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Dreher
Tänze mit Drehen des Tanzpaares; solche sind zumindest seit dem 15. Jh. in verschiedenster Weise belegt, die Bezeichnung D. allerdings erst nach 1800, dann jedoch praktisch gleichbedeutend mit Deutscher (Tanz), und zwar so, als ob es sich dabei um eine alte Bezeichnung handle. Genaueres, als dass es sich um Paartänze mit Drehen als bezeichnendem Merkmal handelt, ist den frühen Beschreibungen jedoch nicht zu entnehmen. Ja, sie scheinen geradezu widersprüchlich zu sein, indem einige auf Figuren (Ländler) hinweisen und andere nur auf die enge Fassung oder bloßes Drehen (Walzer), allenfalls auch auf Umarmung und Küssen des Paares. Schließlich wird die auszuführende Bewegung oft als „hüpfend“ charakterisiert, doch ist über die zugrundeliegende Taktart vorerst nichts auszumachen. Immerhin wird aber in einzelnen deutsch-sprachigen Gegenden noch im 19. Jh. die Bezeichnung D. sowohl mit geradem als auch ungeradem Takt und sowohl mit langsamem (früher) als auch raschem Tempo (später) in Zusammenhang gebracht. Somit sind Beziehungen zu dem alten sog. Proporz-Prinzip (geradtaktiger Vor- und ungeradtaktiger Nachtanz) anzunehmen.
Literatur
C. Sachs, Weltgeschichte des Tanzes 1933; MGG 9 (1998, Walzer); Schneider 1985.

Autor(en)
Rudolf Flotzinger
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger, Art. „Dreher‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]