
Altomonte
(Altamonte, Altemonte),
Katharina (eig. Catharina Elisabetha Helena Apollonia)
* 18.11.1761 Wien,
† 2.2.1835 Wien.
Sängerin (Sopran).
War die Enkelin des Barockmalers Martino A. (1657–1745), Tochter des Architekten Andrea A. (1699–1780) und Nichte des Malers Bartolomeo A. (1694–1783). Ihr Vater heiratete 1759 in zweiter Ehe Maria Helena Unschalk, die Tochter eines Finanzbeamten. Von den drei Kindern der beiden erreichte nur A. das Erwachsenenalter. Sie muss eine profunde musikalische Ausbildung erhalten haben. Das Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag bescheinigte ihr 1796 „wirklich musikalisches Genie“; gelobt wird ihr „wahrhaft italiänischer Gesang“ und ihre Fähigkeit, beim Klavierspiel vom Blatt zu lesen. Sie singe „meisterhaft“ mit Orchesterbegleitung, aber auch „mit großer Beurtheilung“ und „enthusiastischem Gefühle“ Lieder, die sie selbst am Klavier begleite. A. blieb zeitlebens unverheiratet. 1805–16 wurde sie in den Hofschematismen als Kammerdienerin der Erzherzogin Maria Klementine (1798–1881) geführt. Als Sängerin war sie im damaligen Sinne Dilettantin, d. h. sie verdiente mit ihren Auftritten kein Geld. Dennoch sang sie auf hohem Niveau, häufig zusammen mit professionellen Sängern, und bewegte sich in Kreisen des Hofs und des hohen Adels. In der Fastenzeit 1789 wirkte sie in einer von W. A. Mozart geleiteten Aufführung der Gesellschaft der Assoziierten Cavaliers bei Graf Johann Esterházy mit; auf dem Programm stand G. F. Händels Messias in Mozarts Bearbeitung. Oft sang sie in den Hauskonzerten, die Kaiserin Maria Theresia, die Mutter Maria Klementines, in ihren Räumlichkeiten veranstaltete. Belegt sind in den Jahren 1801–03 Auftritte in Arien und Ensembles aus italienischen Opern von Domenico Cimarosa, Giovanni Simone Mayr, A. Salieri und anderen aktuellen Werken der Jahrhundertwende. Wir kennen auch geistliche Werke, die dort in der Osterzeit erklangen, darunter G. B. Pergolesis Stabat mater in einem Arrangement von J. Eybler, Salieris Gesù al limbo und J. Haydns Die sieben letzten Worte. In allen genannten Werken übernahm A. eine tragende Rolle. I. v. Mosel führt die kaiserliche Kammerdienerin in seiner Uebersicht des gegenwärtigen Zustandes der Tonkunst in Wien (1808) als „Altistin [sic], die sich besonders durch classischen Vortrag“ auszeichne.
Literatur
J. Rice, Empress Marie Therese and Music at the Viennese Court, 1792–1807, 2003; C. Köhn, Die Gesellschaft der Assoziierten, Diss. Wien 2025; Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag 1796, 4f; [I. v. Mosel] in Vaterländische Bll. 27.5.1808, 39–44 und 31.5.1808, 50–54, hier 51; J. C. Rosenbaum, Tagebücher (ÖNB, Hsslg. SN 194-204), Arbeitstranskription von P. Prokop, https://db.adler-wien.eu (12/2025); Trauungsbuch der Pfarre St. Stephan (Wien I) 1758–60, fol. 191; Sterbebuch der Pfarre St. Stephan 1761–64, pag. 15; Taufbuch der Pfarre St. Stephan 1760–62, fol. 241; Sterbebuch der Pfarre St. Stephan 1765–68, pag. 98; Sterbebuch der Hofburgpfarre (Wien I) 1825–98, fol. 49.
J. Rice, Empress Marie Therese and Music at the Viennese Court, 1792–1807, 2003; C. Köhn, Die Gesellschaft der Assoziierten, Diss. Wien 2025; Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag 1796, 4f; [I. v. Mosel] in Vaterländische Bll. 27.5.1808, 39–44 und 31.5.1808, 50–54, hier 51; J. C. Rosenbaum, Tagebücher (ÖNB, Hsslg. SN 194-204), Arbeitstranskription von P. Prokop, https://db.adler-wien.eu (12/2025); Trauungsbuch der Pfarre St. Stephan (Wien I) 1758–60, fol. 191; Sterbebuch der Pfarre St. Stephan 1761–64, pag. 15; Taufbuch der Pfarre St. Stephan 1760–62, fol. 241; Sterbebuch der Pfarre St. Stephan 1765–68, pag. 98; Sterbebuch der Hofburgpfarre (Wien I) 1825–98, fol. 49.
Autor*innen
ME
Letzte inhaltliche Änderung
28.1.2026
Empfohlene Zitierweise
ME,
Art. „Altomonte (Altamonte, Altemonte), Katharina (eig. Catharina Elisabetha Helena Apollonia)“,
in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung:
28.1.2026, abgerufen am ),
https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_A/Altomonte_Katharina.xml
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