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Argauer, Argauer, Wilhelm: Brüder
Wilhelm: * 1863-03-2222.3.1863 Währing/NÖ (Wien XVIII), † 1904-02-2828.2.1904 Wien. Kapellmeister, Komponist, Musikpädagoge. Sohn eines Rothgärbermeisters, studierte 1873–81 am Konservatorium der GdM Flöte (bei A. F. Doppler); Nebenfächer: Klavier, allgemeine Musiklehre, Harmonielehre, Chorschule. Ab 1876 soll er bereits selbst Musikunterricht erteilt haben, ab 1878 war er Flötist im Orchester des Theaters in der Josefstadt. Vermutlich 1880–84 gehörte A. auch der Kapelle von N. v. Rothschild an (mit dieser Konzertreise bis nach London). 1885/86 Korrepetitor am Theater in der Josefstadt (unter P. Mestrozi), in den Sommern 1886–88 war A. jeweils 2. Kpm. am Fürsttheater (1. Kpm. 1886 F. Roth, 1887 H. M. Wallner, 1888 Leopold Kuhn). Mit Roth dürfte A. in engerer Verbindung gestanden sein, dieser war im August 1886 bei A.s („Kapellmeister und Musikschul Inhaber“) Trauung mit Theresia Friedl (* 9.8.1861 Wien, † 10.5.1940 Wien) dessen Trauzeuge und 1889–1900 1. Kpm. am Wiener Deutschen Volkstheater, während A. als 2. Kpm. fungierte. 1888/89 leitete A. in der Nachfolge von K. Kratzl den Döblinger Männergesangverein (Nachfolger: E. Göttl), bei dem er bereits 1887 als Dirigent eingesprungen war; ab 1901 nach H. Wagner auch Chormeister der Döblinger Musikfreunde. Außerdem war A. 1901/02 Mitbegründer und bis zuletzt Dirigent des Wiener Volks-Symphonie-Orchester-Vereins. Die Taufpatin seines Sohnes Robert Rosette (1890–1935) war R. Hellmesberger, weiters hatte A. zwei Töchter: Stefanie Josefine (1888–1912) und Josefa Rosalia (* 1893, † ?).
Werke
Possen (Wo ist der Frack? [T: Friedrich Rotter] UA 18.4.1888 Fürsttheater; O du Chineser [T: F. Rotter] UA 2.5.1896 Jantschtheater; Die fesche Pepi [T: L. Krenn, C. Lindau] UA 23.1.1897 Theater an der Wien; Annagasse Nr. 27 [T: L. Krenn, František Ferdinand Šamberk, Albert Teller] UA 31.12.1889 Carltheater; Wien, wie es lebt und liebt [T: F. Rotter, F. F. Šamberk] ca. 1893; Darah bumdio [T: F. Rotter]); Ouvertüren; Intermezzo f. Orch. Der Traum eines Wiener’s in der Fremde; Walzer (Die Wienerinnen, Rosa-Retty-Walzer, So denkt, so fühlt und tanzt man heut, Valse brillante, Concert-Walzer in E-Dur [A. Grünfeld gewidmet] und Märsche f. Kl. (Erzhzg. Ferdinand Carl Marsch op. 198).

August: * 13.8.1865 Währing, † 6.10.1906 Wien. Trompeter, Kapellmeister, Komponist. Studierte 1879–83 Trompete bei Adalbert Maschek bzw. Ferd. Schubert (d. J.) am Konservatorium der GdM (Nebenfächer: Harmonielehre, Klavier, Musikgeschichte). Angaben über seine berufliche Betätigung fehlen vollständig, 1903 war er Mitglied des Wiener Volks-Symphonie-Orchester-Vereins. A. A. starb als geschiedener Musikdirektor und Kapellmeister.


Werke
Wr. Volks Radfahrer-Marsch f. Kl. op. 30.
Literatur
Eisenberg 1893; F-A 1936; A. Fischer (Hg.), Die Musikstätten Österreichs 1928, 44; Stieger I/2 (1977); Wiener Volks-Symphonie-Orchester-Verein unter dem Protektorate der hochgeborenen Frau Gräfin Mysa Wydenbruck-Esterházy [1903]; Die Presse 18.4.1888, 12; Neuigkeits-Welt-Bl. 11.9.1889, [5]; Dt. Kunst- und Musik-Ztg. 3.1.1888, 381, 1.2.1889, 23, 15.3.1889, 78, 1.11.1889, 255; Dt. Volksbl. 30.12.1889, 4, 19.5.1893, 7, 29.4.1896, 9; Neues Wr. Journal 24.1.1897, 9, 8.10.1906, 3, 11.11.1935, 2; NFP 18.4.1897, 16; Ostdt. Rundschau 25.3.1900, 14; Illustrirtes Wiener Extrabl. 22.8.1900, 9, 30.3.1901, 9; Neues Wr. Tagbl. 1.3.1904, 11, 25.8.1913, 5; Die Lyra 15.3.1888, 112, 15.7.1888, 168, 15.3.1904, 175; Taufbuch 1860–64 der Pfarre Währing (Wien XVIII), fol. 202; Taufbuch 1865–68 der Pfarre Währing, fol. 49; Trauungsbuch 1886–89 der Pfarre Döbling (Wien XIX), fol. 32; Taufbuch 1887–88 der Pfarre Döbling, fol. 223; Taufbuch 1889–90 der Pfarre Döbling, fol. 190; Taufbuch 1893–94 der Pfarre Döbling, fol. 144; Sterbebuch 1901–07 der Pfarre Döbling, 1904, fol. 7; Sterbebuch 1906 der Pfarre Breitenfeld (Wien VIII), 67; https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Argauer (7/2021); eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM 1873–83; Bühnen-Jahrbücher und -Almanache; Lehmann-Adressbücher; Kataloge der ÖNB-Musikslg. und der WStLB; www.friedhoefewien.at; https://hofmeister.rhul.ac.uk/).

Autor*innen
Susanne Hofinger
Christian Fastl
Letzte inhaltliche Änderung
4.2.2022
Empfohlene Zitierweise
Susanne Hofinger/Christian Fastl, Art. „Argauer, Brüder‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 4.2.2022, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x003cdd54
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Wilhelm Argauer (Illustrirtes Jb. des Dt. Volkstheaters 1895, o. S.)
Wilhelm Argauer (Illustrirtes Wr. Extrabl. 30.3.1901, 9)© ANNO/ÖNB
Neues Wr. Journal 20.2.1897, 10© ANNO/ÖNB

DOI
10.1553/0x003cdd54
GND
Argauer, Wilhelm: 1016365047
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Argauer, August: 1245631764
OBV
Weiterführende Literatur

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