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Wiesenthal, Wiesenthal, true Schwestern
Tänzerinnen

Ausgebildet an der Ballettschule der Wiener Hofoper, war Grete (Margarete) W. (* 9.12.1885 Wien, † 22.6.1970 Wien) seit 1901 Mitglied des Hauses. Sie verließ dieses 1908, um zusammen mit den Schwestern Elsa (* 22.6.1887 Wien , † ?.2.1967 Zürich/CH), die ebenfalls Mitglied der Hofoper gewesen war, und Berta (* 10.8.1892 Wien, † 2.10.1953 Stockerau/NÖ) einen eigenen Stil des Tanzes zu realisieren. Ab da Movens der modernen Tanzszene, selbst in der Bewegung des Wiener Jugendstils sowie im Kreis um H. von Hofmannsthal und M. Reinhardt verankert, war G. W.s Stil deswegen so erfolgreich, weil sie das in Bild und Plastik bereits vorhandene Charakteristikum der Zeit – die Bewegung – gültig auf die Tanzbühne zu übertragen wusste. Mit der von ihr verinnerlichten klassischen Technik als stärkender aber nicht sichtbarer Basis, baut W.s Stil auf Musikalität und einem gleichsam schwebend-fließenden Schwung. W.s völlig unsentimentale Sicht des Walzers, mit dem sie weltweit Erfolge erzielen konnte, gehört zu den bleibenden künstlerischen Errungenschaften der Wiener Stadtkultur. Ab 1910 als Solotänzerin (auch in Pantomimen und Filmen), als Lehrerin und Leiterin einer eigener Schule und Tanzgruppe, als Choreographin der Staatsoper (Der Taugenichts in Wien, 1930) sowie als Leiterin der Tanzabteilung der Wiener MAkad. (1945–51), darüber hinaus Mitarbeiterin der Salzburger Festspiele war sie über ein halbes Jh. hinaus ein Zentrum eben dieser Stadtkultur.

Nach der Trennung der Schwestern bildete E. W. ab 1910 mit B. W. ein Tanzduo, ab 1918 mit der hinzugekommenen Martha (Marta) W. (* 9.1.1902 Wien, † 8.2.1996 [Ort?]) ein Trio, das bis Ende der 1920er Jahre auftrat. Bei É. Jaques-Dalcroze in Hellerau bei Dresden/D ausgebildet, war Gertrud W. (* 5.2.1890 Wien, † ?.5.1981 [Ort?]) 1914–52 Prof.in für Klavier an der MAkad.


Gedenkstätten
G (Gr. W.): W.gasse (Wien X).
Ehrungen
P (Gr. W.): Ehrengrab Wr. Zentralfriedhof; Ehrenmitglied MUniv. Wien.
Schriften
Schr (Gr. W.): Der Aufstieg. Aus dem Leben einer Tänzerin 1919; Die ersten Schritte 1947; Iffi. Roman einer Tänzerin 1951.
Literatur
R. Huber-Wiesenthal, Die Schwestern W. Ein Buch eigenen Erlebens 1934; I. Prenner, Gr. W., Diss. Wien 1950; R. Witzmann, [Kat.] Die neue Körpersprache – Gr. W. u. ihr Tanz 1985; L. M. Fiedler/M. Lang (Hg.), Gr. W. Die Schönheit der Sprache des Körpers im Tanz 1985; Raab 1994; Czeike 5 (1997).

Autor(en)
Gunhild Oberzaucher-Schüller
Empfohlene Zitierweise
Gunhild Oberzaucher-Schüller, Art. „Wiesenthal, Schwestern‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]