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Drexler, Drexler, Karl Familie
Karl (eig. Carl Borromäus): * 1834-06-1212.6.1834 [nicht 1833] Erdberg (Wien III), † 1883-09-1313.9.1883 Wien. Volkssänger. Der gelernte Manufakturzeichner soll aufgrund seiner guten Baritonstimme erste Bühnenerfahrungen im damaligen Sulkowsky-Theater (Wien V, Matzleinsdorferstraße) gesammelt haben. Am 17.4.1860 heiratete er Anna Maria Hopf (* 13.12.1835 Strengberg/NÖ, † 16.6.1870 Wien), sein Trauzeuge war der Musiker Josef Hradetzky. Ab November 1860 Mitglied der Gesellschaft von J. Fürst, ab März 1862 Bassist der „Ersten Wiener Singspielhalle“ unter Carl Hein. Ab Herbst 1862 Zusammenarbeit mit Josef Hofer, Theodor Binder und Anton Karlhofer, mit denen er im Juli 1864 auch in Graz auftrat. Von September 1864 bis April 1866 bildete er mit Franz Schieferl (1829–91) eine neue Volkssängergesellschaft („Schieferl & D.“), in der ab November A. Zeidler, wenig später auch J. Sioly als Pianist mitwirkte. Ab etwa Mai 1866 bildete er mit Carl Reder, Fanny Pleban und dem Pianisten Johann Heiß eine Gesellschaft, die bis etwa September bestand und u. a. auch in Graz und Linz gastierte. Danach war D. für einige Monate Teil der Gesellschaft von J. Binder (mit Theodor Binder, W. Seidl und J. Weinlich). Im Jänner 1867 erfolgte die Wiedervereinigung mit F. Schieferl und A. Zeidler, diese Gesellschaft bestand bis Anfang Juni 1869. Ab Mitte Juni 1869 trat er mit A. Zeidler in eigener Gesellschaft mit wechselnden Mitgliedern (den Sängern und Sängerinnen Josef Herget, Mathilde Vogl, W. Seidl, Karl Porkert, Anna Fellner und den Pianisten Ferdinand Otto, Mathäus Fink, Richard Leukauf) auf. Eine Singspielhallenkonzession, über die D. spätestens Ende November 1870 verfügte, ermöglichte ihm, sein Ensemble zu verdoppeln. Er begann mit fünf Damen und vier Herren, darunter A. Zeidler, die er 1874 heiratete. Ab 1871 bestand seine Gesellschaft aus vier Damen und vier Herren. Das Repertoire bestand neben Liedern aus einaktigen Possen, Singspielen und Szenen vornehmlich aus der Feder seines Hausdichters Karl Hirsch, die „familientaugliche“ Komik in den Vordergrund stellten. Zu Ostern 1879 eröffnete D. eine stabile Singspielhalle mit Restaurationsbetrieb, die sich gegenüber dem Fürst-Theater im Prater (heute Ausstellungsstraße) befand und die er jeweils bis Allerheiligen mit Singspielen, Possen, Lustspielen, Bauernkomödien und Opernparodien bespielte. Ab 1881 trat seine Gesellschaft jeden Winter in der Tonhalle (Wien IV), die in der warmen Jahreszeit als Badeanstalt (Herkulanum) fungierte, auf. Nach seinem plötzlichen Tod infolge einer Fußoperation führte sein ältester Sohn Carl die Singspielhalle weiter. Seine Tochter Anna (* 4.4.1862 Wien, † 10.7.1890 [Bad] Pirawarth/NÖ) heiratete ca. 1885/86 J. Modl, der Mitglied der Gesellschaft D.s war.
Gedenkstätten
Ehrengrab Wr. Zentralfriedhof.
Literatur
Czeike 2 (1993); J. Koller, Das Wr. Volkssängertum in alter und neuer Zeit 1933; Kleine Volks-Ztg. 18.6.1933, 25; Illustrierte Kronen Ztg. 10.1.1941, 5; Fremden-Bl. 1.3.1862, [10], 24.4.1862, [10], 17.9.1864, [10], 24.11.1864, [10], 2.9.1866, [15], 20.1.1867, [14], 15.8.1869, [14], 16.12.1869, [13], 28.11.1870, [8]; Illustrirtes Wr. Extrabl. 30.8.1876, 4; Der Zwischen-Akt 21.11.1860, [2]; [Grazer] Tagespost 9.7.1864, [6], 27.6.1866, [8]; Linzer Abendbote 22.5.1866, [4]; Taufbuch der Pfarre Erdberg (Wien III) 1833–36, fol. 56; Trauungsbuch der Pfarre Gumpendorf (Wien VI) 1860, fol. 36; Sterbebuch der Pfarre St. Johann Nepomuk (Wien II) 1876–85, fol. 230; Taufbuch der Pfarre Altlerchenfeld (Wien VII) 1862, fol. 38; Sterbebuch der Pfarre Bad Pirawarth 1873–98, fol. 103; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at).


Seine Söhne

Carl: * 5.9.1860 Wien, † nach 1891 (Ort?). Theaterdirektor. Leitete nach dem Tod des Vaters ab 1883 die Singspielhalle im Wiener Prater, die er 1886 in „Wiener Singspielhalle“ umbenannte. Zu sehen waren Varietéprogramme sowie Possen, als Gäste waren u. a. die Duettisten Xandl und Hirschmann, Baron Jean und das Terzett Gebrüder Butschetty und A. Strohmayer zu sehen. 1888 wurde auf einen Hippodrombetrieb umgestellt, man zeigte aber auch Varieténummern. Daneben leitete D. 1888/89 auch das Stadttheater Krems, kämpfte dort aber mit finanziellen Problemen. D., der die Singspielhalle schon verschuldet übernommen hatte, musste sie schließlich 1890 schließen, das Grundstück wurde aufgrund der Neuparzellierung des Praters verkauft. Im Mai 1891 wurde er wegen verschuldeter Krida verurteilt, danach verliert sich seine Spur.


Literatur
H. Pemmer/N. Lackner, Der Wr. Prater einst und jetzt 1935, 198f; Neues Wr. Abendbl. 28.4.1886, 4; Die Presse 5.3.1889, 11; 17.5.1891, 10; NFP 17.5.1891, 8; Neues Wr. Journal 14.10.1900, 18; Dt. Bühnen-Almanach 1889, 280; Taufbuch der Pfarre Gumpendorf 1860 (Wien VI), fol. 177.


Adolf Adalbert: * 29.5.1865 Wien, † 29.11.1948 Wien. Volkssänger (Gesangskomiker), Schauspieler. 1878 soll er bereits in der Gesellschaft seines Vaters aufgetreten sein. 1887 Mitglied der Singspielhalle von F. Böhm. Nach dem Ende des Singspielhallenbetriebs im Wiener Prater, in dem er mitgearbeitet hatte, war er in verschiedenen Volkssängergesellschaften tätig, mit denen er auch Gastspielreisen außerhalb Wiens unternahm (u. a. 1892 in der Gesellschaft von Karoline Kofler in Graz, 1903 mit eigenem Ensemble in St. Pölten, 1908 mit „Die lustigen Strohwitwer auf Reisen“ in Innsbruck, 1911 mit seinem Varietéensemble Der Himmel in Marburg). Dazu kamen Auftritte im Ausland (Deutschland, Rumänien, Riga) sowie in Wien. Um 1895 Mitglied der Neuen Wiener Orpheumgesellschaft von Fr. Böhm. Am 9.11.1898 feierte er als langjähriges Mitglied der Gesellschaft Seidl-Maier, wo er als Komiker fungierte, seine 15-jährige Tätigkeit auf dem sog. „Brettl“. Bei dieser Benefizveranstaltung wirkte auch seine Verwandte Cölestine D. mit. Eine Woche später heiratete er Hermine Maria Klohs (* 26.10.1876 Wien, begr. 27.6.1956 Wien), mit der er zumindest vier Kinder hatte. Im Sommer 1910 Ensemblemitglied im Gartenbau (Wien I). 1926–31 Tätigkeit im Etablissement Fischer, geleitet von E. und L. Fischer im Prater.


Literatur
Czeike 2 (1993); Neues Wr. Journal 9.1.1898, 7; Illustrierte Kronen Ztg. 10.1.1941, 5; Mährisches Tagbl. 10.2.1887, 6; Geburtsbuch der Pfarre Gumpendorf 1865, fol. 140; Trauungsbuch der Pfarre St. Josef (Wien II) 1898, fol. 26; www.friedhoefewien.at (9/2019); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Drexler, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

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