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Weys, Weys, true Rudolf Albrecht Ernst
* 1898-09-3030.9.1898 Graz, † 1978-02-2727.2.1978 Wien. Bühnenautor, Librettist, Kabarettist, Journalist, Dramaturg. Sohn des u. a. in Reichenberg und Norddeutschland tätigen Kapellmeisters Rudolf Franz W. (* 7.5.1873 Wien, † nach 1908 [Ort?]) und der Grazer Schauspielerin Hermine Wagner (1875–1912). Nach der Scheidung der Eltern 1906 blieb er bei seiner Mutter und begleitete sie zunächst auf ihren Engagements. 1909–17 Besuch des Realgymnasiums in Graz. Ging nach Kriegsdienst und Jus-Studium in Graz (Dr. 1922) 1923 nach Wien und arbeitete bis 1933 in diversen Berufen, u. a. als Buchhändler. Als Satiriker gründete er 1933 mit F. W. Stein die Kleinkunstbühne (Kabarett) Literatur am Naschmarkt, wo er bis zu deren Auflösung 1938 auch eigene Arbeiten – v. a. die von ihm eingeführten sog. Mittelstücke des Programms – aufführte (als erstes A. E. I. O. U. oder Wenn Österreich den Krieg gewonnen hätte, 1936 das Volksstück Pratermärchen); als Komponisten wirkten hier H. Zipper, F. Piesen, J. C. Knaflitsch. Am 1939 gegründeten Wiener Werkel (nach dem Zweiten Weltkrieg als Moulin Rouge) war W. einer der (durchaus nicht immer den Nationalsozialisten genehmen) Hausautoren, verfasste Nummern für Rolf Olsens Kleines Brettl, betätigte sich als Journalist und schrieb später auch Filmrezensionen für Die Presse. Als Leiter mehrerer Rundfunksendereihen (Wiener Theater, 1950–70 Vorhang auf) wurde er allgemein bekannt. W. war mit der Schauspielerin Gerda (eig. Gertrude), geb. Waschinsky (1905–90), verheiratet, die 1933–35 auch in der Literatur am Naschmarkt mitwirkte. Beider Sohn Rudolf d. J. (1938–2000) wirkte zeitweilig als Dramaturg am Burgtheater, 1978–85 auch bei den Wiener Festwochen.
Ehrungen
Eisernes Kreuz II. Klasse 1918; Silberne Ehrenmedaille der Stadt Wien 1968.
Werke
Libretti zum Musikalischen Lustspiel Lisa, benimm Dich! [gem. m. Ernst Friese, M: Hans Lang] 1938; zu Operetten (Der süßeste Schwindel der Welt [M: R. Stolz] 1937; Mädl im Frack [gem. m. E. Friese, M: H. Lang] 1943); zum Singspiel Die Straußbuben [gem. m. E. Marischka, M: Gebr. Strauß] 1946; Revue Ringstraßenmelodie 1942; Neutextierungen u. Bearbeitungen von Werken von F. Lehár u. F. v. Suppè; Hörspiele. – Nachlass: WStLB (mit Autobiographie).
Schriften
Literatur am Naschmarkt 1947; Cabaret u. Kabarett in Wien 1970; Wien bleibt Wien u. das geschieht ihm ganz recht 1974.
Literatur
K. E. Trdy, „Ein Brettl muss mir die Welt bedeuten…“, Dipl.arb. Wien 2006; H. Veigl, Lachen im Keller. Von den Budapestern zum Wr. Werkel 1986; A. Wolfartsberger, Das „Mittelstück“ im ‚Wr. Werkel‘, Dipl.arb. Wien 2004; M. Lang, Kleinkunst u. Widerstand, Diss. Wien 1967; Czeike 5 (1997); DBEM 2003; Personenlex. Öst. 2001; Bauer 1955; Ulrich 1997; MGÖ 3 (1995); Das interessante Bl. 17.2.1898, [14]; Neues Wr. Tagbl. 20.3.1908, 10; www.geschichtewiki.wien.gv.at (3/2021); eigene Recherchen.

Autor(en)
Uwe Harten
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Weys, Rudolf Albrecht Ernst‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 17.3.2021]
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

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