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Dont, Dont, Joseph Familie
Joseph Valentin Johann: * 1776-10-1616.10.1776 Nieder Georgenthal/Böhmen (Dolní Jiřetín/CZ), † 1833-12-1514. oder 15.12.1833 Neubau (Wien VII). Violoncellist und Komponist. Sohn eines „Strumpfwürckers“, war Schüler von Bernard Václav Šastný in Prag und wird anlässlich seiner Verehelichung am 17.6.1805 in Wien bereits als Hofmusiker bezeichnet, ebenso 1815 bei der Geburt seines Sohnes Jakob. Nachweislich gehörte er mindestens 1814–23 dem Orchester des Kärntnertortheaters an, bei seinem Tod war er Orchestermitglied des Hofburgtheaters. 1810–33 Mitglied der Tonkünstler-Sozietät. Sein Gebeth des Herrn gelangte noch in den 1880er Jahren in Wiener Kirchen zur Aufführung.

Seine Söhne

Ludwig Franz (eig. Franz? Ulrich): * 11.6.1804 Leopoldstadt (Wien II), † 7.2.1865 Wien. Violinist und Komponist. Sein Name ist im Taufbuch nur mit Ulrich angegeben, im zugehörigen Index jedoch mit Franz Ulrich; später nannte er sich Ludwig oder Ludwig Franz, zuletzt jedoch nur Franz. Er war der voreheliche Sohn von Joseph D., der im Taufbuch mit dem Namen Anton Valentin (letzteres daher fälschlich als Familienname gelesen) eingetragen ist, und seiner späteren Frau Theresia Bitzman (Petschman). Mitte der 1820er Jahre ist er als Privatlehrer, Tonkünstler und Leiter eines Tanzmusik-Quintetts (2 V., Va., Fl., Kb.) belegt. 1834, bei seiner Heirat, wird er als am Spittelberg (Wien VII) wohnender Tonkünstler Franz D. bezeichnet. 1846 wurde er Orchesterdirektor am Theater zu Ödenburg, nachdem er zuvor in selber Eigenschaft bereits in Baden beschäftigt gewesen war. Ca. 1850 war er Orchestermitglied am Theater an der Wien.


Werke
Männerchöre Wann es gilt und Deutschlands Ehre (beide nach Texten von J. N. Vogl), Streichquartett; Violinschule 1838.


Jakob (I): * 2.3.1815 St. Ulrich (Wien VII), † 17.11.1888 Wien. Geiger, Pädagoge und Komponist. Erster musikalischer Unterricht vom Vater, 1825–31 Schüler von Joseph Böhm und G. Hellmesberger d. Ä. am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. 1831–71 war D. Mitglied des Wiener Hofburgtheaterorchesters, als dessen 2. Orchesterdirektor er ab 1855 fungierte. 1834 war er Exspektant und 1841–78 wirkliches Mitglied der Hofmusikkapelle. D. unterrichtete 1851 kurz an der neu gegründeten Akad. der Tonkunst (Nachfolger noch 1851: J. Benesch) und ab 1853 (noch 1858) an der MSch. des Vereins zur Beförderung echter Kirchenmusik bei St. Anna. Da ihm die Verwendung seiner eigenen Unterrichtswerke verboten wurde, unterrichtete D. nur zu Beginn des Schuljahres 1872/73 für drei Monate am Konservatorium der GdM. 1872–77 gehörte er der Wiener staatlichen Prüfungskommission für das Lehramt der Musik an Mittelschulen und an Lehrerbildungsanstalten an. Seine Bedeutung als Pädagoge und Verfasser von Studienwerken war allgemein anerkannt und wurde von A. W. Ambros und besonders von L. Spohr gewürdigt. Zu seinen Schülern zählte u. a. L. Auer. D. war ab 1864 in zweiter Ehe mit Maria Götzinger (* 20.7.1846 Josefstadt [Wien VIII]), einer Tochter von C. Götzinger verheiratet, sein Trauzeuge war L. Rotter.


Gedenkstätten
D.gasse (Wien XIII).
Werke
Violinkonzerte; Kammermusik; Violin-Etüden (z. T. gesammelt als Gradus ad Parnassum erschienen); Lieder; Übungen für V.


Jakobs Sohn

Jakob (II; Pseud. Dr. J. D. Sonuscumt, Doridius): * 29.12.1864 Wien, † 5.2.1946 Wien. Beamter, Schriftsteller. Studierte 1884–88 Jus in Wien (Dr. 1889) und trat in die Dienste des Wiener Magistrats ein (hier v. a. mit der Bauadministration von Versorgungsheimen und Spitälern betraut). Nach dem Zweiten Weltkrieg Verwaltungsausschuss-Mitglied und Generaldirektor des Zentralbüros des Argentinisch-Österreichischen Wohlfahrtswerks.


Ehrungen
Großes Silbernes Ehrenzeichen f. Verdienste um die Republik Österreich 1931.
Werke
Gedichte, Liedtexte (vertont u. a. von H. Wagner-Schönkirch, J. W. Ganglberger), Festspiele, Gedenkschriften und Berichtswerke.
Literatur
ÖBL Online-Edition (8/2018); MGG 15 (1973) u. 5 (2001); Köchel 1869; Th. Antonicek in StMw 29 (1978); Czeike 2 (1993); Riemann 1959; M. Jahn, Die Wr. Hofoper von 1810 bis 1836. Das Kärntnertortheater als Hofoper 2007, 38f u. 439; H. Mansfeld in Jb. der Ges. f. Wr. Theaterforschung 11 (1959); Bericht des Conservatoriums der GdM 1872/73, 6; C. F. Pohl, Denkschrift aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Tonkünstler-Societät 1871; C. F. Pohl, Die Ges. der Musikfreunde des österr. Kaiserstaates u. ihr Conservatorium 1871, 134 u. 146; Neues Wr. Tagbl. 24.6.1938, 11; NFP 27.4.1889, 5; Die Lyra 1.12.1888, 3; Das Vaterland 27.11.1888, 5; Die Presse 19.11.1888, 1, 9.4.1882, 13, 12.2.1872, Abendbl. 3; NFP 16.1.1878, 6; Bll. f. Musik, Theater u. Kunst 7.3.1871, 74; Der Zwischen-Akt 23.7.1860, 4; Neue Wr. Musik-Ztg. 22.7.1858, 114, 13.12.1855, 201; Fremden-Bl. 14.9.1851, 4, 6.7.1851, 2; Illustrirte Ztg. 2.6.1849, 348; Wr. Allgemeine Musik-Ztg. 20.10.1846, 508; Der Sammler 2.6.1838, 264; Allgemeiner musikalischer Anzeiger 9.3.1837, 40; Wr. Ztg. 7.1.1826, 29, 1.5.1827, Intelligenzbl., 699, 30.12.1833, 1200, 5.11.1853, Lokalbl. 1017, 23.6.1873, 1131, 5.6.1875, 946, 21.11.1888, 5; 2.3.1915, 3f; A. Ziegler, Addressen-Buch von Tonkünstlern, Dilettanten, … in Wien 1823, 10 u. 79; Trauungsbuch 1776–1806 der Pfarre St. Leopold (Wien II), fol. 713; Taufbuch 1810–15 der Pfarre St. Ulrich (Wien VII), fol. 384; Sterbebuch 1833 des Alservorstadtkrankenhauses (Pfarre Alservorstadt, Wien VIII), fol. 318; Trauungsbuch 1838–43 der Pfarre St. Ulrich, Reihezahl 33/1840; Trauungsbuch 1859–64 der Pfarre Maria Treu (Wien VIII), fol. 193; Taufbuch 1865 der Pfarre Maria Treu, fol. 4; Sterbebuch 1862–66 der Pfarre Maria Treu, fol. 186; eigene Recherchen (Kataloge ÖNB, WStLB); Mitt. Herwig Swoboda (8/2018).

Autor(en)
Uwe Harten
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten/Christian Fastl, Art. „Dont, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 20/11/2018]