. 1918); Hymnen (St. Leopolds-Hymne), Motetten, Lieder.
Lit: G. Moißl in SK 7 (1960); G. Moißl, A. W. 1880–1960, 1962; Riemann 1961 u. 1975; StMl 1962–66; F-A 1936 u. 2 (1978); MGÖ 3 (1995).


ARa  
[ Zuletzt aktualisiert: 2011/06/29 10:40:33 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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