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ArminArmintrue (eig. Rottenstein), Josef
* 1858-08-044.8.1858 Pest (Budapest), † 1925-02-2525.2.1925 Wien. Schriftsteller, Volkssänger, Librettist. Der Sohn eines Schneiders machte seine ersten Bühnenerfahrungen als Knabe bei Kindervorstellungen im Deutschen Theater in Budapest. 1872 ging er nach Wien, arbeitete in einem Tuchgeschäft und erhielt eine Schauspielausbildung an der Kürschner’schen Theaterakademie (Wien I). Danach Komiker in einer reisenden Volkssängergesellschaft, mit der er durch Teile der Habsburger-Monarchie zog. In Lemberg lernte er die Schwestern A. und K. Rieder kennen, mit denen er spätestens seit 1883 einige Jahre lang in verschiedenen Städten der Monarchie auftrat. K. Rieder wurde seine Frau. Mit ihr wirkte er ab 1885 in der Gesellschaft Hirsch. Später kehrte er nach Budapest zurück, widmete sich der Varietébühne, wirkte als Regisseur und gründete eine eigene Singspielhalle. 1893–1900 in Wien als Regisseur, Autor und Komiker in Danzers Orpheum tätig, wo er häufig gemeinsam mit seiner Frau auftrat und v. a. in Parodien aus seiner Feder reüssierte. Dazu kamen im Sommer Gastspiele außerhalb Wiens. Im Frühjahr 1902 gründete A. das Budapester bunte Brettl, mit dem er in Nürnberg/D auftrat. Nachdem er jahrelang mit eigenen Werken (komische Einakter, Wienerlieder, Couplets, zum Teil mit eigener Musik) erfolgreich war, eröffnete A. im selben Jahr in Wien ein Repertoire-Büro und versorgte zahlreiche Varietékünstler mit eigenem Repertoire, u. a. auch die Budapester Orpheum Gesellschaft, für die er zum Hausautor avancierte. Einige seiner Werke erschienen im Druck. Bis etwa 1906 trat A. noch vereinzelt auf, danach widmete er sich ausschließlich seiner Tätigkeit als Schriftsteller und seiner Varietéschule, die ab 1908 im Apollo-Theater, später in der Wohnung Joanelligasse (Wien VI) bestanden haben dürfte. Dort unterrichteten auch seine Töchter Hermine (Herma, * 1.6.1884 Ort?, begr. 2.1.1980 Wien) und Ida (* 12.7.1892 Budapest?, begr. 23.8.1961 Wien). Nach seinem Tod betrieb zunächst eine Johanna A. dort noch bis zumindest 1930 eine MSch.; in welcher verwandtschaftlichen Beziehung sie zu A. stand, ist ungeklärt. 1931–40 unterrichteten an derselben Adresse wieder Herma und Ida.
Werke
Schwänke, Possen; Operettenlibretti (Freund Fritzl [M: Hermann Rosenzweig] 1893, Die Millionenbraut [M: Adolf Kmoch], Johann Strauß im Olymp [M: J. Strauß Sohn] 1900); Couplets (Im Omnibus, Wenn Gott will schießt e Besen); Liedtexte (Schwälbchen ziehet fort [M: B. Zerkovitz], Schackerl, Schackerl [M: Th. Wottitz], A Landpartie [M: Th. Wottitz], Der Gigerl Mucki [M: Johann Schilhanek].
Literatur
G. Wacks, Die Budapester Orpheumgesellschaft 2002, 65f; Czeike 1 (1992); Hauenstein 1976; Kosel 1 (1902); J. Koller, Das Wr. Volkssängertum in alter und neuer Zeit 1931; Pester Lloyd 1.8.1918, 8; Ostdt.e Rundschau 19.3.1902, 10; Neues Wr. Tagbl. 6.6.1912, 66; Allgemeine Sport-Ztg. 5.11.1893, 1151; Slg. ÖBL; Sterbebuch Alservorstadtpfarre (Wien VIII) 1923–26, [1925], fol. 15; https://de.wikipedia.org (6/2019); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at, Lehmanns Adresskalender).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Armin (eig. Rottenstein), Josef‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 22.10.2019]