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Wiener, Wiener, true Hugo
* 1904-02-1616.2.1904 Wien, † 1993-05-1414.5.1993 Wien. Komponist, Pianist, Schriftsteller. Sohn des Pianisten Wolf (Wilhelm) Wiener (2.3.1859 Wien – 13.2.1942 Wien), erste Kompositionen und private Musikausbildung während der Schulzeit, daneben Claquer und Statist am Raimundtheater, wo er sein erstes Couplet für F. Imhoff schrieb. Dieser engagierte ihn als Klavierbegleiter für seine Auftritte bei „Bunten Abenden“. Dirigentenausbildung bei Franz Schönbaumsfeld. 1922 zweiter Kapellmeister in Pressburg, danach Kapellmeister im Wiener Apollo-Theater, wo er an der Seite von R. Stolz tätig war, später zweiter Kapellmeister im Ronacher. 1925/26 Kapellmeister des Kabaretts Hölle, 1928–38 Hausautor der Revuebühne Femina, daneben u. a. in Zusammenarbeit mit F. Löhner und F. Rotter Verfasser bzw. Bearbeiter von Operettenlibretti. 1938 im Zuge eines Gastspiels der Femina Emigration (Exil) zuerst nach Bogotá, 1939 mit seiner späteren Frau C. Kraner nach Caracas, wo er u. a. als Klavierlehrer arbeitete und gemeinsam mit Kraner Wiener Abende veranstaltete. Nach ihrer Heirat 1943 eröffneten sie Johnny’s Music Box, in der Kraner W.s Chansons vortrug. Ab 1948 wieder in Europa, schrieb W. Revuen für das Kabarett Casanova und fungierte 1950–65 neben K. Farkas als Co-Autor des Kabaretts Simpl und Klavierbegleiter seiner Frau. Durch gemeinsame Auftritte in Rundfunk und Fernsehen, Schallplattenaufnahmen sowie zahlreiche Gastspielreisen erzielte das Paar Kraner/W. große Popularität. Nach Farkas’ Tod 1971 an den Simpl zurückgekehrt, schrieb W. bis 1974 die Simpl-Programme allein. Darüber hinaus schuf er Komödien und Bearbeitungen bekannter Operetten und Musicals für Bühne und Fernsehen, schrieb Drehbücher und arbeitete an zahlreichen Fernsehsendungen in Österreich und Deutschland mit.
Gedenkstätten
Ehrengrab der Stadt Wien; Gedenktafel an seinem Wohnhaus in Baden bei Wien/NÖ (s. Abb.); H.-W.-Weg (Wien XXII).
Ehrungen
zahlreiche Ehrungen, u. a. Goldenes Verdienstzeichen der Republik Österreich 1964; Prof.-Titel 1972; Ehrenkreuz f. Wissenschaft u. Kunst I. Kl. 1984; Goldenes Ehrenzeichen der Stadt Wien 1989.
Werke
Operettenlibretti (gem. m. K. Breuer Viermal Ehe [M: E. Neumann] 1930; gem. m. F. Rotter Kadettenliebe 1934 [M: Paul Gyöngy]; gem. m. F. Löhner Der gütige Antonius 1935, Auf der grünen Wiese 1936, Gruß und Kuß aus der Wachau 1938 [M: jeweils J. Beneš]; gem. m. Robert Gilbert Die Reise um die Erde in achtzig Minuten [M: R. Stolz] 1937); musikalische Lustspiele (Die kluge Mama 1982 [M: E. Halletz]); ca. 500 Chansons (Ich wünsch mir zum Geburtstag einen Vorderzahn, Der Nowak läßt mich nicht verkommen, Ich kann den Novotny nicht leiden); über 100 Kabarettprogramme; Filmdrehbücher.
Schriften
(Auswahl:) Doppelconférence 1972; Das Beste aus dem Simpl 1973; zahlreiche Satiren (Krokodile fliegen nicht 1974; Die lieben Verwandten und andere Feinde 1977; Verliebt, verlobt, geheiratet 1978; Wie das Leben so spielt 1980; Ich erinnere mich nicht. Keine Memoiren 1985; „Lesen Sie wohl!“ 1989); Zeitensprünge. Erinnerungen eines alten Jünglings (Autobiographie).
Literatur
K. Sedlak, „Heiterkeit auf Lebenszeit“...? . H. W. und seine Wirkungsstätten, Diss. Wien 2009 (online); Fink 2000; Czeike 5 (1997); K. Sedlak in M.-Th. Arnbom/G. Wacks (Hg.), Das Theater und Kaberett „Die Hölle“ 2010; Biogr. Hb. der dtspr. Emigration 1983; K. Budzinski, Das Kabarett 1985; Ackerl/Weissensteiner 1992; Lang 1986; ÖL 1995; eigene Recherchen.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Wiener, Hugo‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 19/03/2018]

MEDIEN
Wiener mit seiner Ehefrau Cissy Kraner im Studio Wien des Senders Rot-Weiß-Rot, 1950© Bildarchiv Austria, ÖNB
Wiener mit seiner Ehefrau Cissy Kraner im Studio Wien des Senders Rot-Weiß-Rot, 1950  © Bildarchiv Austria, ÖNB
Gedenktafel in Baden
Gedenktafel in Baden

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