Logo ACDH-CH
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Bergauer, Bergauer, true Louise (Luise, eig. Anna Aloysia Veronica, verh. Pilz)
* 1825-10-1919.10.1825 Prag, † 1889-09-1313.9.1889 Wien. Sängerin (Sopran, Mezzosopran). Die Tochter eines Amtsschreibers erhielt privaten Gesangsunterricht bei Louise Caravoglia-Sandrini. Im Dezember 1840 – bezeichnet als 13-Jährige [!] – trat sie erstmals als Sängerin an die Öffentlichkeit. In der Folge wirkte sie regelmäßig bei Benefizkonzerten und als Gast bei Konzerten verschiedener Instrumentalisten mit, u. a. des jungen Pianisten A. Rubinstein, des Harfenisten E. Parish Alvars, des Pianisten C. Evers sowie am 2.4.1843 bei einem Konzert des Prager Konservatoriums. Am 22.4.1844 debütierte sie am deutschen Theater in Prag als Mathilde in G. Rossinis Wilhelm Tell, am 7.12. des Jahres in Wien im Saal der GdM bei einem Konzert des belgischen Violinvirtuosen Franz Prume. Im Juni 1845 sang sie in einem „musikalischen Album“ als Gast am Theater in der Josefstadt. Im Herbst des Jahres gastierte sie am Theater an der Wien, wo sie 1846 ein Engagement erhielt und am 16.1.1846 in C. M. v. Webers Der Freischütz als Agathe debütierte. Am 12.2.1847 trat sie in der UA von G. Meyerbeers Vielka als Therese an der Seite von J. Lind auf. Darüber hinaus auch Auftritte als Konzertsängerin, u. a. als Gast bei Konzerten von N. Stollewerk oder bei zwei Benefizveranstaltungen von I. Assmayrs Oratorium Saul und David. 1848 kehrte B. als Mezzosopranistin nach Prag zurück und sang an der deutschen und an der böhmischen Bühne (u. a. Valentine in der tschechischen Version der Hugenotten von Meyerbeer). Aufgrund von Differenzen mit der Direktion beendete sie um 1850 ihr Engagement und wirkte in der Folge nur noch als Konzertsängerin im In- und Ausland (u. a. in Frankreich und Belgien). Im Herbst 1853 führte sie ein Gastspiel ans Gewandhaus nach Leipzig/D. Nach ihrer Heirat am 19.11.1861 mit dem Prager Augenarzt und Universitätsprofessor Josef Karl Pilz (* 15.2.1820 Prag, † 6.8.1866 Prag), mit dem sie zwei Kinder hatte, nahm sie Abschied von der Bühne, trat aber regelmäßig im Privattheater ihres Mannes im gräflich Schickschen Palais in Prag auf und veranstaltete in ihrem Salon Privatmusikabende, bei denen sie auch selbst auftrat. 1866 mietete B. den Glassalon der Schützeninsel für die Sommermonate, um Benefiztheatervorstellungen zu geben. Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes im selben Jahr trat sie nur noch selten bei Benefizveranstaltungen an die Öffentlichkeit. Ihre Tochter war S. Rée, der sie den ersten Gesangsunterricht erteilte. Mit ihr und vermutlich auch mit deren Bruder Emil (begr. 6.1.1912 Wien) übersiedelte sie spätestens 1880 nach Wien, wo sie vier Tage nach der Hochzeit ihrer Tochter in der damaligen Niederösterreichischen Landesirrenanstalt am Brünnlfeld (Wien IX) an Marasmus verstarb.
Ehrungen
Kammersängerin der Prinzessin von Capua-Bourbon.
Literatur
O. Teuber, Gesch. des Prager Theaters 3 (1888); Eisenberg 1903; J. Branberger, Das Konservatorium für Musik in Prag 1911, 111, 281; Allgemeine musikalische Ztg. 51 (1840), Sp. 1053; Prag. Beibll. zu „Ost und West“ 4.11.1840, 418, 3.3.1842, 148, 17.12.1842, 806, 1.2.1843, 71, 13.12.1843, 792, 27.5.1844, 338f; Illustrirte Ztg. 29.10.1853, 283; Prager Tagbl. 4.12.1887, 5; Neues Fremden-Bl. 10.8.1866, 4, 15.4.1869, 7; Fremden-Bl. 22.12.1865, 6, 22.8.1859, [4], 12.4.1866, 6; Wr. Ztg. 11.4.1847, 813; Wr. allgemeine Musik-Ztg. 7.12.1844, 587, 22.1.1846, 40, 4.4.1848, 162; Berliner Musikztg. 14.4.1847, 132; Der Humorist 30.6.1845, 648, 26.9.1845, 3; Oesterr. Morgenbl. 19.1.1846, 30; Geburtsbuch der Pfarre Prag-St. Veit 1821–31, fol. 35; Trauungsbuch der Pfarre Prag-St. Veit 1859–92, fol. 23; Sterbebuch des Alservorstadtkrankenhauses (Wien) 1889, fol. 148; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; Bühnen-Jb.er).
Autor*innen
Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
4.8.2022
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Bergauer, Louise (Luise, eig. Anna Aloysia Veronica, verh. Pilz)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 4.8.2022, abgerufen am ), https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_B/Bergauer_Louise.xml
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


GND
Bergauer, Louise (Luise, eig. Anna Aloysia Veronica, verh. Pilz): 1170096018
OBV
Weiterführende Literatur

ORTE
Orte
LINKS
ACDH-CH, Abteilung Musikwissenschaft

Publikationen zur Musikwissenschaft im Verlag