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Zichy-Vásonykeő, Zichy-Vásonykeő, true Familie
Altungarisches Grafengeschlecht

Karl (Károly): * 4.3.1753 Pressburg (Bratislava), † 28.9.1826 Wien. Staatsmann und Mäzen. Sohn von Stephan (István) Z.-V. (1715–67) und Maria Cäcilia Gräfin v. Stubenberg. Besuchte 1759–71 die Theresianische Ritterakad. in Wien und stieg vom Mitarbeiter der Hofkammer und der Ungarisch-Siebenbürgischen Hofkanzlei bis zum Minister (1808 Staats- und Konferenz-, 1809 Kriegs-, 1813/14 Innen-) auf. 1787 Obergespan des Komitats Raab (Győr/H), 1788 „Judex Curiae“. Z. gilt als einer der aristokratischen Förderer W. A. Mozarts, der u. a. am 20.3.1784 in einer Privatakad. bei ihm spielte. Seine Frau (1776) Maria Antonia (auch Anna Maria: * 10.4.1759 [Ort?], † 18.1.1809 Wien, Enkelin von J. J. Fürst Khevenhüller-Metsch) dürfte 1782 – zumindest kurzzeitig – Mozarts Schülerin gewesen sein.


Ehrungen
Illyrischer Hofkommissionsrat 1775; wirklicher Hofrat 1777; Geheimer Rat 1785; Ritter des Goldenen Vlies; Großkreuz des ungarischen St. Stephan-Ordens.


Sein Bruder Stefan (István): * 14.7.1757 Esseg?/Kroatien (Osijek/HR), † 30.6.1841 Wien. Mäzen, Theaterliebhaber. K. k. Geheimer Rat und Kämmerer, gehörte neben Mitgliedern der Familien Lobkowitz, Esterházy, Lodron, Pálffy-Erdőd und Schwarzenberg 1806–08 [–1810?] jener Hoftheater-Unternehmungsgesellschaft an, die das Theater an der Wien erwarb und die Hoftheater pachtete. Bereits 1784 fand sich sein Name – wie auch jener seines Bruders Karl – auf der Subskribentenliste von Mozarts sog. Trattnerhofkonzerten J. Th. Trattner v. Trattnern). Verheiratet war Stefan mit Maria Theresia (* 17.1.1760 Pressburg, † 6.5.1833 Wien), einer Tochter von N. v. Pálffy-Erdőd.

K.s und St.s Cousine im dritten Grad Pauline (* 14.1.1836 [Ort?], † nach 1868 [Ort?]) ehelichte nach ihrer Scheidung (1867) von Werner Frh. von Oldershausen 1868 H. Schläger. Bei K.s und St.s Cousin im 2. Grad Johann Nepomuk (* 30.6.1777 [Ort?], † 26.7.1830 [Ort?]) fand H. Marschner 1816 in Pressburg eine Anstellung als Hausmusiklehrer.

K.s und St.s Urgroßneffe Géza: * 23.7.1849 Sztára/Ungarn (Staré/SK), † 14. oder 15.1.1924 Budapest. Pianist, Dichter, Komponist. Verbrachte seine Jugend in Tyrnau (Trnava/SK) und ab 1860 in Pressburg, wo er Jus studierte; anschließend im Verwaltungsdienst tätig, Mitglied des ungarischen Magnatenhauses. Im Alter von 14 Jahren verlor Z. infolge eines Jagdunfalls seinen rechten Arm, konnte jedoch trotzdem ab 1866 als Klaviervirtuose reüssieren und unternahm ab 1880 Konzertreisen. Harmonielehre studierte Z. bei K. Mayrberger, Komposition bei R. Volkmann und Klavier bei seinem Freund F. Liszt, mit dem er gemeinsam in Wohltätigkeitskonzerten auftrat und der einige Werke Z.s bearbeitete. 1875–1918 war er Präsident der Budapester Landes-MAkad. bzw. des ungarischen Nationalkonservatoriums. 1891–94 auch Intendant der Budapester Oper, führte seine Ablehnung G. Mahlers zu dessen Rücktritt als Musikdirektor. H. Wottawa stand 1886–88 als Klavierlehrer in Z.s Diensten.


Ehrungen
Geheimer Rat; K. k. Kammerherr; Mitglied der Ungarischen Akad. der Wissenschaften 1911; zahlreiche Ehrenmitgliedschaften und Orden.
Werke
5 Opern (Alár 1896, Roland mester 1899, Rákóczi-Trilogie [Rákóczi Ferencz, Nemo, Rodostò] 1905–12), Ballett Gemma 1903, Klavierkonzert Es-Dur f. die linke Hand, Klavierstücke u. -transkriptionen f. die linke Hand, Chöre, Lieder.
Schriften
Gedichte, Dramen, Lustspiele; Aus meinem Leben, 3 Bde. 1911–20; Das Buch des Einarmigen. Ratschläge zur Aneignung der Fähigkeit, mit einer Hand selbständig zu werden 1914.
Literatur
Lit (chron.): Wurzbach 60 (1891); Kosel 1902; E. Mann et al. (Hg.), Deutschlands, Österreich-Ungarns u. der Schweiz Musiker in Wort u. Bild 1 (1909/10) [Foto G. Z.-V.]; Deutschlands, Österreich-Ungarns u. der Schweiz Gelehrte, Künstler u. Schriftsteller in Wort u. Bild 2 (1910) [Foto G. Z.-V.]; J. Szinnyei, Magyar írok 14 (1914); F-A 1936; Riemann 1929, 1961 u. 1975; Deutsch, Mozart Dokumente 1961; W. A. Bauer/O. E. Deutsch (Hg.), Mozart. Briefe u. Aufzeichnungen, 7 Bde. 1962ff; ZeneiL 3 (1965); MGG 14 (1968); E. Schenk, Mozart 21975; Stieger II/3 (1978); Hadamowsky 1988; Slovenský Biografický Slovnik 6 (1994); MGÖ 2 (1995); NGroveD 27 (2001); MGG 11 (2004) [Marschner]; G. Gruber/J. Brügge (Hg.), Das Mozart-Lex. 2005; A. Ehrlich (Hg.), Berühmte Klavierspieler der Vergangenheit und Gegenwart 1893; WStLA (Portheim-Kat.; TBP 1809, 1833, 1841); eigene Recherchen.

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Zichy-Vásonykeő, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 03/10/2006]