
De Bassini
(Debassini, eig. Bassi), Familie
Italienische Sänger:innenfamilieAchille: * 5.5.1819 Mailand/Lombardo-Venetien (Milano/I), † 3.9. [MGG: 3.7.] 1881 Cava de' Tirreni/I. Sänger (Bariton). Bühnendebüt 1837 in Voghera/I, ab 1842 an der Mailänder Scala mit Auftritten an weiteren italienischen Bühnen (u. a. Genua [Genova/I], Triest, Rom, Neapel). Am 1.4.1845 gab er als Mitglied einer italienischen Operngesellschaft, die im Zuge der italienischen Stagione am Kärntnertortheater in Wien bis Ende Juni Station machte und 12 Opernproduktionen zeigte, sein erfolgreiches Wiener Debüt als Francesco Foscari in G. Verdis I due Foscari. Die Partie hatte er bereits bei der UA in Rom am 3.11.1844 gesungen. Außerdem wirkte er in einigen öffentlichen Konzerten mit und trat auch in privaten Soireen des Adels auf. Erneute Gastspiele bei den italienischen Stagioni (als 1. Bariton) sowie Konzertmitwirkungen folgten 1851–58, wobei sich D. B. aufgrund seiner eindrucksvollen Leistungen bei Publikum und Kritik rasch großer Beliebtheit erfreute. Zu seinen Rollen, die er in Wien sang, zählten Don Giovanni, Figaro (Il barbiere di Sevilla), Lord Enrico Ashton (Lucia di Lammermoor), Malatesta (Don Pasquale) oder Graf Almaviva (Le nozze di Figaro). D. B. war bis 1876 (mit Unterbrechungen) in Italien beschäftigt, Gastspiele führten ihn u. a. nach St. Petersburg/RUS, wo er 1852–63 mehrfach auftrat, Moskau und London.
Ehrungen
Kammersänger 1853.
Kammersänger 1853.
Literatur
K-R 1997, 2003; NGroveD 7 (2001); MGG 5 (2001); M. Jahn, Die Wr. Hofoper von 1836 bis 1848, 2004; M. Jahn, Die Wr. Hofoper von 1848bis 1870, 2002; Wurzbach 3 (1858); Österr. Illustrirte Ztg. 26.6.1854, 1f; Der Humorist 3.4.1845, 318; Wr. Zs. für Kunst, Literatur, Theater und Mode 3.4.1845, 2; Illustrirte Theaterztg. 10.5.1845, 7, 2.7.1845, 630f; Wr. Ztg. 24.3.1852, 821, 24.9.1856 (Abendbl.), [881], 28.4.1857 (Abendbl.), [381], 3.7.1901 (Abendpost), 6; Die Presse 4.5.1852, [2], 15.2.1853 [6], 17.5.1853, 3, 10.4.1855, [3], 1.6.1855, [3]; Morgen-Post 6.6.1854, [2]; Wr. Zeitungshalle 12.6.1858, [2]; Laibacher Ztg. 30.5.1853, [499]; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at); Mitt. Hansjörg Rost (4/2025).
K-R 1997, 2003; NGroveD 7 (2001); MGG 5 (2001); M. Jahn, Die Wr. Hofoper von 1836 bis 1848, 2004; M. Jahn, Die Wr. Hofoper von 1848bis 1870, 2002; Wurzbach 3 (1858); Österr. Illustrirte Ztg. 26.6.1854, 1f; Der Humorist 3.4.1845, 318; Wr. Zs. für Kunst, Literatur, Theater und Mode 3.4.1845, 2; Illustrirte Theaterztg. 10.5.1845, 7, 2.7.1845, 630f; Wr. Ztg. 24.3.1852, 821, 24.9.1856 (Abendbl.), [881], 28.4.1857 (Abendbl.), [381], 3.7.1901 (Abendpost), 6; Die Presse 4.5.1852, [2], 15.2.1853 [6], 17.5.1853, 3, 10.4.1855, [3], 1.6.1855, [3]; Morgen-Post 6.6.1854, [2]; Wr. Zeitungshalle 12.6.1858, [2]; Laibacher Ztg. 30.5.1853, [499]; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at); Mitt. Hansjörg Rost (4/2025).
Seine Frau
Rita (Gabussi-De B.): * 20.6.1810? Bologna/Königreich Italien (I), † 26.1.1891 Neapel/I. Sängerin (Sopran). Ältestes der sechs Kinder des Anwalts Giuseppe Gabussi (1791–1862) und seiner Frau, der Sängerin Claudia Calegari. Ihr Onkel war der Komponist Vincenzo Gabussi (1800–1846). Zunächst Klavier- und Kontrapunktausbildung bei Giuseppe Pilotti. Danach Gesangsunterricht bei Teresa Bertinotti-Radicati und 1830 Bühnendebüt in Mailand. Es folgten Auftritte auf verschiedenen italienischen Bühnen (u. a. Bologna, Triest, Mailand, Neapel, Florenz). Am Kärntnertortheater gastierte sie während der italienischen Stagione von April bis Juni 1840 in verschiedenen Opernpartien, ihr Debüt gab sie in der für Wien neuen Oper La prigione di Edimburgo (M: Federico Ricci). Großen Erfolg erzielte sie in Wien v. a. in komischen Partien. Darüber hinaus auch Auftritte als Konzertsängerin (u. a. im Salon Streicher). 1845 kam sie erneut ans Kärntnertortheater, diesmal gemeinsam mit ihrem Mann (Heirat ca. Februar 1845), mit dem sie auch auftrat, wobei man ihre Stimme allerdings bereits als etwas abgenützt empfand. Außerdem erneut Konzertauftritte. 1851 beendete sie ihre Karriere.
Literatur
K-R 1997, 2003; M. Jahn, Die Wr. Hofoper von 1836 bis 1848, 2004; NGroveD 7 (2001); Allgemeine Theaterztg. 30.4.1840, 551, 1.7.1840, 662, 2.7.1840, 666f; Wr. Zs. für Kunst, Literatur, Theater u. Mode 11.4.1840, 462; Der Humorist 13.4.1840, 299, 15.6.1840, 479, 3.4.1845, 318; Wr. Ztg. 9.4.1845, 3f; Der Adler 4.4.1840, 654; Illustrirte Theaterztg. 10.5.1845, 7; Allgemeine musikalische Ztg. 6.7.1836, Sp. 447; Bazar di Novità Artistiche, Letterarie e Teatrali 26.2.1845, 74; https://storiaememoriadibologna.it (6/2025); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at); Mitt. Hansjörg Rost (4/2025).
K-R 1997, 2003; M. Jahn, Die Wr. Hofoper von 1836 bis 1848, 2004; NGroveD 7 (2001); Allgemeine Theaterztg. 30.4.1840, 551, 1.7.1840, 662, 2.7.1840, 666f; Wr. Zs. für Kunst, Literatur, Theater u. Mode 11.4.1840, 462; Der Humorist 13.4.1840, 299, 15.6.1840, 479, 3.4.1845, 318; Wr. Ztg. 9.4.1845, 3f; Der Adler 4.4.1840, 654; Illustrirte Theaterztg. 10.5.1845, 7; Allgemeine musikalische Ztg. 6.7.1836, Sp. 447; Bazar di Novità Artistiche, Letterarie e Teatrali 26.2.1845, 74; https://storiaememoriadibologna.it (6/2025); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at); Mitt. Hansjörg Rost (4/2025).
Deren Sohn
Alberto: * 14.7.1847 Florenz/Großherzogtum Toskana (Firenze/I), † nach 1914 (Ort?). Sänger (Tenor/Bariton). Ausbildung durch seinen Vater Achille. Gab 1869 sein Debüt in Venedig, wo er in G. Donizettis Belisario mit seinem Vater gemeinsam auf der Bühne stand. Auftritte in zahlreichen Opernhäusern in Italien, Gastspiele führten ihn etwa nach London, St. Petersburg, Lissabon und Bukarest. Wie seine Eltern kam auch er – allerdings nur ein einziges Mal – mit einer italienischen Operngesellschaft nach Wien und debütierte hier am 2.4.1883 als Ernani in der gleichnamigen Verdi-Oper am Carltheater. Ein einmaliges Gastspiel am Grazer Stadttheater in G. Donizettis Lucia di Lammermoor gemeinsam mit seiner Frau Emma Sarda (ca. 1854–1922, verh. seit 1878) am 11.5.1883 war weniger erfolgreich. 1890 wechselte er vom Tenor- ins Baritonfach und wanderte schließlich 1898 in die USA aus, wo er bereits gastiert hatte. Zuletzt Gesangspädagoge in New York. Tochter Vera (ca. 1880–nach 1940) wurde in Amerika erfolgreiche Vaudeville-Sängerin.
Werke
Plattenaufnahmen.
Plattenaufnahmen.
Literatur
K-R 1997, 2003; NGroveD 7 (2001); Morgen-Post 2.4.1883, [3]; Neue Illustrirte Ztg. 8.4.1883, 446; Die Presse 15.4.1883, 19; (Grazer) Tagespost 12.5.1883, 4; https://collections.vam.ac.uk (6/2025); Mitt. Hansjörg Rost (4/2025).
K-R 1997, 2003; NGroveD 7 (2001); Morgen-Post 2.4.1883, [3]; Neue Illustrirte Ztg. 8.4.1883, 446; Die Presse 15.4.1883, 19; (Grazer) Tagespost 12.5.1883, 4; https://collections.vam.ac.uk (6/2025); Mitt. Hansjörg Rost (4/2025).
Autor*innen
Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
22.7.2025
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger,
Art. „De Bassini (Debassini, eig. Bassi), Familie“,
in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung:
22.7.2025, abgerufen am ),
https://dx.doi.org/10.1553/0x0001cba8
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