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Barbag, Barbag, true Seweryn (Severin Eugen)
* 1891-09-044.9.1891 Przemyślany/Galizien (heute UA), † 1944-09-2626.9.1944 Świder bei Warschau/PL. Musikwissenschaftler, Komponist, Pianist, Musikpädagoge. Sohn eines in Przemyślany tätigen jüdischen Arztes. Während seiner Ausbildung am Gymnasium in Butschatsch/Galizien (Buczacz/UA) Privatunterricht im Klavierspiel. 1910–16 Studium an der Juridischen Fakultät der Univ. Lemberg. Während dieser Jahre studierte er hier auch Klavier bei V. Kurz und Musiktheorie bei Ludomir Różycki am Konservatorium des Galizischen Musikvereins. 1912/13 Reise durch Österreich-Ungarn, die Schweiz, Frankreich, Deutschland und Italien. 1915–17 und 1919–22 studierte er bei G. Adler, W. Fischer und E. Wellesz Musikwissenschaft an der Univ. Wien (Promotion 1923). 1919–21 nahm er in Wien Privatunterricht in Kontrapunkt und Komposition bei J. Marx und Klavier bei M. Brée. B. zog 1923 wieder nach Lemberg, das nach dem Ersten Weltkrieg zu Polen gehörte. 1923–39 unterrichtete er theoretische Fächer, Komposition und Klavier am Lemberger Institut für Musik (seit 1931 Karol Szymanowski Konservatorium für Musik). Ab 1926 unterrichtete er außerdem theoretische Fächer und Geschichte der Musik am Fryderyk Chopin Institut für Musik in Przemyśl/PL. Während der sowjetischen Besetzung Lembergs unterrichtete er 1940/41 im neu entstandenen Staatskonservatorium. Zu seinen Schülern in Przemyśl und Lemberg gehörte der polnische Dirigent, Pianist und Komponist Stanisław Wisłocki. In der Zwischenkriegszeit komponierte B. einige Werke, die in Lemberg aufgeführt wurden. Alle Manuskripte gingen allerdings nach 1939 verloren. B. war in Lemberg sowohl als Pianist wie auch durch seine 1930–39 für den Polnischen Rundfunk gehaltenen Beiträge bekannt. Er war Mitglied der 1930–33 bestehenden Lemberger Abteilung der Polnischen Gesellschaft für Neue Musik (einer Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik). In der Zwischenkriegszeit machte er sich in Polen auch als Musikpublizist einen Namen. Er schrieb für die in Warschau erscheinenden Zeitschriften Muzyka, Muzyka Polska und Kwartalnik Muzyczny, für die Lemberger Organe Lwowskie Wiadomości Muzyczne, Echo und Szopen sowie das in Przemyśl veröffentlichte Orkiestra (Redakteur: J. Koffler) und verfasste Bücher über die Lieder von F. Chopin und über Musikwissenschaft als wissenschaftliche Disziplin. Seine außermusikalischen Interessen spiegeln sich in der Aphorismensammlung Speculum vitae wider. Er war mit der Pianistin, Musikpädagogin und Musikwissenschaftlerin Irena Barbag-Drexler (1920–1995) verheiratet, die nach 1945 in Wien tätig war.
Schriften
Die Lieder von Robert Franz, Diss. Wien 1922; Studium o pieśniach Chopina 1927; Systematyka muzykologii 1928; Speculum vitae 1930.
Werke
(verschollen): Orchester- und Klavierwerke; Sonate für Vc. und Klavier; Lieder.
Literatur
H. Barbag-Jastrzębska in Słownik muzyków polskich 1 (1964); Z. Lissa in Encyklopedia muzyczna PWM 1 (1979); K. Bilica in Ruch Muzyczny 2/2021; M. Piekarski, Muzyka we Lwowie. Kompozytorzy, muzycy, instytucje 2018; MGG 2 (1999); www.friedhoefewien.at (2/2026); Archiv der Univ. Wien, Philosophische Fakultät, Rigorosenakt von Severin Eugen B., PHRA Sign. 5487.

Autor*innen
Michał Piekarski
Letzte inhaltliche Änderung
20.3.2026
Empfohlene Zitierweise
Michał Piekarski, Art. „Barbag, Seweryn (Severin Eugen)“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 20.3.2026, abgerufen am ), https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_B/Barbag_Seweryn.xml
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