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Deyerkauf Deyerkauf Franz (Theyerkauf), Familie
Franz Carl (eig. Franciscus Carlus): get. 4.2.1748 Stein an der Donau/NÖ, † 1826-12-1818.12.1826 Graz. Tuchhändler. Ging nach 1770 nach Graz, arbeitete zunächst als Buchhalter und heiratete am 24.11.1778 die Witwe des Grazer Seiden- und Tuchhändlers Caspar Weigl, Catharina (1748-1818), und übernahm dessen Geschäft. D. wurde am 8.4.1780 Bürger von Graz („bürgerliches Jurament“). Als Verehrer W. A. Mozarts, den er möglicherweise im Herbst 1762 in Stein erlebt hatte, wurden in seinem Haus einige von dessen kammermusikalischen Werken aus dem Manuskript gespielt, bemühte er sich um deren Verbreitung in Graz und ließ am 15.5.1792 einen heute noch existierenden Mozart-Tempel in seinem Garten in der Schubertgasse 35 in Graz einweihen. Dieses erste Mozart-Denkmal überhaupt wird von G. N. Nissen detalliert beschrieben. Die erste Grazer Aufführung des Mozartschen Requiems im Juli 1798 in der Kirche der Barmherzigen Brüder geht auf D. zurück. D. war 1819/20 Mitglied des Ausschusses des Musikvereins für Steiermark und Freimaurer. Mozart erwähnt D. in einem Brief vom 25.6.1791 an seinen Freund und Logenbruder Johann Michael Puchberg, mit dem auch D. befreundet war. Außerdem Kunstsammler, u. a. von Werken von Martin Johann Schmidt, gen. Kremser Schmidt.
Gedenkstätten
Gedenktafel (Graz I, Murgasse 2), 2009 abmontiert.
Literatur
O. Hafner, Mozart in Graz 1991; O. Hafner in Mitt. d. Int. Stiftung Moz. 1976, H. 1/2; Mozart, Briefe und Aufzeichnungen 4 (1963), 140f und Kommentar 6 (1971), 415f; G. N. v. Nissen, Anhang zu Wolfgang Amadeus Mozart’s Biographie 1828; Der Aufmerksame 11.4.1818, [3], 22.2.1823, [2]; Tauf- und Sterbebuch der Pfarre Stein an der Donau 1731–83, 92; Trauungsbuch der Pfarre Graz-Hl. Blut 1772–82, 429; Sterbebuch der Pfarre Graz-Hl. Blut 1808–29, 446.


Sein Sohn Franz (eig. Franciscus Seraphicus Aloysius): get. 21.6.1781 Graz, † 18.1.1839 Graz. Führte ab 1804 eine Kunst- und Musikalienhandlung in Graz, Herrengasse 13 (1824–32 gemeinsam mit Wilhelm Kräer, 1835–38 mit Joseph Hubner), die auch verlegerisch tätig war. Gehörte 1818–21 sowie 1825–29 dem Ausschuss des Musikvereins für Steiermark an. 1838 legte er in Graz den Bürgereid ab. Musikalien aus dem Besitz der Familie D. finden sich heute in der Bibliothek der MUniv. Graz.


Literatur
O. Hafner in Mitt. d. Int. Stiftung Moz. 1976, H. 1/2; StMl 1962–66; Slg. Moißl; Grätzer Ztg. 21.1.1839; R. Belaj, Der Handel in Graz von 1800 bis 1855, Diss. Graz 1987; Wr. Ztg. 6.3.1826, 242; Taufbuch der Pfarre Graz-Hl. Blut 1779–84, fol. 173.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Deyerkauf (Theyerkauf), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 17/07/2017]