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Zieritz, Zieritz, true Grete (Margarethe) Edle von
* 1899 -03-1010.3.1899 Wien, 2001 -11-2626.11.2001 Berlin. Komponistin, Pianistin und Musikpädagogin. Tochter des Berufsoffiziers Karl Ferdinand Z. (geadelt 4.1.1918) und der Malerin Henrica Vera Josefa Neumann. Seit ihrer Kindheit, die sie neben Wien (bis 1906) in Innsbruck (1906–09) und Lemberg (L’viv/UA; 1909–12) verbrachte, wurde ihre frühreife musikalische Begabung durch Klavierunterricht gefördert. Als die Familie zwischen 1912/17 in Graz lebte, wurde Z. in der Schule des Steiermärkischen Musikvereins Schülerin von H. Kroemer (Klavier) und R. v. Mojsisovics (Komposition). Ab dem Schuljahr 1915/16 trat sie auch als Komponistin an die Öffentlichkeit. 1917 ging sie nach Berlin, wo sie nach dem Klavierstudium am Stern’schen Konservatorium (bei Martin Krause und Rudolf Maria Breithaupt) als Lehrerin (1919) angestellt wurde. Nach dem großen Erfolg ihrer Japanischen Lieder (1921) entschied sie sich jedoch für die Komposition und wurde 1926–31 Schülerin von F. Schreker an der MHsch. in Berlin. Obwohl der Schwerpunkt ihres umfangreichen Schaffens in der Kammermusik liegt, hinterließ sie auch zahlreiche Orchesterwerke. Als international geachtete Künstlerin mit intensiven ausländischen Kontakten (u. a. auch in den ehemaligen Ostblockländern wie UdSSR oder Rumänien) schuf sie zahlreiche politisch engagierte Werke (vgl. etwa Waldspaziergang für Klarinette solo 1983, Kosmische Wanderung 1986, Kassandra-Rufe 1986, Zigeunerkonzert 1988) und setzte sich entschieden für den internationalen Frieden ein (Frauen komponieren für den Frieden 1981, an der Hsch. der Künste in Berlin).
Ehrungen
Mendelssohn-Preis 1928; Prof.-Titel 1958; Österr. Ehrenkreuz f. Wissenschaft u. Kunst, 1978; Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland 1979 u. a.
Werke
Orchesterwerke (Kleine Abendmusik f. Streicher op. 6, Tripelfuge f. Streichorch. op. 38, Intermezzo diabolico f. großes Orch. op. 46); Konzerte u. Konzertstücke f. Soloinstrumente u. Orch. (Das Gifthorner Konzert f. Fl., Hf. u. Streichorch. op. 68, Serenata f. 4 konzertierende Solobläser, Hf., Schlagzeug u. Streichorch. op. 89, Le violon de la mort. Danses macabres. Duo concertant f. V., Kl. u. Orch. op. 103, Zigeunerkonzert f. eine Solovioline u. Orch. in sechs Bildern p. 153); Kammermusik: zahlreiche Klavierwerke (I. Klaviersonate op. 41, Vier Klavierstücke op. 111, Fünf Klavierstücke p. 115), Kompositionen f. Kammerensemble m. Cymbal wie z. B. Der Zigeunerwagen op. 100, Kammermusik m. Kl. (Sonate f. Va. u. Kl. op. 67, 1939, Quintett f. Klar., V., Va., Vc., Kl. u. Schlagzeug op. 135), Kammermusik ohne Kl. (Sextett f. Fg. u. Streichquintett op. 120, Danza f. 3 Git. op. 148, Ildico und Attila, Szene f. V. u. fünfsaitigen Kb. op. 149, Kassandra-Rufe nach 10 Bildern des Malers Christoph Niess op. 159), Werke f. Soloinstrumente (Autobiographie f. Solovioline op. 121, Le roi a fait battre tambour, Monodram f. hautbois d’amour op. 134, Waldspaziergang f. Klar. solo op. 156); Vokalmusik: Lieder sowie Sologesang m. div. Instrumenten wie Zigeunermusik f. Sopran, Fl., V. u. Kl. op. 96, Lieder zum Mond f. Koloratursopran, Fl., Ob. Klar. u. Fg. op. 138; Sologesang m. Orch. (Passion im Urwald, Sechs Gesänge auf eigene Texte f. Sopran u. Orch. op. 45, Japanische Lieder f. Sopran u. Kammerorch. op. 133), Sologesang m. Chor u. Orch. (Der 60. Psalm f. Bariton-Solo, gemischten Chor u. Orch. op. 43, Fragment), Chorwerke a cappella u. a.
Literatur
Marx/Haas 2001; MGG 14 (1968); NGroveD 27 (2001); J. Lansky in Mitt. d. Steir. Tonkünstlerbundes 19–20 (1964); U. Werk, G. v. Z. 1989; R. Aigner, G. v. Z.: Leben u. Werk, Diss. Wien 1990; IÖM (Hg.), Musikalische Dokumentation G. v. Z. 2001; D. Schenk, Die HSch. für Musik zu Berlin 2004, 318.

Autor(en)
Dagmar Glüxam
Empfohlene Zitierweise
Dagmar Glüxam, Art. „Zieritz, Grete (Margarethe) Edle von‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]