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Bayer, Bayer, true Friedrich (Fritz)
* 1902-03-2222.3.1902 Wien, † 1954-10-2626.10.1954 Wien. Musiktheoretiker, Musikkritiker. B. maturierte 1920 am Realgymnasium Wien XVII, studierte 1921–25 Musiktheorie bei J. Marx an der Wiener MAkad. und setzte dieses Studium 1925–28 an der Fachhochschule fort. Darüber hinaus besuchte er 1927/28 die Kapellmeisterschule bei A. Wunderer (Diplomprüfungen in Komposition und als Kapellmeister). Daneben 1922–26 Studium der Musikwissenschaft an der Univ. Wien u. a. bei R. Lach, G. Adler und W. Fischer (Promotion am 30.10.1926). Danach betätigte sich B. als Privatlehrer, freier Komponist und Musikkritiker (u. a. Völkischer Beobachter). Am 4. März 1932 fand die UA seiner Symphonie in Es-Dur im Wiener Konzerthaus im Rahmen eines Abonnementkonzertes der Wiener Symphoniker statt, die er selbst leitete. In der Folge wurden mehrere seiner, häufig symphonischen, Werke aufgeführt, u. a. auch auf Radio Wien. Er selbst trat hier 1932 als Klavierbegleiter des Wiener Bruckner-Chores auf. Am 27.9.1932 wurde B. Mitglied der NSDAP und im selben Jahr Leiter des Rings völkischer Tondichter bei der NS-Künstlerschaft des Gaues Wien. Seine Symphonische Dichtung Deutschland erlebte im Rahmen eines Fest-Konzertes für Adolf Hitler am 18.4.1933 im Wiener Konzerthaus durch das Symphonieorchester des Gaues Wien unter L. Reichwein seine UA. Ab März 1938 übernahm B. die Klassen des „beurlaubten“ R. Stöhr an der Wiener MAkad. Bis März 1945 Musikrezensent der Wiener Ausgabe des Völkischen Beobachters. Nach der Auflösung des Österreichischen Komponistenbundes im Oktober 1938 Ernennung zum kommissarischen Leiter des Bundes deutscher Komponisten. Am 14.6.1940 fand die UA seiner Oper Dorothea an der Volksoper Wien (T: M. Millenkovich-Morold) statt. An der MAkad. unterrichtete B. bis 1945 Musiktheorie, unterbrochen durch den Militärdienst 1942–44, danach wurde die Anstellung aufgrund seiner illegalen NSDAP-Mitgliedschaft widerrufen. Ein für Herbst 1954 geplanter Kurs an der MAkad. kam aufgrund seines Todes nicht mehr zustande. Als Musikwissenschaftler beschäftigte sich B. u. a. auch mit der Symphonik A. Bruckners und besorgte wissenschaftliche Ausgaben von Werken Hector Berlioz’ und Pjotr Iljitsch Tschaikowskis.
Ehrungen
Zweiter Preis des Preisausschreibens der Wiener Konzerthausgesellschaft für ein Orchesterstück 1938 für die symphonische Dichtung Dt. Heldenlied.
Werke
Oper (Dorothea 1939); Ballette (Märchen von heute 1932, Erntefest 1941); Orchesterwerke (Symphonische Dichtung Deutschland [später: Die Fahne hoch!] 1933, Symphonie in Es-Dur 1930/31, Sinfonietta in a-Moll 1935, Symphonische Spielmusik 1935, Ballettsuite 1939, Symphonische Dichtung Dt. Heldenlied 1938); Klavierkonzert in b-Moll 1935; Serenade (7 Stücke f. Streichmusik) 1936; Kammermusik (u. a. Streichquartette, Oktett f. Bläser und Streicher, Klavierquartett); Lieder; Chorwerke (Dt. Kantate f. Männerchor, Orch. und Orgel 1936 [T: Hans Stolzenburg]).
Schriften
Über den Gebrauch der Instrumente in den Kirchen- und Instrumentalwerken von Wolfgang Amadeus Mozart (Diss. 1926, gedr. in StMw 14, 1927); Zur Behandlung der Singstimmen in den Kirchenwerken von W. A. Mozart, in Musica Divina 4/5 [1927]); Regelbuch 1. Harmonielehre 1933; Regelbuch 2. Kontrapunktlehre 1935 (beide nach den Lehrgängen von J. Marx); Armin Caspar Hochstetter in Radio Wien 6.9.1935, 4; Eine neuentdeckte Mozart-Hs. in Wr. Figaro 11 (1941); Anton Bruckner und die Symphonik der Gegenwart, undatiertes Ms [ÖNB].
Literatur
F. K. Prieberg, Handbuch Deutsche Musiker 1933-1945 22009; A. Ließ in Die Musik 31 (1938/39); F-A 1 (1935) u. 1 (1974); Neues Wr. Tagbl. 9.3.1931, 2; Radio Wien 22.5.1931, 24, 31, 24.7.1931, 41, 12.2.1932, 44, 26.5.1933, 47; Neues Wr. Journal 24.2.1935, 30; Reichspost 21.5.1938, 7; Das kleine Volksbl. 14.1.1939, 12; Neues Wr. Tagbl. 8.6.1940, 9, 26.1.1942, 3; Kleine Volks-Ztg. 11.3.1938, 8; Slg. Moißl; http://www.demos.ac.at/demos_suche_studenten.php?id=1266 (12/2016); https://konzerthaus.at/datenbanksuche (12/2016); Mitt. Archiv MUniv. Wien; eigene Recherchen (u. a. www.anno.onb.ac.at).
Autor*innen
Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
25.3.2019
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Bayer, Friedrich (Fritz)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 25.3.2019, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f815
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Radio-Wien 22.5.1931, 24© ANNO/ÖNB

DOI
10.1553/0x0001f815
GND
Bayer, Friedrich (Fritz): 139662596
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