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Deutsch, Deutsch, true Walter
* 1923-04-2929.4.1923 Bozen (Bolzano/I). Volksmusikforscher, Komponist. Ausbildung u. a. in Bozen, 1946–48 am Konservatorium in Innsbruck, 1948–53 an der Wiener MAkad. (Komposition A. Uhl, Dirigieren H. Swarowsky), dann freischaffender Komponist und Mitarbeiter des Volksliedarchivs für Wien und Niederösterreich. 1957–63 war er Korrepetitor an der Volksoper Wien, 1963–65 Lehrbeauftragter für Musikalische Volkskunde an der Wiener MAkad., 1965–91 dort Leiter des von ihm gegründeten Instituts für Volksmusikforschung, heute Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie (1979 o. Hsch.prof.). 1967–84 wirkte D. zudem als Referent für Volks- und Blasmusik sowie als Programmgestalter im ORF-Landesstudio NÖ sowie als Mitarbeiter des Landesstudios Wien; 1975–79 Gestalter der Fernsehreihe Fein sein, beinander bleiben. 1992–99 war er Präsident, seither Ehrenpräsident des Österreichischen Volksliedwerkes. In diesen Funktionen initiierte und leitete er zahlreiche Feldforschungen zur Volksmusik sowie Seminare zur Volksmusikforschung in Österreich. 1993 Initiator der Editionsreihe Corpus Musicae Popularis Austriacae (COMPA). Diese knüpft an den Gründungsauftrag des Österreichischen Volksliedunternehmens an, eine repräsentative Ausgabe zur Volksmusik in ihren verschiedenen gattungsspezifischen und landschaftsbezogenen Ausprägungen zu publizieren. Überliefertes Liedgut und traditionelle Tanzformen werden im lebendigen Zusammenhang mit Brauchtum, sozialem Umfeld und jenen Menschen, die diese Musik praktizieren, dargestellt. Ebenso sind D.s ausgeklügelte Melodieregister integraler Bestandteil der Reihe. 1994–2013 wurde der W.-D.-Preis vom Bundesministerium für Wissenschaft durch das Österreichische Volksliedwerk insgesamt zehn Mal an Personen verliehen, die anerkennenswerte Publikationen zum Thema Volksmusik vorlegten, v. a. hinsichtlich der methodischen Vermittlung oder Erfassung der Volksmusik als Lebensausdruck. Weniger bekannt sind D.s zeitgenössische Kompositionen, die in ihren verschiedenen stilistischen Ausprägungen auf die pluralistische Musikästhetik des 20. Jahrhunderts hindeuten.
Gedenkstätten
W.-D.-Preis des Bundesministeriums für Wissenschaft 1994–2013.
Ehrungen
Förderungspreis für Komposition Wien 1955; Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich 1974; Goldenes Ehrenzeichen des Niederösterreichischen Blasmusikverbandes 1982, Goldenes Ehrenzeichen des Burgenländischen Blasmusikverbandes 1988; Raimund-Zoder-Medaille der Bundesarbeitsgemeinschaft Österreichischer Volkstanz 1992; Goldene Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien 1993; Großes goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark 1994; Georg Graber-Medaille für besondere Verdienste um die Kärntner Volkskunde 1996; Kulturmedaille des Landes Oberösterreich 1998; Goldenes Verdienstzeichen des Landes Salzburg 2003; Tobi-Reiser-Preis 2003; Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse 2003; Ehrendoktorat der MUniv. Wien 2011.
Schriften
(Auswahl) gem. m. L. Berghold Volkstänze aus Niederösterreich 1975; Das alpenländische Liederbuch 1981; Volksmusik. Österreichisches Sammelbuch 1984; Der Deutsche 1988; Das Volkslied in Österreich 1993; Tobi Reiser 1907–1974, 1997; gem. m. H. M. Wolf Menschen und Melodien im alten Österreich 1998; Die Öhler Buam und der Dreigesang Klauser 2006; gem. m. H. Thiel Die Volksliedersingen der Ravag in Oberösterreich 2014; Hg.: Schriften zur Volksmusik 1969ff.; Corpus Musicae popularis Austriacae (Denkmäler der Volksmusik) (COMPA) 1993ff; Veröffentlichungen des Österreichischen Museums für Volkskunde 2004ff; Beiträge in ÖMZ 1965ff.
Werke
u. a. Bühnen- und Ballettmusik (Oper Die Grenze [T: Emil Breisach], Musical, Kinderoper); Tänze, Märsche; Klaviermusik; Kammermusik; Kantaten (Tierlieder-Kantate für Kinder); Lieder nach Gedichten von E. Breisach und Franz Rieger; Wienerlieder; volksmusikalische Lieder, Stücke und Bearbeitungen; Chöre.
Literatur
Inst. f. Volksmusikforschung Wien (Hg.), [Fs.] W. Deutsch 1983; G. Haid (Red.), W. D. zum 60. Geburtstag 1984; G. Haid et al. (Hg.), [Fs.] W. Deutsch 2000; Lang 1986; Who is who in Öst. 1997; H. Jeglitsch in Der fröhliche Kreis 57/4 (2007); MGÖ 3 (1995); www.austria-lexikon.at (5/2011); www.wikipedia.org (7/2019); www.oe-journal.at (5/2011).

Autor(en)
Uwe Harten
Irene Egger
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten/Irene Egger, Art. „Deutsch, Walter‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 22/11/2019]